Warum der Landrat für Wallau eine Waffenverbotszone angeordnet hat
Eine Waffenverbotszone in Wallau? Für viele Hofheimer dürfte diese Nachricht zunächst überraschend klingen. Der Main-Taunus-Kreis hat rund um das Eritrea-Festival eine zeitlich begrenzte Verbotszone eingerichtet. Sie gilt von Freitag, 10. Juli 2026, 8 Uhr, bis Sonntag, 12. Juli 2026, 18 Uhr.
Grund für die Maßnahme ist das Eritrea-Festival, das in Wallau stattfindet und zu dem bis zu 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet werden. Der Landrat hat die Waffenverbotszone angeordnet, um mögliche Konflikte frühzeitig zu verhindern. Rund um das Veranstaltungsgelände in der Robert-Bosch-Straße 9 sowie in angrenzenden Straßen des Gewerbegebiets dürfen in diesem Zeitraum keine Waffen, Messer, Reizgasflaschen oder Schlaggegenstände mitgeführt werden.
Die Polizei ist in diesem Bereich berechtigt, auch ohne konkreten Anlass Kontrollen durchzuführen. Das Polizeipräsidium Westhessen bereitet sich mit einem größeren Kräfteaufgebot auf die Veranstaltung vor. Ziel sei ein friedlicher und störungsfreier Verlauf.
Offiziell versteht sich das Eritrea-Festival als kulturelles Treffen mit Musik, Tanz und Begegnung. Eritreische Gemeinschaften feiern dort ihre Kultur und pflegen den Austausch.
Allerdings stehen solche Veranstaltungen immer wieder in der Kritik. Gegner werfen ihnen vor, auch als Plattform für Unterstützer des eritreischen Regimes zu dienen. Eritrea wird international wegen der Einschränkung von Pressefreiheit und politischer Rechte kritisiert.
Die Sicherheitsbehörden blicken deshalb besonders aufmerksam auf die Veranstaltung. Hintergrund sind unter anderem frühere Einsätze bei Eritrea-Festivals, etwa in Gießen in den Jahren 2022 und 2023, bei denen es zu Ausschreitungen gekommen war.
Die Polizei betont regelmäßig, sie gehe grundsätzlich von einem friedlichen Verlauf aus. Die erhöhte Präsenz diene vor allem dazu, bei möglichen Konflikten schnell eingreifen zu können.
Quelle: Kreisverwaltung


