Eritrea-Festival in Wallau: Polizei setzt auf friedlichen Verlauf

In der Diamant-Festhalle in Wallau trifft sich an diesem Wochenende, 11. und 12. Juli, erneut die eritreische Gemeinschaft zum jährlichen Eritrea-Festival. Über 1000 Besucher aus ganz Euroa werden in dem kleinen Hofheimer Stadtteil erwartet. Obwohl die Veranstaltung im vergangenen Jahr ohne Zwischenfälle verlief, haben die Sicherheitsbehörden umfangreiche Vorsorgemaßnahmen getroffen: Rund um das Veranstaltungsgelände gilt ein zeitlich befristetes Waffen- und Messerverbot, zudem wird die Polizei mit Einsatzkräften vor Ort sein.
Die Veranstalter verstehen das mehrtägige Treffen als Familien- und Kulturfest. Auf dem Programm stehen Musik, Tanz, traditionelle Speisen sowie Begegnungen von Eritreern aus Deutschland und anderen europäischen Ländern.
Gleichzeitig ist das Festival seit Jahren politisch umstritten. Kritiker – darunter viele Exil-Eritreer, Menschenrechtsorganisationen und Wissenschaftler – werfen den Organisatoren vor, der autoritären Regierung Eritreas nahezustehen. Das ostafrikanische Land zählt nach Einschätzung zahlreicher internationaler Organisationen zu den repressivsten Staaten der Welt. Viele Eritreer sind vor politischer Verfolgung, Zwangsrekrutierung und schweren Menschenrechtsverletzungen geflohen.
In mehreren deutschen Städten kam es in den vergangenen Jahren bei Eritrea-Festivals zu teils schweren Ausschreitungen zwischen Anhängern und Gegnern der eritreischen Regierung. Die Gewalt ging dabei von einer vergleichsweise kleinen, besonders konfliktbereiten Minderheit beider Lager aus. Das Festival in Wallau blieb im vergangenen Jahr dagegen friedlich.
Auch für die diesjährige Veranstaltung sieht die Polizei derzeit keine konkreten Hinweise auf Störungen. „Bislang wurden während des Veranstaltungszeitraums rund um Wallau keine Gegenveranstaltungen angemeldet. Die vergangene Veranstaltung hier in Hofheim verlief vollkommen friedlich. Wir gehen daher auch in diesem Jahr grundsätzlich von einem friedlichen Verlauf aus. Aufgrund der Erfahrungen aus den Jahren zuvor sind wir jedoch vorbereitet und mit Polizeikräften vor Ort“, teilte das Polizeipräsidium Westhessen mit.
Während des Einsatzes informiert die Polizei bei relevanten Ereignissen über ihren X-Account @Polizei_WH sowie über ihren WhatsApp-Kanal.

