Neuer Plan: Grüne wollen Untere Hauptstraße zur Fußgängerzone machen
Traum vom ungestörten Schlendern – oder Albtraum für den Einzelhandel? An der Unteren Hauptstraße scheiden sich immer wieder die Geister. Die Grünen im Ortsbeirat Kernstadt wagen einen neuen Vorstoß und fordern: Macht die Straße zur Fußgängerzone – zumindest versuchsweise.
Die Gelegenheit scheint günstig. Irgendwann in den nächsten Wochen (oder Monaten) zieht die Großbaustelle im Verteilerring weiter – dann wird die Untere Hauptstraße zeitweilig als Sackgasse enden. Danach soll keineswegs einfach zum alten Trott zurückgekehrt werden. Stattdessen schlagen die Grünen vor, Nägel mit Köpfen zu machen und das Thema ganz oben auf die Tagesordnung des Arbeitskreises Innenstadt zu setzen: Die Untere Hauptstraße soll Fußgängerzone bleiben – zumindest erst einmal. Testweise.
Altstadt-Bewohner Martin Haindl von den Grünen hat den Antrag unterzeichnet – seine Argumentation klingt verlockend: Mehr Raum für Menschen, weniger Blech, deutlich mehr Aufenthaltsqualität. Ein Verkehrsversuch soll zeigen, ob die Vision einer belebten Flaniermeile funktioniert oder ob das Experiment unerwünschte Nebenwirkungen hat. Denn die Skepsis bei den Gewerbetreibenden wird groß sein. Wer kauft noch ein, wenn man nicht mehr vor die Tür fahren kann? Und rollt die nächste Verkehrswelle dann schlicht durch die benachbarten Straße?

Ganz ohne Autos soll es aber auch nach dem Grünen-Vorstoß nicht gehen. Das Konzept setzt auf Schranken mit Maß: Anlieger, Lieferanten, Müllabfuhr und Einsatzkräfte bleiben weiterhin im Boot. Versenkbare Poller sollen im Notfall den Weg für Feuerwehr und Rettungsdienst im Handumdrehen freimachen, während Speziallösungen – etwa für das Auslieferungsfahrzeug der Firma Reinecke – ausdrücklich eingeplant sind. Selbst ein Wendebereich für Transporter ist vorgesehen, um wildes Rangieren im Keim zu ersticken.
Kritisch wird vor allem der Überweg von der bestehenden Fußgängerzone zur Unteren Hauptstraße: Hier muss exakt geprüft werden, wie der Busverkehr flüssig bleibt und wohin sich der verbleibende Verkehr verlagert.
Der Beschlussvorschlag für den Ortsbeirat Kernstadt bringt es auf den Punkt: Die Untere Hauptstraße soll versuchsweise zur Fußgängerzone werden, um illegalen Schleichverkehr konsequent auszusperren – während Lieferanten, Retter und das lokale Gewerbe ihr grünes Licht behalten. Darüber sollte im Arbeitskreis Innenstadt gesprochen werden.
Die Debatte ist eröffnet! Es wird spannend: Finden die Mitglieder des Arbeitskreises – und danach die Stadtverordneten – den Mut zum Experiment? Oder versickert der Vorstoß mal wieder in der gewohnten Hofem-Schlofem-Trägheit?
TR


Mit welchem Budget???
Klar, die Lieferanten müssten schon hinkommen.
Braucht man wirklich 5 parallele Strassen – Kirschgarten bis Hauptstraße??? Auf wenigen hundert Metern?
Hauptstraße zu, mit Pollern/Zeitsteuerung für Lieferanten
Bushaltestelle verlegen
Alle 4 restlichen Straßen zu Einbahnen – zum Beispiel
Ich wiederhole mich wie eine tibetanische Gebetsmühle – wir brauchen ein ganzheitliches Mobilitätskonzept für den inneren Kern der Stadt und keine „Sarotti-Methode – hier ein Stückchen, da ein Stückchen“. Mal ist es die untere Hauptstraße, dann die obere Hauptstraße, dann ist es das Parken, dann ist es der Durchgangsverkehr – jeden Tag wird eine andere Sau auf die Gasse getrieben.
Wofür stimme ich: für den Arbeitskreis Innenstadt. Dort sollte jetzt die Musik für ein Gesamtkonzept Innenstadt spielen unter besonderer Berücksichtigung der historischen Altstadt (Achtung, hier treten die Altstadtbewohner direkt von ihrem Grundstück in den öffentlichen Bereich, wollte ich nur mal zu bedenken geben).
Darf ich zum Schluss nochmals auf einen internationalen Begriff zurückkommen. Hier redet man nicht mehr über den Verkehr mit irgendeinem Vehikel, sondern über Mobilität. Und das ist mein Anliegen „Wie sieht die Mobilität in der Innenstadt zukünftig aus, wobei wie gesagt die Besonderheit der historischen Altstadt“ zu berücksichtigen ist. Es wäre großartig, wenn wir mal, wie auch immer es zustande kommt, eine vernünftige Aufgabenstellung aufs Papier bekommen.
Und bitte nicht immer wieder „Sponti-Einfälle“ für Teilabschnitte.
Es wäre gar nicht schlecht – und gut für Fußgänger UND die Geschäfte, wenn die kleine Untere Hauptsraße endlich mal zur Fußgängerzone ausgewiesen würde. Dann aber komplett, Lieferanten nur bis 10:00Uhr !
Der Bus kann ja durch die Straße „Im Angel“ fahren.
Ich habe diesen Umbau von Straße zu Fußgängerzone als Jugendlicher in Lüneburg erlebt, wo zuerst 75% der Bürger dagegen waren. Schon nach 1/2 Jahr bemerkten sie aber, wie wohltuend der Umbau war…
Und klar: es gibt immer Leute mit anderen Meinungen, die dann hier lautstark vertreten werden…