Feierabendmarkt: Letzte Runde auf dem Ludwig-Meidner-Platz
Am Donnerstag dieser Woche lädt Hofheim zum vorerst letzten Feierabendmarkt des Jahres. Die Veranstaltung stand zuletzt heftig in der Kritik. Der Vorwurf: Die Stadtverwaltung tritt zwar als Organisator auf, verzichtete aber trotz chronisch leerer Stadtkasse auf angemessene Standgebühren. Immerhint: Flossen in den Vorjahren noch fünfstellige Summen aus Steuergeldern an die Händler, decken leicht angehobene Gebühren inzwischen wenigstens die Kosten. Auf ein echtes Plus für die Stadtkasse wird jedoch weiterhin verzichtet. Die Begründung aus dem Rathaus, der Markt sei ein „Frequenzbringer“, bleibt dabei eher Wunschdenken, das durch keinerlei Zahlen belegt ist. Dass die Stadt das Event nicht nur organisatorisch, sondern auch medial stark unterstützt, zeigt die folgende Pressemitteilung, die von der Rathaus-Pressestelle erstellt und heute verschickt wurde:
Letzte Gelegenheit italienische Backwaren, edle Feinkost, leckeres Bier und guten Wein auf dem beliebten Hofheimer Feierabendmarkt zu genießen. Am Donnerstag, 16. Juli 2026, bietet der Ludwig-Meidner-Platz ein letztes Mal für dieses Jahr das perfekte Ambiente. Dort laden die Gastgeberinnen und Gastgeber zum Verweilen und Genießen ein – einen Donnerstag mehr, als ursprünglich geplant, aber wieder von 16 bis 22 Uhr. Der Markt wurde auch in dieser Saison hervorragend angenommen. Einzig die extreme Hitze im Juni verpasste der Stimmung im Juni einen kleinen Dämpfer.
Das Angebot: Freunde der Bierkultur werden am Stand der Taunusbraumanufaktur GmbH von Marcel Reimer und Jascha Wolf mit „Taunus hell“ vom Fass bestens versorgt. Cocktails, Longdrinks und Aperitifs „mit“ oder „ohne“ gibt es an den Ständen der Orientierbar von Christian Schroff und bei KS4 Drinks on Tour von Mohammed Jendoubi. Apfelwein und Apfel-Chardonnay werden vom zertifizierten Apfelweinwirt Gerardo, Gerhard Knoblauch, kredenzt. Das Vino d´Italia Weindepot, unter der Leitung von Lucas Schleß, hält eine große Auswahl an italienischen und deutschen Weinen, bei kalter Witterung sogar Glühwein, bereit. Am Stand des Johanneshofs der Familie Pauly werden Erdbeersecco, Apfelwein und immer neue Ideen an Spritzgetränken ausgeschenkt. Zudem gibt es dort auch feldfrische Erdbeeren. Hauptsächlich Cremant aber auch kühle Weine sind am Stand von Wine Whisper von Axel Eisenkopf erhältlich. Aus einem umgebauten Pferdeanhänger heraus bietet Adrianna Felczerek ausgesuchte Weine und sogar Slush-Wein-Getränke an.
Das Angebot wird durch die Schreinerei Schneidholz, Clemens Müller, mit seinen Schneidebrettern aus Massivholz abgerundet, der seinen Stand in Personalunion mit FR-Champagner – Harald Friedrich betreibt.
Für gute Speisen sorgen Senora Francesca Vitrano mit italienischen Backwaren sowie Arancine, Calzoni, Bruschetta oder Tiramisu und der Verkaufswagen von Sky-Feinkost mit Cremes, eingelegten oder gefüllten Gemüse. Der Kommunikationsdesigner, Thomas Ficht, backt mit Oli Flammkuchen und der Foodtruck von Petros Stassos bietet Burger mit und ohne Fleisch an. Der beliebte Bratwurst-Stand vom Wochenmarkt von Dennis Martin ist ebenso vertreten.
Die Veranstaltung war in diesem Jahr kostendeckend kalkuliert. Das bedeutet, dass die Stadt Hofheim keinen Zuschuss gezahlt hat. Durch die Durchführung der Veranstaltungsreihe am Stück, wird ein Teil der Mietkosten für die Stromverteilerkästen und Wasserzapfstellen eingespart. Auch entfiel in diesem Jahr die aufwendige Errichtung von Barrieren zum Schutz vor Überfahrttaten, was zusätzliche Kosten einspart. Außerdem wurden die Gebühren für die Standbetreiber erhöht.
Blickt man zurück, ging der Feierabendmarkt im Jahr 2023 versuchsweise an den Start. Nach einer Umfrage unter den Gastronomiebetrieben, örtlichen Landwirten, den Wochenmarkt-Beschickern und mit der Unterstützung des Gewerbevereins IHH fanden sich zehn Betriebe an einem sonnigen Nachmittag Ende April zwischen Stadtmuseum, Haus der Vereine und Wasserschloss ein und wagten das Experiment Feierabendmarkt.
Durch den örtlichen Bezug der Händlerinnen und Händler, die schöne Location und dem familiären Miteinander etablierte sich der Feierabendmarkt schnell zu einem beliebten Treffpunkt. Bis heute sind die meisten „Gründungsmitglieder“ noch als Gastgeberinnen und Gastgeber dabei, haben sich in der Ausstattung der Stände weiterentwickelt und das Angebot stetig verfeinert. Wenige sind ausgeschieden, einige neu dazugekommen.
Quelle: Stadtverwaltung

