Doppelter Hoepffner-Preis – Ausstellung startet im Stadtmuseum Hofheim
Mit dem Marta Hoepffner-Preis für Fotografie blickt Hofheim in diesem Jahr nicht nur auf herausragende zeitgenössische Fotokunst, sondern auch auf ein besonderes Jubiläum: Seit 25 Jahren fördert die Marta Hoepffner-Gesellschaft in der Kreisstadt junge künstlerische Positionen. Der diesjährige Preis wird erstmals doppelt vergeben – an Daniela Duckwitz und Zexuan Zeng. Ihre Arbeiten zum Thema „Hinter dem Spiegel“ sind ab Juli im Stadtmuseum Hofheim zu sehen.
Die beiden Kunstschaffenden beschäftigen sich in ihren Fotografien mit Erinnerung, familiärer Geschichte und den Spuren historischer Ereignisse. Duckwitz arbeitet dabei mit teils verblassten Bildern aus Familienarchiven, während Zeng in Ruinen ehemaliger Festungsanlagen aus dem Zweiten Weltkrieg fotografiert. Beide nähern sich Fragen von Flucht, Bedrohung und den Nachwirkungen vergangener Generationen – und stellen zugleich Bezüge zu heutigen Krisen her.
Die Jury hob besonders hervor, wie beide Positionen mit Überlagerungen, Spiegelungen, Leerstellen und Fragmenten arbeiten. Sichtbares und Verborgenes greifen ineinander, Bild- und Bedeutungsebenen verschmelzen. Trotz aller Unterschiede eint beide der reflektierte Umgang mit den technischen und materiellen Möglichkeiten der Fotografie.
Eigentlich war für den bundesweit ausgeschriebenen Preis lediglich ein Preisgeld von 3.000 Euro vorgesehen, gestiftet von der The Gingko Foundation. Weil die Jury jedoch beide Arbeiten gleichermaßen für preiswürdig hielt, entschied der Vorstand der Marta Hoepffner-Gesellschaft spontan und einstimmig, ein zweites Preisgeld in gleicher Höhe bereitzustellen. Duckwitz und Zeng erhalten damit jeweils 3.000 Euro.
Zu sehen sind ihre Arbeiten ab dem 12. Juli im Stadtmuseum Hofheim. Dort zeigt die Ausstellung „Hinter dem Spiegel. 9. Marta Hoepffner-Preis für Fotografie“ bis zum 30. August neben den beiden Preisträgern auch Werke weiterer ausgewählter Künstlerinnen und Künstler, darunter Jule Ehlenz, Alime Ertürk, Jette Held, Cenney Höhn, Reyhan Kolosoglu, Alexander Meyer und Anika Spereiter. Begleitend erscheint ein Ausstellungskatalog.
Die Ausstellung markiert zugleich ein Jubiläum: Die Marta Hoepffner-Gesellschaft für Fotografie feiert ihr 25-jähriges Bestehen. Seit ihrer Gründung im Jahr 2001 widmet sich der Verein dem Andenken an die Hofheimer Fotografin Marta Hoepffner (1912–2000), die nach dem Zweiten Weltkrieg mit ihrer privaten Fotoschule in Hofheim wichtige Impulse für die künstlerische Fotografie setzte und Bauhaus-Traditionen weiterführte.
In einer zusätzlichen Kabinettausstellung werden deshalb auch Arbeiten früherer Preisträgerinnen und Preisträger aus den Jahren 2002 bis 2023 gezeigt. Unterstützt wird die Ausstellung durch die Gemeinnützige Kulturfonds Frankfurt RheinMain GmbH.
Unser Bild oben zeigt eine Arbeit von Zexuan Zeng: Untitled – aus der Serie How to Cross the Strait, No.3, analoge Schwarzweißfotografie, Pigmentdruck, 2025.
Quelle: Stadtverwaltung/Marta Hoepffner-Gesellschaft für Fotografie


