Lorsbacher in Sorge: Seriendiebe gefährden „Paolos nahkauf Box“

Lorsbacher in Sorge: Seriendiebe gefährden „Paolos nahkauf Box“
Bei der Eröffnung von „Paolos nahkauf Box“ zeigten sich HWB-Geschäftsführer Norman Diehl – die städtische Wohnungsbaugesellschaft hat das Geschäft verpachtet –, Erster Stadtrat Daniel Philipp, Ortsvorsteherin Jasmin Georg und Paolo Pannella, der Betreiber der „nahkauf Boxen“.

Das ist mehr als ärgerlich: Ein der Polizei bekannter Straftäter klaut regelmäßig in „Paolos nahkauf Box“ in Lorsbach. Der Schaden ist längst hoch vierstellig. „Wenn das so weitergeht, droht uns womöglich das Aus“, sagt Ladeninhaber Paolo Pennella.

Als der Mini-Supermarkt im Mai dieses Jahres mitten in dem Hofheimer Stadtteil eröffnet wurde, freute sich ganz Lorsbach: Endlich wieder ein Geschäft in Laufweite, das die Versorgung mit frischen Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs sicherstellt. Für Ladenbetreiber Paolo Pennella hörte der Spaß allerdings bald auf:

Schon wenige Wochen nach der Eröffnung kam nachts ein Mann in den Laden, stopfte sich mitgebrachte Taschen voll – und verschwand ohne zu bezahlen. Und dann kam er wieder, mehrmals sogar. Pannella: „Anfangs nahm er Red Bull-Dosen und Schokolade mit, dann aber auch Kaffee, Lebensmittel und sogar Waschmittel.“

Bei dem Geschäft handelt es sich um einen „Walk-In Store“. Kunden können dort auf einer Verkaufsfläche von rund 120 Quadratmetern täglich 24 Stunden einkaufen. Man öffnet mit der EC- oder Kreditkarte die Eingangstür, stellt in Ruhe den Einkauf zusammen und bezahlt bargeldlos an einer Self-Checkout-Kasse. Alles ganz einfach, wenn alle mitspielen. In Langenhain und Wildsachsen, wo es ebenfalls je eine Paolo-Box gibt, funktioniert das reibungslos. „Da gibt’s keine Probleme“, sagt Paolo Pennella.

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Zum Vergrößern anklicken: Das Plakat in „Paolos nahkauf Box“.

In Lorsbach dagegen beläuft sich sein Schaden auf mittlerweile über 5.000 Euro – reiner Warenwert wohlgemerkt, Ärger und Aufwand kommen obendrauf. „Das ist etwas zu viel Verlust“, sagt Paolo Pennella offen. Das könne sich ein Unternehmen nicht allzu lange leisten.

Wird ein Dieb erwischt, ist er für die Polizei leicht identifizierbar – er hat ja seine EC-Kartendaten hinterlassen. Paolo Pennella: „Die Karte wird von uns natürlich umgehend gesperrt. Aber der Täter hat offenbar Zugriff auf weitere Karten – er kam mehrmals wieder.“ Inzwischen ist der Laden auch Ziel weiterer Diebe geworden – Pannella vermutet, dass sich die Täter untereinander kennen: „Die lassen alle immer dieselben Sachen mitgehen.“

Da schwingt auch etwas Unverständnis für das Vorgehen der Behörden mit: Kameras in dem Geschäft haben die Diebstähle aufgezeichnet, und der erste Täter konnte schnell ermittelt werden. Er ist angeblich wohnsitzlos und bereits aktenkundig wegen diverser Diebstähle und Körperverletzung. Die Polizei hat ihre Arbeit gemacht, alles Weitere ist Sache der Justiz. Dort sieht man aber offenbar keinen dringenden Handlungsbedarf. Und so machen die Täter munter weiter.

Die geografische Lage von Lorsbach bietet nach Einschätzung von Pannella eine Erklärung, warum ausgerechnet hier – und nicht in Langenhain und Wildsachsen – die Diebe auftauchen: „Lorsbach hat einen Bahnhof. Die kommen aus Frankfurt, machen sich hier ihre Taschen voll – und verschwinden wieder.“

Um den Schaden zu reduzieren, hat er nur begrenzte Möglichkeiten. Er hat Produkte aus den Regalen genommen, die bei den Dieben besonders beliebt waren. Zudem hängte er Plakate aus, die darüber informieren, dass die Regale aktuell „nur noch eingeschränkt und sporadisch aufgefüllt“ werden.

Und nicht zuletzt setzt Paolo Pennella auf die Dorfgemeinschaft und appelliert an die Lorsbacher: „Melden Sie verdächtige Beobachtungen. Nur gemeinsam können wir konsequent gegen wiederholte und organisierte Diebstähle vorgehen.“ Das ist die Hoffnung: dass Lorsbach sein frisch gewonnenes Stück Lebensqualität nicht kampflos wieder verliert.

HN

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