Amazon kauft komplettes Gewerbegebiet in Diedenbergen – Kommt jetzt ein Rechenzentrum?

Amazon kauft komplettes Gewerbegebiet in Diedenbergen – Kommt jetzt ein Rechenzentrum?
DIE Amazon Web Services sind für den Internetkonzern inzwischen ein zentrales Geschäft.

Jetzt steht es definitiv fest: Die Cloud-Sparte von Amazon hat das Gewerbegebiet „In der Lach“ in Diedenbergen erworben. Das teilt die Stadtverwaltung mit. Auf den Flächen direkt neben dem Autobahnanschluss soll wahrscheinlich ein Rechenzentrum entstehen.

In der Mitteilung des Rathauses heißt es wörtlich: „Die Flächen für das geplante Gewerbegebiet In der Lach im Hofheimer Stadtteil Diedenbergen sind verkauft. Die Krieger Grundstücksgesellschaft (KGG) hat das Grundstück an Amazon Web Services (AWS) veräußert. Obwohl die Entwicklungspläne noch nicht endgültig feststehen, führt AWS derzeit eine Sorgfaltsprüfung durch, um das Potenzial des Standorts als Rechenzentrumsstandort zu prüfen. Zusammen mit der KGG hat AWS nun erste allgemeine Informationen zum Unternehmen gegeben und dabei den Willen zur Zusammenarbeit mit der Stadt Hofheim betont.

Mit dem Verkauf an ein Weltunternehmen geht ein unrühmliches Kapitel Hofheimer Stadtpolitik in die Zielgerade. Die landwirtschaftlichen Flächen am Diedenbergener Ortsausgang – rund 100.000 Quadratmeter – hatte sich vor Jahrzehnten Kurt Krieger gesichert, ein Milliardär aus Berlin, dem unter anderem die Möbelhauskette Höffner gehört. Die Umwandlung in ein Gewerbegebiet wurde ihm jedoch über all die Jahre nicht zugestanden.

Als Polar-Mohr vor gut fünf Jahren in die Insolvenz schlitterte, von einem Wiener Investor übernommen wurde und ein neues Firmengelände benötigte, sah Krieger seine Chance – und fand in CDU-Bürgermeister Christian Vogt einen willfährigen Unterstützer: Der drängte das Stadtparlament, die Ackerflächen hinter Diedenbergen in ein Gewerbegebiet umzuwandeln. Dort könnte, so verkündete Vogt, ein neues Firmengelände für Polar-Mohr entstehen, außerdem sollten dem lokalen Handwerk Grundstücke angeboten werden, die angeblich dringend benötigt würden. Angesichts der Drohung, mit einem Nein Hunderte Arbeitsplätze zu gefährden, stimmte das Stadtparlament mehrheitlich zu.

Inzwischen sind alle Pläne und Versprechungen Makulatur. Das Traditionsunternehmen Polar-Mohr existiert nicht mehr. Die Errichtung eines Möbelhauses wurde letztlich untersagt. Von Plänen, hier lokales Handwerk anzusiedeln, wurde nie wieder gesprochen.

amazon
Links geht’s auf die Autobahn; die landwirtschaftlichen Flächen rechts hat sich jetzt ein Amazon-Tochterunternehmen gesichert.

Mit Amazon Web Services kommt jetzt ein globaler Gigant in die Kreisstadt. AWS ist die Cloud-Plattform von Amazon; vereinfacht gesagt: Unternehmen können dort IT-Leistung wie Strom aus der Steckdose nutzen – genau dann und in der Menge, in der sie sie brauchen.

AWS bietet mehr als 200 Dienste, etwa für Rechenleistung, Datenspeicherung, Datenbanken, Netzwerke, IT-Sicherheit und Künstliche Intelligenz. Diese Dienste laufen in Rechenzentren, die weltweit verteilt sind, und werden in der Regel nutzungsabhängig bezahlt. Mit fast 30 Prozent Marktanteil ist AWS weiterhin der weltweit größte Anbieter für Cloud-Infrastruktur. Dahinter folgen Microsoft Azure mit etwa 20 Prozent und Google Cloud mit rund 15 Prozent.

In der Mitteilung der Stadtverwaltung heißt es noch: „Informationen zum Vorhaben sollen in der Sitzungsrunde der städtischen Gremien im Oktober gegeben werden. AWS wird dann den Magistrat, den Ortsbeirat Diedenbergen sowie den Planungsausschuss über das Vorhaben informieren und deren Fragen direkt beantworten.“

Quelle: Stadtverwaltung / HN

2 Kommentare zu “Amazon kauft komplettes Gewerbegebiet in Diedenbergen – Kommt jetzt ein Rechenzentrum?

  1. Hofheim macht die Tore auf Daten machen Dauerlauf (Richtung USA)…
    Prima in amerikanischen Unternehmen gilt amerikanisches Recht und von dort kann Trump und Co Daten sieben bis hin zur Unternehmensspionage.
    Bitte hört Mal hier rein:
    https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:33ac89c53fcc4982/
    Die Haltung, dass Hofheim sich daneben selbst das Wasser als eigene Ressource abgraebt und bald die Bürger für die Versorgung mehr bezahlen ist realistisch.

    Hofheim hat ein Talent wirklich Alles falsch zu machen.

  2. Des größte Manko bei einem Rechenzentrum ist der Wasserverbrauch. Vielleicht kann man AWS bewegen, das Wasser aufzubereiten anstatt einfach nur Trinkwasser zu verbrauchen. Anbindungen an Fernwärme könnte auch sinnvoll sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

© 2026 Hofheim-News | Impressum | Datenschutzerklärung