Vier Jahre gesucht, jetzt die Lösung gefunden: 2027 zieht Straßenverkehrsamt um
Das Thema hat eine gewisse Tradition: „Straßenverkehrsamt soll umziehen – Kreis sucht neuen Standort“, titelten die Lokalzeitungen bereits im Jahr 2022. Gefühlte Äonen später hat man endlich eine Lösung gefunden, die eigentlich naheliegend war: Das Straßenverkehrsamt des Main-Taunus-Kreises soll bis Ende nächsten Jahres direkt ins Landratsamt ziehen.
Das bisher angemietete Gebäude „In den Nassen 2“ in Hofheim wird aufgegeben, der Vertrag soll gekündigt werden. Bislang überwies der Kreis dafür Monat für Monat eine stattliche fünfstellige Summe an den privaten Eigentümer. Man darf annehmen, dass in der Kreiskasse beim Gedanken an diese künftige Ersparnis kollektives Aufatmen einsetzt.
Landrat Michael Cyriax verkauft das Ganze natürlich – wie es sich für einen Vollblut-Verwaltungsprofi gehört – als Service-Offensive: „Wer etwas bei der Kreisverwaltung erledigen möchte, soll möglichst viele Angebote gebündelt an einer Adresse finden“, schreibt er. „Mit dem Umzug der Straßenverkehrsbehörde wollen wir auch deutlich bessere Raumbedingungen für dieses Amt bieten.“
Klingt modern. Die Realität sieht freilich etwas bodenständiger aus: Seit Jahr und Tag leiden das Amt und seine Besucher unter chronischer Platzangst. Die Kreisverwaltung formuliert es in einer Pressemitteilung gewohnt diplomatisch: Enge und Raumaufteilung stellen „den Kreis seit Jahren insbesondere bei der Steuerung der Kundenströme vor Herausforderungen“. Im Klartext: Wer dort ein Auto anmelden will, braucht nicht nur Geduld, sondern vor allem sehr, sehr viel Geduld. Seit Jahren wird deshalb über die Anmietung von neuen Räumlichkeiten oder sogar Neubauten nachgedacht – beides blieben meist Luftschlösser.
Nun hat der Landrat seinen Verwaltungssitz in Marxheim bekanntlich um einen imposanten Anbau erweitert. Statt der ursprünglich veranschlagten 33 Millionen Euro stehen inzwischen über 50 Millionen Euro zu Buche. Aufkommen müssen für diesen steuerfinanzierten Höhenflug die Kommunen, die finanzpolitisch allerdings längst aus dem letzten Loch pfeifen.
Da wären noch höhere Kosten für einen komplett neuen Standort des Straßenverkehrsamtes selbst dem geduldigsten Bürger wohl kaum noch vermittelbar gewesen. Umso praktischer, dass der 50-Millionen-Neubau auf dem Hofheimer Hochfeld offenbar so großzügig dimensioniert wurde, dass nun auch noch die Kfz-Zulassung problemlos mit hineinpasst.
Cyriax jedenfalls gibt sich optimistisch: „Wir wollen unseren Kundenservice weiter verbessern. Eine praktische Voraussetzung dafür sind auch optimale räumliche Gegebenheiten, wie wir sie bis zum Einzug des Straßenverkehrsamtes schaffen wollen.“
Bis Ende 2027 soll das Projekt abgeschlossen sein. Warten wir’s ab: Bei anderen größeren Projekten – ob bei der Kreishauserweiterung oder auch beim Kreishallenbad – sprengt das Landratsamt bisher nicht nur die Kosten um etliche Millionen, sondern zieht auch den Zeitplan um Jahre in die Länge.
Quelle: Kreisverwaltung / TR

