Windräder im Stadtwald: Bricht Hofheims Geldnot ein politisches Tabu?
Es ist das Steckenpferd der Grünen – nun setzen sie zum Galopp an, diesmal mit einem neuen Argument: Windkraft soll nicht nur dem Klimaschutz dienen, sondern auch die klammen Stadtfinanzen entlasten. Dafür haben sie einen überraschenden Verbündeten gefunden: Auch die Wählergemeinschaft „Bürger für Hofheim“ (BfH) stellt sich inzwischen hinter Windräder auf Hofheimer Gemarkung. Doch der Preis für die Energiewende vor Ort könnte hoch sein: Wertvolle Waldflächen müssten weichen, während der finanzielle Nutzen für die Stadt überschaubar bleibt. Und: Längst geht es nicht mehr nur um die Frage, ob Windkraft in Hofheim sinnvoll ist – sondern auch darum, wie belastbar politische Überzeugungen sind, wenn die Haushaltslage den Blickwinkel verändert.
Hofheims Lokalpolitik navigiert derzeit im Blindflug. Die Kassen sind leer, die Not ist groß, und die Suche nach neuen Einnahmen gleicht inzwischen einer Lotterie.
Die hauptamtliche Rathausspitze setzt auf das altbewährte Rezept: Gebühren bis zum Anschlag, Steuern hoch und höher. Die ehrenamtlichen Lokalpolitiker dagegen stehen vor den Trümmern ihrer Zukunftsoptionen. Die Möglichkeiten sind überschaubar: Man könnte städtische Immobilien verscherbeln. Oder Waldflächen an den Bund abtreten, um sie sich selbst zu überlassen und dafür fürstlich abzukassieren. Oder neue Gewerbegebiete ausweisen, was freilich den Bauern die Äcker unter dem Pflug wegzieht.
Wie groß der politische Eifer inzwischen ist, zeigen zwei Anträge, die auf Initiative der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Bettina Brestel innerhalb kurzer Zeit eingereicht wurden und demnächst in den Gremien besprochen werden müssen:
Erst vor wenigen Tagen forderten die Grünen gemeinsam mit der Wählergemeinschaft „Bürger für Hofheim“ (BfH) den Magistrat auf, weitere Flächen auf Hofheimer Gemarkung auf ihre Eignung für Windkraftanlagen prüfen zu lassen. Vor rund 20 Jahren wurden Gebiete westlich von Langenhain für nicht geeignet erklärt – aus Lärmschutzgründen, weil Wohnhäuser in der Nähe sind. Es könnte sich durchaus lohnen, ausgeschiedene Flächen wieder in Betracht zu ziehen – meinen Grüne/BfH.
In einem zweiten Antrag, der erst jetzt veröffentlicht wurde, wird ein fast entschuldigender Ton angeschlagen, unter dem der verzweifelte Druck der Haushaltslage deutlich durchklingt: „Wir alle suchen Auswege aus der kommunalen Finanzkrise. Hofheim ist erheblich verschuldet und wir müssen Wege finden, um zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen.“
Es folgt der wirtschaftliche Hoffnungsschimmer: Die hessische Landesregierung habe den Entwurf eines Gemeinde-Energie-Beteiligungsgesetzes vorgelegt. Danach sollen die Betreiber von Wind- und Solaranlagen den Kommunen künftig 0,2 Cent je erzeugter Kilowattstunde zahlen. Vor diesem Hintergrund soll der Magistrat ermitteln, welche Einnahmen durch Windkraftanlagen – einschließlich Pachtzahlungen und Gewerbesteuer – für Hofheim möglich wären. Zudem soll die Stadtverwaltung prüfen, welche Förderprogramme infrage kommen und ob sich Bürgerinnen und Bürger über Energiegenossenschaften, Anleihen oder vergünstigte Stromtarife beteiligen könnten.
Auf den ersten Blick klingt der Plan nach einer Win-win-Idee: Die Stadt erzielt zusätzliche Einnahmen und leistet zugleich einen Beitrag zur Energiewende. Doch es gibt gleich mehrere gravierende Haken.
Der erste: Windräder lassen sich nicht beliebig aufstellen. In Hofheim sind lediglich rund 53 Hektar als Vorrangflächen für Windenergie ausgewiesen – und die liegen ausgerechnet mitten im Stadtwald. Betroffen wären Waldgebiete zwischen Langenhain, Lorsbach und Wildsachsen sowie eine weitere Fläche zwischen Diedenbergen, Marxheim, Wallau und Breckenheim.
Der zweite Haken: Die finanzielle Ernte fällt erstaunlich bescheiden aus. Im Hofheimer Klimaschutzbericht heißt es: „Bei der Installation von bis zu sieben möglichen Windenergieanlagen“ ergebe sich „eine Gesamtleistung von ungefähr 100.000 MWh pro Jahr“. Die Rechnung ist schnell gemacht: Bei einer kommunalen Beteiligung von 0,2 Cent je erzeugter Kilowattstunde blieben für Hofheim gerade einmal rund 200.000 Euro jährlich.
Zum Vergleich: Mit diesem Betrag ließe sich die Grundsteuer B gerade mal um etwa 14 Punkte senken. Das wäre angesichts eines geplanten Hebesatzes von künftig über 2.000 Prozent kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.
Ist ein massiver Eingriff in den Stadtwald für einen jährlichen Zusatzertrag von rund 200.000 Euro tatsächlich verhältnismäßig?

Und dann bleibt noch die vielleicht größte Hürde: die politische Glaubwürdigkeit. Über Jahre hinweg wurde den Hofheimern immer wieder versichert, dass der Langenhainer Wald von Windkraftanlagen verschont bleiben werde. Gilt dieses Versprechen plötzlich nicht mehr? Soll es wirklich stillschweigend einkassiert werden – und die Geldnot ein politisches Tabu brechen?
Genau darin liegt die politische Brisanz. Die Grünen regieren im Stadtparlament gemeinsam mit der BfH und der SPD als „Bündnis für Hofheim“ – ausgestattet mit einer denkbar knappen Mehrheit von nur einer Stimme. Das Thema Windkraft im Stadtwald könnte diese Allianz auf eine harte Probe stellen.
Denn die SPD hat sich über Jahre ganz klar positioniert. Windkraftanlagen im Hofheimer Wald lehnten die Sozialdemokraten bislang konsequent ab. Diese Haltung zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Politik. Ein kurzer Blick in den Rückspiegel der Lokalpolitik: Bereits vor zehn Jahren hielten CDU, SPD, FDP und FWG in einer Kooperationsvereinbarung fest, dass Windkraftstandorte in Hofheim wegen der „bereits hochbelasteten Lage (Lärm und Hochspannungsleitungen)“ nicht befürwortet werden.
Bei dieser Linie blieb die Hofheimer SPD über ein Jahrzehnt – bis hinein in den Kommunalwahlkampf 2026. Noch im März erklärte der Parteivorsitzende Aaron Kowacs unmissverständlich: Die Partei „steht zur Energiewende, hält Windkraftanlagen auf den Vorrangflächen auf Hofheimer Gemarkung aber weiterhin nicht für den richtigen Weg“.
Sollte die SPD ihre Haltung jetzt wirklich aufgeben, müsste sie den Wählerinnen und Wählern erklären, was sich an den damaligen Argumenten grundlegend geändert hat.
Auch die übrigen Fraktionen haben sich in der Vergangenheit eindeutig positioniert. Die CDU zeigte sich im letzten Wahlkampf zwar grundsätzlich technologieoffen, lehnte Windkraftanlagen im Langenhainer Wald jedoch weiterhin kategorisch ab. Ihr Vorsitzender Jens Fleck verwies als Begründung auf die „topografischen, ökologischen und kulturellen Besonderheiten des Gebietes“, die aus CDU-Sicht klar gegen einen solchen Eingriff sprechen.
Die FDP schlug in dieselbe Kerbe. Die Liberalen sprachen sich gegen Windkraftanlagen im Langenhainer Wald aus, „da diese zu erheblichen Beeinträchtigungen von Flora und Fauna führen würden“.
Auch die FWG bezog klar Stellung: „Die Errichtung von Windkraftanlagen auf Hofheimer Gemarkung sehen wir aufgrund von Interessenkonflikten als nicht sinnvoll an.“
Die Linken dagegen, die sich gerne als engagierte Verteidiger des Stadtwaldes geben, schlagen diesmal einen anderen Kurs ein: Sie unterstützen den Vorstoß der Grünen. Fraktionsvorsitzende Anita Vogt hat den Antrag bereits mitunterzeichnet.
Für besonderen Gesprächsstoff dürfte jedoch die Unterschrift von Tanja Lindenthal unter dem Antrag sorgen. Sie ist Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Hofheim“, jener Wählergemeinschaft, die Windkraftanlagen auf Hofheimer Gemarkung bislang äußerst kritisch gesehen hat, „da sich die ausgewiesenen Vorranggebiete im Wald befinden und der Schutz dieses Ökosystems für uns Priorität hat“.
Genau deshalb wird die Debatte über Windkraft weniger zur Energiefrage werden als zu einem Glaubwürdigkeitstest. Denn wer die Natur als Ökosystem gegen Gewerbegebiete verteidigt, den Stadtwald aber für Windräder zur Disposition stellt, muss erklären, warum unsere Natur plötzlich unterschiedlich schützenswert sein soll.
Es bleibt spannend in Hofheim.
TR


**Jetzt wird’s endgültig vogelwild.**
13 Hektar Gewerbegebiet an **Autobahn und ICE-Strecke**? Für die Grünen ein Tabubruch. Trotz Millionen-Einnahmen aus Grundstücksverkauf, langfristiger Gewerbesteuer und neuer Arbeitsplätze.
Aber **53 Hektar Windkraft im Stadtwald**? Plötzlich eine großartige Idee. Für einen finanziellen Nutzen von gerade einmal rund **200.000 Euro pro Jahr**.
Mit anderen Worten: Gegen ein Gewerbegebiet, das die Stadtkasse nachhaltig stärken kann. Dafür ein massiver Eingriff in den Wald für einen Betrag, der im Hofheimer Haushalt kaum mehr als Rundungsfehler ist.
Das ist kein Naturschutz. Das ist Ideologie mit Taschenrechner.
Wer 13 Hektar Acker an Autobahn und ICE ablehnt, aber 53 Hektar Wald für Windräder opfern will, sollte künftig nicht mehr behaupten, es gehe ihm in erster Linie um den Schutz der Natur.
**Natur scheint eben unterschiedlich schützenswert zu sein. Je nachdem, wer daran verdient.**
Bei dem Antrag geht es eben gerade nicht darum Windkraft in den Wald zu stellen, sondern zu prüfen, ob es andere Stellen gibt die die Natur nicht so stark belasten.
Zitat aus dem Antrag:
Im Entwurf des Teilplans Erneuerbare Energien (TTPE) von 2016 gab es Potenzialflächen für die Nutzung von Windenergie, die aufgrund von standortbezogenen Belangen (z.B. Denkmalschutz, Landschaftsbild, Erschließung) ausschieden, so dass nur noch die heute ausgewiesenen Windvorrangflächen übrig blieben.
Beschlussvorschlag
Der Magistrat möge prüfen, ob neben den aktuell ausgewiesenen Windvorrangflächen die ehemaligen Potenzialflächen für die Nutzung von Windenergie auf Hofheimer Gemarkung in Frage kommen.
Hintergrund:
Die festgesetzten liegen alle im Stadtwald…
Oje, da kommt gerade einiges durcheinander. Wer die Klimakrise ernst nimmt, sucht Wege aus den fossilen Energien. Ich denke, soweit sind wir uns alle einig. Dass Wälder anderen Orts abgebaggert werden, um an die Braunkohle zu kommen, scheint ja für Hofheimer weniger problematisch.
Nun zu den Fakten: Die Windvorrangflächen von Hofheim liegen überwiegend in FFH-Gebieten, also in von der EU besonders geschützten Naturflächen. Dort gilt (zum Glück) das Verschlechterungsverbot. Die Durchsetzung dieser Vorgabe (mit Blick auf die Beförsterung) hat übrigens meiner Partei bereits viel Zeit und Kraft gekostet.
Damit verbleiben nur noch wenige Hektar für den Bau möglicher Windräder übrig. Dass diese Restfläche auch noch neben einem FFH-Gebiet in Wildsachsen liegt, bereitet auch den Linken ein großes Unbehagen. Die Technik ist heute ausgefeilter, und auch Gebiete mit kleinerer Windhöffigkeit können zu einer guten Energieernte führen. Der Prüfantrag beinhaltet folgende Punkte:
Der Magistrat wird gebeten:
1.) Einnahmemöglichkeiten aus der Beteiligung an Windenergieprojekten zu prüfen:
Finanzielle Beteiligung nach § 6 des Gesetzes für den Ausbau Erneuerbarer Energien (EEG),
Pachteinnahmen, Gewerbesteuereinnahmen
2.) potenzielle Erlöse durch eine stadteigene oder stadtnahe Betreibergesellschaft zu prüfen
3.) zu prüfen, welche Fördermöglichkeiten von Bund und Land für kommunale
Windenergieprojekte zur Verfügung stehen
4.) zu bewerten, welche für das Vorhaben geeignete Flächen es auf Hofheimer Gemarkung
gibt
5.) die Möglichkeit zur finanziellen Beteiligung von Hofheimer Bürgerinnen und Bürgern in
Form der folgenden Modelle zu prüfen:
a) Bürgerenergiegenossenschaft
b) Beteiligungsgesellschaft mit Ausgabe von Bürgeranleihen oder Sparbriefen mit fester
Verzinsung
c) vergünstigte Stromtarife für Hofheimer Bürgerinnen und Bürger aus der vor Ort erzeugten Energie
Unser Vorschlag: Warten wir doch die Ergebnisse des Prüfantrages ab.
Leider ist es egal, wie viele Einnahmen generiert werden – das Geld wird ohnehin ausgegeben. Auch wenn es 100 Windräder und 20 neue Gewerbegebiete gibt. Dann wird wieder eine Fahrradbrücke geplant oder es werden ein paar neue Posten im Rathaus geschaffen…
Zum Artikel über die Windkraft-Anträge in Hofheim möchte ich einige Punkte richtigstellen.
Richtig ist: Windkraft ist seit Langem ein zentrales Anliegen der Grünen, das haben wir nie verschwiegen. Der Artikel versucht jedoch, daraus eine Glaubwürdigkeitsfalle für unsere Bündnispartner BfH und SPD zu konstruieren, indem er frühere Positionen gegen die aktuelle Prüfbereitschaft ausspielt. Das wird der Sache nicht gerecht. Politik muss auf neue Rahmenbedingungen reagieren können – und genau das tun wir: Mit dem geplanten Gemeinde-Energie-Beteiligungsgesetz entsteht erstmals eine reale Möglichkeit, kommunale Einnahmen aus Windkraft zu generieren. Diese Chance ergebnisoffen zu prüfen ist verantwortungsvolle Politik, kein Bruch eines Versprechens. Ein Prüfauftrag entscheidet nicht über den Bau einer einzigen Anlage.
Auch die Zahlenrechnung im Artikel ist unvollständig. Die genannten rund 200.000 Euro beziehen sich ausschließlich auf die neue kommunale Beteiligung von 0,2 Cent pro Kilowattstunde. Pachteinnahmen, Gewerbesteuer und mögliche Fördermittel, die im Antrag ausdrücklich mit geprüft werden sollen, bleiben in dieser Rechnung unberücksichtigt – der tatsächliche finanzielle Nutzen könnte also deutlich höher liegen.
Wer sich ernsthaft mit den Herausforderungen der kommunalen Finanzen und der Energiewende auseinandersetzt, sollte Koalitionspartnern nicht vorwerfen, dass sie neue Fakten zur Kenntnis nehmen. Das ist keine Prinzipienlosigkeit, sondern verantwortungsvolles Regierungshandeln in schwieriger Lage.
Ich bitte um eine differenziertere Einordnung dieser Zusammenhänge.
Es folgt eine „differenziertere Einordnung“ von Zusammenhängen: Frau Brestel hat recht, wenn sie darauf hinweist, dass Windkraft für die Grünen keineswegs ein neues Anliegen ist. Die Hofheimer Grünen haben sich bereits im Kommunalwahlkampf ausdrücklich für Windkraft ausgesprochen. Ihre eigene Position ist daher glaubwürdig.
Leider weniger „richtigstellend“ ist jedoch ihr Versuch, die politische Kehrtwende der Bündnispartner als bloßes „Reagieren auf neue Rahmenbedingungen“ abzutun. Die entscheidende Glaubwürdigkeitsfrage richtet sich nicht an die Grünen, sondern an BfH und SPD. Beide hatten Windkraft auf den Hofheimer Vorrangflächen beziehungsweise im Stadtwald noch vor wenigen Monaten aus ökologischen und standortbezogenen Gründen abgelehnt.
Was genau hat sich an diesen Gründen geändert? Sind die Flächen heute ökologisch weniger empfindlich? Sind die Eingriffe in Wald, Lebensräume und Landschaftsbild geringer geworden? Oder besteht die einzige neue Rahmenbedingung darin, dass inzwischen zusätzliche Einnahmen in Aussicht gestellt werden?
Richtig: Ein Prüfauftrag baut noch kein Windrad. Er öffnet aber eine Standortfrage erneut, die BfH und SPD gegenüber den Wählerinnen und Wählern gerade erst geschlossen hatten. Frau Brestel darf diese Kehrtwende aus grüner Überzeugung begrüßen, sie kann sie jedoch nicht dadurch aus der Welt schaffen, dass sie sie zum verantwortungsvollen Umgang mit „neuen Fakten“ erklärt.
Denn das neue Beteiligungsgesetz verändert nicht die ökologischen Argumente. Es verändert lediglich die finanzielle Versuchung. Genau deshalb bleibt die Frage berechtigt: Warum soll ein Standort, der vor der Wahl ökologisch nicht vertretbar war, wenige Monate später wieder prüfenswert sein, nur weil nun Geld damit zu verdienen sein könnte?
Hofheim will Tourismusstadt werden. Was sehen die Touristen, wenn die Politiker mit der Stadt fertig sind? Gewerbeflächen mit Rechenzentren, Logistikhallen, Windrädern, Stromkonvertern, Schlaglöchern und Strommasten …
Von den anderen Problemen der Stadt (Kindergartenplätze, Steuern, Schulden …) einmal abgesehen. Wäre ja auch schön, wenn es am Ende noch ein paar Äcker gäbe, auf denen die Landwirte etwas anbauen können. Erstaunlicherweise wachsen Lebensmittel nicht im Rewe.
Wir haben in Hessen genug Flächen außerhalb der Ballungsräume, auf denen man Landwirtschaft betreiben kann. Was wird denn in Wallau angebaut? Plastikmüll mit Erdbeeren drunter, die endlos Wasser brauchen. Hirse-Heike ist doch der erste der sich Beschwertm auf Facebook, wenn die Steuern in die Höhe schießen, weil wir mittlerweile überall Goldrandlösungen haben und einen Sozialhaushalt, der keine Grenzen kennt. Jeder Vorschlag wird kritisiert. Wir lassen einfach alles so, reden jede Initiative schlecht, weil sie irgendwen einschränkt und erhöhen die Grundsteuer auf 10.000. Einverstanden?
Genug Flächen? Wenn wir von unseren eigenen Erzeugnissen in Hessen abhängig wären, würden sich die Leute beim nächsten Einkauf aber über das Angebot wundern. Mit jedem Acker, der verschwindet, müssen wir mehr Lebensmittel importieren. In Wallau wird viel mehr angebaut: Weizen, Gerste, Raps, Zuckerrüben, Kürbisse, Kartoffeln.
Ich bin auch kein Freund der Folientunnel, aber scheinbar möchte die Mehrzahl der Menschen dies so, ansonsten würden die Erdbeeren nicht verkauft.
Es gibt ja durchaus gute Ansätze, aber auch leider sehr viele schlechte. Neue Gewerbegebiete in Diedenbergen/Wallau und Windräder gehören für mich zu den schlechten Ideen. Ich bin auch überzeugt, dass, wenn zusätzliche Einnahmen erzielt würden, diese doch wieder schlecht ausgegeben würden.
Ich empfehle den aktuellen Handelsblatt-Artikel zum Studium:
„Kosten für Flächenpachten steigen auf 400.000 Euro“
Dort wird von Pachteinnahmen von Landwirten von bis zu 400.000,– € p.a. gesprochen; nebst hoher Umsatzbeteiligung. (Achtung: Bezahlschranke für den HB-Artikel)
Liebe mitlesenden- und –schreibenden Stadtpolitiker:
Leider ist das Vertrauen der Grundsteuerzahler in Euch leicht angeknackst. Ein unzumutbarer Scherbenhaufen in etwa. Da sich die Stadtelite in den letzten Jahren weder planerisch noch ergebnis- und kostenorientiert mit Ruhm bekleckert hat, gibt es ein gesundes Misstrauen. Wir suchen die 50 Millionen Euro und hoffen: Ihr sucht die auch.
Vielleicht mal die Mitbürger fragen, ob wir diese Windparks wollen? Zu diesem Preis? Zu diesem Ertrag?
Ich hoffe nicht, dass die ganze Forschung und Planung nun in extremen Kostenblöcken für externe Berater (wie bei den Projekten „Radbrücke“ und „Römerwiesen“) ausartet. Und am Ende: Ein Satz mit X – das war wohl nix. Denn im Dinge an die Wand fahren waren wir die letzten Jahre ganz groß.
Ob wir Euch zutrauen, ein solch großes Projekt zu besprechen, planen, betreuen und beschließen? Aus den gemachten Erfahrungen: Eher nicht 🙁 . Dem entgegen steht die list-of-shame: Riesenschirme, Trinkbrunnen, Mobil-Homes, Vorderheide II, Römerwiesen, Radbrücke und und und.
Und eins sollte klar sein: Sollte es irgendwoher Erträge geben, dann sind mit diesen erst einmal die Schulden und der ganze Schwund abzubauen. Bevor jemand wieder glorreiche Ideen hat, wie Radbrücke, Riesenschirme und annern Ferz mit Krigge. Es kenne aach Ferz mid Kralle geweese sei. Des wisse mer noch ned so genau.
Hofheim liegt inmitten des dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiets „im Herzen von Europa“;
für eine gute (auch internationale) Verkehrsanbindung und nebenbei für zahllose Arbeitsplätze am Flughafen kann Fluglärm nicht verhindert werden; sind Autobahnen und Fernzugverbindungen auf Stand zu halten und müssen nun auch weitere Stromtrassen akzeptiert werden.
Dazu noch Windkraft (zum Bsp. in Sichtachsen zum Bahaii-Tempel) wurde nach langer Diskussion maximal auf Windvorrangflächen beschränkt; stadteigene Flächen standen zudem hierzu bis zum aktuellsten Vorstoß nicht zum Verkauf – klar unterstrichen von u.a. CDU, BfH und SPD im letzten Wahlkampf.
Die Grünen in Langenhain haben sich anders als in der Stadt im Wahlkampf lieber nicht dazu geäußert; Dass die Grünen nun die erste Chance ergreifen, das Thema wieder auf den Tisch zu legen, verwundert nicht – allenfalls, dass es so lange gedauert hat.
Die jetzt veränderte Position der BfH ist allerdings durchaus ein Thema der (fehlenden) Glaubwürdigkeit und dürfte ihrem Wahlkampf-Zugpferd aus Lorsbach noch einiges Kopfzerbrechen und Rückfragen zu Äußerungen an Wahlständen bescheren.
Die SPD braucht offenbar länger, um sich von einst gegebenen Wahlkampfversprechen zu lösen – keine Äußerung der lokalen SPD-Chefs in Hofheim-News bislang ist auch interessant.
Für wieviele Dollar geht man denn nun über den Rubikon?
Wären vielleicht 250K p.a. dann schon genug?
Was soll denn die Pleitestadt davon haben, wenn Bürgerbeteiligung erwogen wird?
Was ist denn nun mit den 13 ha Gewerbegebiet?
Wer ist eigentlich in Hofheim für professionelle Wirtschaftsförderung zuständig und welche Ergebnisse für eine Verbesserung der desaströsen Gewerbesteuersituation werden erzielt?
Wie steht der Bürgermeister zu diesen Fragen?
Fragen über Fragen….
Liebe Stadtverordnete,
bitte überlegt bei Prüfanträgen, ob die Stadtverwaltung mit Bordmitteln (also ohne zu bezahlende Beratung) in der Lage ist, diesen zu beantworten; ansonsten ist die Antwort in Zeiten knapper Kassen schon vorprogrammiert.
Zum Prüfauftrag:
Bevor überhaupt ein Projekt auch nur andeutungsweise zu sehen ist (gibt es eine politische Mehrheit für Windkraft in Hofheim, gibt es überhaupt interessierte Investoren, gibt es in der Bürgerschaft eine Bewegung für gemeinwirtschaftliche Projekte), soll die Verwaltung schon einmal Aussagen zu einer Vielzahl von (z.T. sehr komplexen) Themen machen.
Und dann die Idee einer „stadteigene(n) oder stadtnahe(n) Betreibergesellschaft“: Maxemer schrieb „Ob wir Euch zutrauen, ein solch großes Projekt zu besprechen, planen, betreuen und beschließen? Aus den gemachten Erfahrungen: Eher nicht 🙁 .“
Bei der Projektidee zur Geothermie sollten die Fraktionen von Grünen und BFH doch gesehen haben, was es bedeutet einen Interessenten für ein Projekt zu haben, der auch einmal mit „eigenem“ Geld in Vorlage tritt.
Die Verwaltung mit komplexen Prüfaufträgen zu belasten, führt m.E. zur Zeit nicht weiter.
Weniger Prüfauftrag wäre mehr gewesen.