Millionen-Spritze statt Immobilien-Verkauf: Wie Naturwald die Stadtkasse retten könnte
Die aktuelle Diskussion um das finanzielle Desaster der Stadt Hofheim spitzt sich zu. Weil im Rathaus darüber nachgedacht wird, den Haushalt durch den Verkauf von städtischen Gebäuden und Grundstücken zu konsolidieren, wächst die Sorge vor einem dauerhaften Verlust kommunalen Eigentums, der künftigen Generationen die Gestaltungsmöglichkeiten nimmt. Der Verein „Waldwärts! Zukunftswald Hofheim“ sieht in der Krise jedoch eine Chance: Statt eines überstürzten Ausverkaufs schlägt der Verein vor, ein Naturwaldprojekt als strategisches Zukunftsprodukt voranzutreiben – und so über Bundesmittel Millionen in die klamme Stadtkasse zu spülen. Nachfolgend lesen Sie die Pressemitteilung des Vereins im Wortlaut:
Die aktuelle Diskussion um Hofheims Finanzlage zeigt, wie ernst die Situation der Stadt inzwischen ist. Wenn nun über den Verkauf städtischer Grundstücke und Gebäude nachgedacht wird, lässt dies zumindest Zweifel darüber aufkommen, ob es der richtige Weg ist, den Haushalt durch den dauerhaften Verlust kommunalen Eigentums zu konsolidieren. Wer städtische Liegenschaften verkauft, nimmt künftigen Generationen Gestaltungsspielräume.
Der Verein Waldwärts! Zukunftswald Hofheim sieht deshalb gerade jetzt die Chance, einen anderen Weg einzuschlagen: Hofheim sollte den geplanten Naturwald mit allem Nachdruck als strategisches Zukunftsprojekt etablieren – für den Wald, für das Stadtklima und außerdem für die Entlastung der klammen Stadtkasse.
„Wenn jetzt ernsthaft über den Verkauf von Hofheimer ‚Tafelsilber‘ gesprochen wird, dann sollten auch erfolgversprechende Alternativen auf den Verhandlungstisch. Der Naturwald ist eine solche Alternative: Er schützt unsere Lebensgrundlagen und kann zugleich neue finanzielle Spielräume eröffnen – ohne dass die Stadt dauerhaft Eigentum aus der Hand geben muss. Wenn nicht jetzt, wann dann?“ erklärt der Vorstand von Waldwärts! Zukunftswald Hofheim.
Ein Naturwald stärkt die Widerstandskraft des Waldes gegen Hitze, Trockenheit und Schädlingsdruck. Er fördert Artenvielfalt, schützt Böden, bindet Wasser, kühlt das Stadtklima und schafft einen dauerhaften Erfahrungsraum für Naturbildung und Erholung. Gerade in Zeiten der Klimakrise ist ein solcher Wald keine freiwillige Zierde, sondern kommunale Daseinsvorsorge.
Zugleich kann ein konsequent entwickeltes Naturwaldprojekt die Stadtkasse unmittelbar und spürbar entlasten. Entscheidend ist dabei insbesondere die in Aussicht stehende hohe Vergütung des Bundes für die Einrichtung von Waldwildnis.
Nach den bisherigen Beratungen geht es hier nicht um symbolische Beträge, sondern um eine substanzielle Einnahme in Höhe von 12,5 Millionen Euro und mehr, die Hofheim kurzfristig zufließen könnten. Damit würde der Naturwald nicht nur ökologisch wirken, sondern auch haushaltspolitisch genau in dem Moment helfen, in dem die Stadt dringend neue Spielräume braucht.
Hinzu kommen weitere finanzielle Perspektiven – etwa durch Kooperationen, Spenden, Patenschaften oder Stiftungsmittel und nicht zu vergessen den Wegfall der Kosten für die seit Langem defizitäre Bewirtschaftung des Hofheimer Stadtwaldes.
Während der Verkauf städtischer Grundstücke nur einmal Geld bringt und kommunalen Handlungsspielraum dauerhaft verringert, kann ein Naturwaldprojekt externe Mittel mobilisieren, ohne kommunales Eigentum preiszugeben. Statt städtische Liegenschaften unter Druck und damit zu Minderpreisen zu verkaufen, sollte die Stadt prüfen, wie ökologische Aufwertung und Haushaltsentlastung gemeinsam gedacht werden können.
Der Verein legt daher den verantwortlichen Gremien nahe, den Naturwald auf die Tagesordnung der Haushalts- und Liegenschaftsdebatte zu setzen. Hofheim braucht keinen überstürzten Ausverkauf, sondern eine kluge Strategie: öffentlich, generationengerecht, ökologisch verantwortbar und haushaltspolitisch wirksam. Fragen zum Naturwald können an info@waldwärts-hofheim.de gerichtet werden.
Am Donnerstag: Öffentliche Diskussion über den Wald
Zur Erörterung der aktuellen Sachlage lädt Waldwärts! Zukunftswald Hofheim außerdem zum nächsten Waldwärts-Stammtisch ein: am Donnerstag, 25. Juni, ab 19 Uhr im Café Bella (Burggrabenstr. 8). Alle Interessierten sind eingeladen, mitzudiskutieren, Fragen einzubringen und gemeinsam zu beraten, wie der Naturwald jetzt vorangebracht werden kann.
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