Nach Bombenanschlag in Monaco: Gesuchte Frau aus Hofheim tot aufgefunden

Nach Bombenanschlag in Monaco: Gesuchte Frau aus Hofheim tot aufgefunden

Der Bombenanschlag auf einen ukrainischen Geschäftsmann in Monaco hat eine dramatische Wendung genommen: Anastasiia Beresowska, die in Hofheim gemeldet war und wegen des Attentats international gesucht wurde, ist nach übereinstimmenden Berichten mehrerer internationaler Medien offenbar tot. Ukrainischen Medien zufolge soll sie in der Nähe von Kiew ermordet worden sein.

Bombenattentat 0
Nach ihr wurde weltweit gefahndet: Anastasiia Berezovska war zuletzt in Hofheim gemeldet.

Für Hofheim hat der Fall eine besondere Bedeutung: Denn die mutmaßliche Attentäterin lebte zuletzt in der Kreisstadt – gemeinsam mit einem Kind. Bekannte der Frau berichten, dass Beresowska – die fließend Deutsch sprach – geplant hatte, das Kind demnächst hier einzuschulen. Es besuchte zuletzt den städtischen Kindergarten am Steinberg.

Kürzlich hatte die Mutter es dort abgeholt: Sie wolle mit dem Kind für längere Zeit verreisen, hatte sie angegeben. Niemand schöpfte damals Verdacht.

Erst Anfang Juli änderte sich das schlagartig: Nachdem Hofheim-News die Interpol-Fahndungsfotos der Frau veröffentlicht hatte, erkannten Eltern und Mitarbeitende des Kindergartens sie sofort wieder. Eine Mutter beschreibt die Reaktion vieler Eltern: „Da wurde uns schon ein bisschen schummrig: Eine Attentäterin ging hier bei uns in der Kita ein und aus…“ Angeblich soll um besondere Schutzmaßnahmen gebeten worden sein, wofür die Polizei nach Kenntnis der Eltern jedoch offenbar keine Notwendigkeit sah.

Den Ermittlungen zufolge soll Beresowska sich am 29. Juni in Monaco Zugang zu einer Luxusresidenz verschafft haben, dort einen Sprengsatz in einem Rucksack deponiert und diesen aus der Ferne gezündet haben. Ziel des Anschlags war der ukrainische Unternehmer Wadym Jermolajew. Der Mann zählt zu den bekanntesten Immobilienunternehmern des Landes, geriet nach der Annexion der Krim wegen mutmaßlicher Geschäftsbeziehungen auf die von Russland besetzte Halbinsel ins Visier der ukrainischen Behörden und wurde später mit Sanktionen belegt. Er und sein 13-jähriger Sohn wurden jetzt bei dem Bombenattentat schwer verletzt, Jermolajews Lebensgefährtin erlitt schwerste Verletzungen und verlor beide Beine.

Die französische Zeitung Le Monde berichtete, dass die Verdächtige nach der Explosion zunächst zu Fuß in die nahe französische Grenzstadt Beausoleil gegangen sein soll. Dort habe sie einen Mietwagen übernommen und sei anschließend über Italien nach Deutschland gefahren. Die Ermittler gingen  davon aus, dass sie nicht allein gehandelt habe. Die professionelle Bauweise des Sprengsatzes und die Vorgehensweise deuteten auf weitere Beteiligte hin.

Bombe
Auf Überwachungskameras war zu sehen, wie eine Person mit Fischermütze vom Tatort weglief.

Auf den Bildern von Überwachungskameras war die Verdächtige zunächst wegen ihrer schwarzen Fischermütze für einen Mann gehalten worden. Ein Bild zeigt eine Person mit dunklem Oberteil, heller Hose und schwarzem Hut, die sich in der Nähe einer Wand bewegt. Erst durch die Auswertung weiterer Aufnahmen und Zeugenaussagen konnten die Ermittler Anastasiia Beresowska identifizieren. Fahndungsmaßnahmen liefen an, ihre Wohnung in Hofheim wurde von Spezialeinsatzkräften geöffnet.

Heute berichten mehrere internationale Medien, die Leiche der Hauptverdächtigen sei in der Nähe von Kiew gefunden worden. Anastasiia Beresowska sei erschossen worden, teilte die nationale Polizei demnach mit. Und weiter: Die Frau soll bereits am 1. Juli in die Ukraine zurückgekehrt sein, wo sie Kontakt zu ihrer Familie hatte.

Ukrainischen Medien zufolge wurden inzwischen zwei Verdächtige wegen des Verdachts des Mordes festgenommen. Einer von ihnen soll Mitarbeiter des militärischen Geheimdienstes der Ukraine sein, der andere ein ehemaliger Polizeibeamter. In französischen Zeitungen heißt es dazu: „Diese beiden Männer haben wiederholt Überweisungen auf Konten von Anastasiia Berezovska getätigt und könnten in den Mordversuch in Monaco verwickelt sein.“

Die ukrainische Polizei hat bisher nicht angegeben, wo die Leiche von Anastasiia Berezovska gefunden wurde. Mitgeteilt wurde, dass sie „Schussverletzungen am Kopf“ aufwies und dass „Pistolenhülsen“ bei ihr gefunden wurden. Unklar bleibt auch das Schicksal ihres Kindes. Wo es sich derzeit befindet und wer sich um seine Betreuung kümmert, ist nicht bekannt.

TR

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