1.000 Pflanzen für Hofheim: Wenn Bürger anpacken, blüht die Stadt auf
Leere Kassen, volle Pflanzkübel: Mit einer außergewöhnlichen Gemeinschaftsaktion haben Bürgerinnen und Bürger gezeigt, dass Stadtgrün nicht allein eine Frage des Haushalts ist. Rund 50 Helferinnen und Helfer pflanzten in der Hofheimer Innenstadt etwa 1.000 Blumen und Kräuter sowie 200 Samen – unterstützt von Vereinen, Initiativen, der Stadtverwaltung und vielen Spendern. Entstanden ist dabei weit mehr als nur ein neues Blumenbeet. Nachfolgend ein Bericht von Norbert Preusche über die Aktion.
Schon sehr früh am vergangenen Samstag hatten Dirk Immke vom städtischen Fachbereich Klimaschutz und Grünflächen sowie Katharina Kownatzki von der Initiative Essbare Stadt Hofheim dafür gesorgt, dass ein großer Teil der gespendeten und eingekauften Pflanzen am Ambet-Brunnen und in der unteren Hauptstraße zum Einpflanzen bereitstand. Insgesamt sollten 1.000 Pflanzlinge und 200 Samen im Rahmen der Spendenaktion „Hofheim pflanzt trotz leerer Kassen“ in die Erde gebracht werden.
Um 10 Uhr ging es los. Norbert Preusche begrüßte im Namen der Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt, der Bürgerstiftung Hofheim, der Initiative Essbare Stadt Hofheim und von Industrie Handel Handwerk (IHH) die rund 50 Helferinnen und Helfer, die bald darauf – fachkundig begleitet – ihre Arbeit aufnahmen. Selbstverständlich gab es ein herzliches Dankeschön an alle, die diesen Tag möglich gemacht hatten, sei es als Spender oder als tatkräftige Unterstützer vor Ort. Die Anregung zu dem Projekt hatte Dirk Immke gegeben.
Es bot sich ein buntes Bild: Menschen unterschiedlichen Alters und Hintergrunds setzten mit Freude, aber auch mit spürbarem Engagement Pflanze für Pflanze in die vorbereiteten Beete. Viele bekannte Gesichter waren dabei, die sich seit Jahren bei ähnlichen Aktionen engagieren. Dazu gehörte auch Monique Delbos vom Fachbereich Klimaschutz und Grünflächen der Stadt Hofheim, die selbst mit anpackte und damit verdeutlichte, wofür modernes Stadtgrün heute steht: weniger Zierde, mehr Klimaschutz, Artenvielfalt und Lebensqualität. Und ohne Dirk Immke würde bei aller Spenden- und Pflanzbereitschaft wohl kaum etwas in Hofheims Erde, Kästen oder Kübel gelangen. Er ist gewissermaßen der Dreh- und Angelpunkt des Projekts und die verlässliche Verbindung zwischen Bürgerschaft und Verwaltung.
Besonders erfreulich war die große Beteiligung einer neuen Gruppe von Frauen, Männern und Kindern mit Zuwanderungsgeschichte. Auf Initiative von Norbert Preusche war kurzfristig der Kontakt zu Sewita Zalmay vom Fachbereich Soziales der Stadt Hofheim entstanden. Gemeinsam wurde überlegt, wie sich Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern für den Pflanztag gewinnen lassen könnten. Die Idee ging auf: Viele Interessierte kamen – oft mit der ganzen Familie.
So wurde aus dem Pflanztag nicht nur eine Aktion zur Verschönerung und Begrünung der Innenstadt, sondern zugleich ein gemeinschaftliches und interkulturelles Erlebnis. Es zeigte eindrucksvoll, wie Menschen zusammenkommen und gemeinsam etwas für ihre Stadt schaffen können. Begrüßt werden konnte dabei auch die neue Vorsitzende des Ausländerbeirats, Anna Weisheim.
Diese Form der Begegnung soll fortgesetzt werden, denn sie kam bei allen Beteiligten hervorragend an. Bereits eingerichtet wurde eine gemeinsame App-Gruppe mit dem Namen „Interkulturelles Pflanzteam“. Denn die neuen Pflanzen brauchen auch künftig Aufmerksamkeit, Pflege und regelmäßige Bewässerung.
Wer sehen möchte, was alles gepflanzt wurde, kann einen Spaziergang zum Ambet-Brunnen oder durch die untere Hauptstraße machen. Kleine Schiefertäfelchen informieren dort über die Namen der verschiedenen Pflanzen.
Bleiben wir also bei diesem ungewöhnlichen und erfolgreichen Motto: Gemeinsam, weil es Hofheim ist!
Fotos: Sewita Zalmay (2) und Sabine Kronberger



