Jetzt bestätigt: Ärztlicher Bereitschaftsdienst in Hofheim wird geschlossen

Jetzt bestätigt: Ärztlicher Bereitschaftsdienst in Hofheim wird geschlossen

Was die Leser der Hofheim-News bereits vor zehn Tagen erfuhren, hat nun auch Eingang in die gedruckte Zeitung gefunden: Der Ärztliche Bereitschaftsdienst (ÄBD) in der Kreisstadt steht vor dem Aus. Ein großer Bericht im Kreisblatt bestätigt heute unsere Berichterstattung vom 7. Juli.

Am Sonntag, den 27. September, gehen in Hofheim letztmalig die Lichter an. Danach heißt es für Patienten: Ab ins Auto, auf nach Bad Soden oder Frankfurt-Höchst. In der Zeitung darf Alexander Kowalski von der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen behaupten, die Schließung bedeute keinen Abbau der akutmedizinischen Versorgung im Main-Taunus-Kreis; diese sei „lückenlos gewährleistet“. Die benachbarten ÄBD-Zentralen in den Krankenhäusern in Bad Soden und Höchst seien personell und organisatorisch darauf eingestellt, das zusätzliche Patientenaufkommen aufzufangen.

Die Zeitung schreibt weiter, was wir bereits berichtet hatten: Die Schließung wird begründet mit dem vom Bundeskabinett im April beschlossenen „Gesetz zur Reform der Notfallversorgung“. Dieses tritt Anfang 2027 in Kraft und sieht eine stärkere Bündelung ambulanter Akutangebote vor. Laut Kowalski sei die Kassenärztliche Vereinigung dazu aufgefordert, diese „Strukturverdichtung“ umzusetzen.

Hinter der bürokratischen Diktion verbirgt sich für den Patienten jedoch ein herber Verlust. Die Kreisstadt verliert damit einen weiteren Pfeiler ihrer medizinischen Infrastruktur.

Bereitschaftsdienst
Der Ärztliche Bereitschaftsdienst in Hofheim – der Eingang befindet (noch) sich an der Seite des Krankenhauses.

Bemerkenswert ist nicht nur der gesundheitspolitische Rückschritt an sich, sondern auch die Art und Weise, wie dieser hingenommen wird. Während Ingrid Schulz, Vorsitzende des Seniorenbeirats, den Wegfall noch auf Befragen durch die Zeitung als „fürchterlich“ bezeichnet, bleibt es in der breiten Stadtgesellschaft auffallend ruhig. Der sukzessive Abbau der medizinischen Akutversorgung in der Kreisstadt – ein schleichender Prozess seit Schließung der Zentralen Notaufnahme Ende 2024 – wird von der Öffentlichkeit nahezu stoisch hingenommen. Von nennenswertem Protest gegen diese Entwicklung ist – abgesehen von der Kreistagsfraktion der Linken – nichts zu spüren.

Bereitschaftsdienst: Linke nehmen Landrat in die Pflicht

Die Fraktion der MTK-Linken reagierte umgehend auf die Bestätigung der Schließung. „Wieder einmal verschlechtert sich die medizinische Versorgungslage in Hofheim – und Landrat Michael Cyriax (CDU) nimmt es schulterzuckend hin“, erklärt Fraktionsvorsitzender Thomas Völker.

Nach Ansicht der Linken ist das ÄBD-Aus eine direkte Konsequenz aus der vorangegangenen Notaufnahme-Schließung. „In Zukunft sollen Integrierte Notfallzentren beide Strukturen bündeln. Es bleibt damit eine Fehlentscheidung der Kreisverantwortlichen, die Schließung der Hofheimer Notaufnahme unterstützt und befördert zu haben“, so Völker.

Er erinnert daran, dass seine Fraktion bereits 2024 davor gewarnt habe, dass das Ende der Notaufnahme langfristig auch das Ende des ÄBD einläuten werde. „Damals wurde ich als Schwarzmaler beschimpft; der Landrat verstieg sich sogar zu der Aussage, der ÄBD könne den Wegfall der Notaufnahme kompensieren. Nun hat Hofheim weder das eine noch das andere. Danke für diesen Bärendienst.“

Für die Zukunft des Krankenhauses Hofheim zeigt sich Völker pessimistisch. Da für den Standort lediglich noch die Leistungsgruppe Geriatrie beantragt wurde, befürchtet er mit den anstehenden Bescheiden des Landes Hessen das endgültige Aus für die Einrichtung.

Völker zieht ein scharfes Fazit: „Dieses Versagen dürfen sich insbesondere CDU, Grüne und FDP im Main-Taunus-Kreis ankreiden lassen, die den strukturellen Abbau in Hofheim als Kreistagskoalition engagiert vorangetrieben haben.“

HN

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