Knall im Rathaus: Willi Schultzes persönliche Referentin geht

Knall im Rathaus: Willi Schultzes persönliche Referentin geht

In der Hofheimer Stadtverwaltung steht eine prominente Personalie vor dem Aus. Wie Hofheim-News erfuhr, wird Melani Radovic, die persönliche Referentin von Bürgermeister Willi Schultze, das Rathaus bereits Ende Mai verlassen – nach einer Amtszeit von nur einem halben Jahr. Hinter den Kulissen wird längst darüber spekuliert, ob es dabei wirklich nur um „unterschiedliche Erwartungen“ geht – oder um deutlich mehr.

Der Wechsel von Melani Radovic in die Chefetage des Hofheimer Rathauses hatte im Oktober letzten Jahres für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Sie kam aus der Stadtverwaltung in Hattersheim – jener Stadt also, in der Schultze zuvor zeitweise in der Wirtschaftsförderung tätig gewesen war, ehe er im März letzten Jahres zum Bürgermeister von Hofheim gewählt wurde und im September ins Rathaus der Kreisstadt wechselte.

Die Personalentscheidung war politisch umstritten: Angesichts der prekären Haushaltslage hatte sich im Stadtparlament ein Bündnis aus CDU, FDP und FWG – mit Unterstützung der Linken – darauf verständigt, die Stelle des hauptamtlichen Beigeordneten vorerst nicht neu zu besetzen. Die Idee dahinter: sparen.

Doch Schultze, kaum im Amt, schuf kurzerhand Fakten. Er verzichtete zwar auf den Beigeordneten, holte sich dafür aber seine Vertraute aus Hattersheim nach Hofheim. Hinter vorgehaltener Hand hieß es später sogar, er habe die Personalie bereits unmittelbar nach seiner Wahl mit dem Hattersheimer CDU-Bürgermeister abgestimmt.

Nach internen Unterlagen, die Hofheim-News vorliegen, war die neue Position mit einem monatlichen Bruttogehalt von rund 7.550 Euro dotiert. Ein Investment in die Rathausspitze, das sich nach Ansicht von Beobachtern jedoch kaum in öffentlicher Präsenz oder messbaren Projekten niederschlug.

Rathaus
So stellt sich Melani Radovic im Internet-Netzwerk „Xing“ vor. Noch immer gibt sie dort als Arbeitgeber die Stadt Hattersheim an.

Stattdessen drangen zunehmend Berichte über eine schwierige Arbeitsatmosphäre nach außen. Rathausintern heißt es, die Chemie zwischen der Hausspitze und der Referentin habe zuletzt nicht mehr gestimmt. Während Schultze laut Stimmen aus der Verwaltung unzufrieden mit der Zuarbeit gewesen sein soll, wird dem Bürgermeister im Gegenzug ein autoritärer Führungsstil sowie eine geringe Bereitschaft zur Annahme von internem Widerspruch nachgesagt.

Offiziell klingt das deutlich nüchterner. Auf Nachfrage teilt ein Sprecher der Stadtverwaltung knapp mit: „Man ist gemeinsam zu der Überzeugung gelangt, dass die gegenseitigen Erwartungen an die Zusammenarbeit langfristig nicht erfüllt werden.“ Radovic werde die Stadtverwaltung zum 31. Mai 2026 verlassen.

Doch politisch beginnt die eigentliche Debatte jetzt erst. Mit dem Abgang rückt die finanzielle Situation Hofheims erneut in den Fokus. Die Stadt steht unter massivem Konsolidierungsdruck; für das kommende Jahr wird bereits über eine weitere Erhöhung der Grundsteuer spekuliert.

In den Fraktionen stellt sich nun die drängende Frage nach der Nachfolge: Bleibt die Stelle der Referentin nun dauerhaft unbesetzt, um den Haushalt zu entlasten? Oder dient das Freiwerden der Stelle als Argument, um im Rahmen einer politischen Neuaufstellung doch wieder einen hauptamtlichen Beigeordneten zu installieren?

In Politkreisen wird bereits spekuliert, ob jetzt die CDU Interesse an einer solchen Lösung anmeldet. Sie wäre dann wieder mittendrin im Inner Circle Hofheims – und würde im Gegenzug künftig dem Bürgermeister und seiner Wählergemeinschaft „Bürger für Hofheim“ bei wichtigen Themen entgegenkommen.


Unser Bild oben zeigt Bürgermeister Willi Schultze mit seiner persönlichen Referentin Melani Radovic Ende letzten Jahres im Rathaus. (Foto: Stadt Hofheim)


HN/TR

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