Brot und Spiele in Hofheim – was die Feste wirklich kosten

Brot und Spiele in Hofheim – was die Feste wirklich kosten

Schon die alten Römer wussten Bescheid: Solange das Volk genug zu essen hat und im Kolosseum jubelt, bleibt es artig. „Panem et circenses“ – Brot und Spiele – nannte das der Dichter Juvenal. In Hofheim scheint man diesem Prinzip treu zu bleiben: Feste, Märkte, Sommerpartys – das Volk freut sich, die Geschäftsleute reiben sich die Hände. Wer das bezahlt, fragte bisher niemand. Erst jetzt, da die Stadtkasse so dramatisch leer ist, stellen die Stadtverordneten diese Frage – und dürften ziemlich erstaunt sein.

Die Abrechnungen vom letzten Jahr zeigen: Unterhaltung hat ihren Preis – und der ist nicht ohne.

Adventsmarkt: Die Besucher gaben 7.558 Euro aus, die Stadt legte 30.671 Euro drauf. Ergebnis: ein hübsches Minus von 23.113 Euro. Oho!

Feste

Feierabendmarkt: Altbürgermeister Vogt lobte das Event auf dem Ludwig-Meidner-Platz als kulinarisches Highlight der Region: „Regionale Gastgeber laden zum Genießen ein“, versprach er. Dass die Gastronomen unter dem starken Wettbewerb litten und teils erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen mussten, erwähnte er nicht. Das sei doch „eine gute Idee von uns“, kommentierte er in einem Interview mit der Lokalzeitung kurz vor der Bürgermeisterwahl im Frühjahr. Über die hohen Kosten für die Stadt – kein Wort. 14 Märkte gab es im letzten Jahr, die Stadt nahm gerade mal 4.020 Euro ein. Die Ausgaben lagen bei 18.632 Euro. Verlust für die Stadtkasse: 14.612 Euro.

Gallusmarkt: Einnahmen 28.247 Euro, Kosten 56.184 Euro. Unterm Strich: 27.937 Euro Minus.

Kreisstadtsommer: Der Klassiker unter den „teuren Spaßmachern“. Kosten in Höhe von 121.357 Euro standen gerade mal Einnahmen in Höhe von 18.719 Euro gegenüber – ein Verlust von 102.638 Euro. In einem Papier der Stadtverwaltung heißt es, dass das Fest dieses Jahr kleiner ausfallen soll. Die Planungen seien aber noch nicht abgeschlossen – „aktuelle planerische Unterdeckung: 35.500 Euro.“

Insgesamt gab die Stadt bei diesen vier Festen fast 170.000 Euro aus. Einziger Lichtblick: der Wochenmarkt. 29.415 Euro Einnahmen bei 3.556 Euro Ausgaben – Gewinn für die Stadt: 25.859 Euro. Offenbar zahlen die Händler gern Platzmiete – und das mit Recht.

Unterm Strich: Brot und Spiele sorgen vielleicht für gute Laune, reißen allerdings auch ein ordentliches Loch in die Stadtkasse. Vielleicht denkt man im Rathaus mal über ein paar clevere Standgebühren nach, dann bleibt auch noch etwas Geld für andere Projekte übrig.


Unser Bild oben zeigt einen Ausschnitt vom Gallusmarkt auf dem Kellereiplatz.


Text: HN/TR – Foto: Stadt Hofheim

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