CDU-Bürgermeister abgewählt: FDP beendet Koalition im Stadtparlament
Mit dem Ende der Amtszeit von Bürgermeister Christian Vogt endet aus Sicht der FDP-Fraktion in der Hofheimer Stadtverordnetenversammlung die Koalition. „Wir sind im Oktober 2021 gemeinsam mit der CDU und der FWG das Wagnis einer Minderheitskoalition eingegangen. Mit dem Ausscheiden des letzten hauptamtlichen Vertreters der Koalitionsparteien aus dem Magistrat der Kreisstadt fällt die Geschäftsgrundlage dieser gemeinsamen Arbeit weg“, erklärt FDP-Fraktionsvorsitzende Michaela Schwarz. Und Ralf Weber, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender, ergänzt: „Wir haben gemeinsam mit CDU und FWG viel bewegt. Wir haben das Künstlerinnenviertel an der Hattersheimer Straße auf den Weg gebracht und die Weichen für den neuen Standort von Polar Cutting in dem neuen Gewerbegebiet In der Lach in Diedenbergen gestellt.“
Für den Dezernenten für Nahmobilität, Thomas Jung, ist insbesondere die bessere Vernetzung der Stadtteile hervorzuheben: „Mit dem On-Demand-Verkehr Colibri an den Wochenenden schreiben wir eine Erfolgsgeschichte. Vorschläge für Radwegeverbindungen zwischen den Hofheimer Stadtteilen haben wir mehrheitsfähig erarbeitet.“
Die Freien Demokraten in der Hofheimer Stadtverordnetenversammlung bedanken sich bei Bürgermeister Christian Vogt für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit und wünschen ihm privat und beruflich alles Gute. „Das Ende der Koalition heißt für uns nicht, dass wir zukünftig nicht mehr mit der CDU und der FWG gemeinsame Ziele verfolgen werden. Die Schnittstellen sind nach wie vor groß“, betont Michaela Schwarz.
Gespannt sind die Liberalen, wie sich die Veränderung an der Spitze der Stadtverwaltung mit dem neuen Bürgermeister Wilhelm Schultze auf die Arbeit in der Stadtverordnetenversammlung auswirken wird. „In puncto Wohn- und Gewerbegebietsentwicklung haben wir weitgehend ein gemeinsames Verständnis“, stellt Ralf Weber fest und spricht damit ein Schwerpunktthema seiner Partei an.
Quelle: FDP Hofheim – Foto: Screenshot FDP-Homepage
Hintergrund:
Die Mandatsverteilung im Stadtparlament sieht seit der letzten Kommunalwahl so aus: CDU 15 Sitze, Grüne 11, SPD 6, FWG 4, BfH 4, FDP 3 und Die Linke 2. CDU, FWG und FDP haben sich zu einer Koalition zusammengefunden: Zusammen haben sie 22 Stimmen. Die Oppositionsparteien – Grüne, SPD, BfH und Linke – bringen es auf 23 Sitze, also die Mehrheit.
Den Bürgermeister stellte zuletzt die CDU, im März dieses Jahres wurde Wilhelm Schultze von der BfH gewählt, er tritt sein Amt an diesem Samstag an.
Die CDU stellte über Jahre hinweg auch den Ersten Beigeordneten. Als Wolfgang Exner in den Ruhestand ging, wählte die Opposition mit ihrer Stimmenmehrheit den Grünen Daniel Philipp in das Amt.
Beigeordneter ist Bernhard Köppler, die Amtszeit des SPD-Mannes endet im Oktober. Einen Nachfolger wird es nicht geben. Die Linken hatten einen entsprechenden Antrag eingebracht, weil sie den Posten für überflüssig erachten. Das kam der CDU nur recht: Bei der Wahl eines SPD-Mannes wären die Christdemokraten auf Jahre hinaus aus der Rathausspitze ausgesperrt. Die Koalition stellte sich deshalb hinter den Antrag der Linken. Und die CDU hofft jetzt auf die Kommunalwahl im März 2026: Wenn sie dann die Mehrheit gewinnt, könnte die Stelle des Beigeordneten reaktiviert werden – und die einen Kandidaten ihrer Wahl durchsetzen.

