Digital und bürokratiearm: Hofheim schließt Pilotprojekt ab

Digital und bürokratiearm: Hofheim schließt Pilotprojekt ab
Bürgermeister Wilhelm Schultze (4.v.r) mit Prof. Dr. Lars Dittrich, Präsident der HöMS Dr. Walter Seubert und Prof. Dr. Lars Dittrich (r. daneben) beim Projektabschluss mit Studierenden der HöMS sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung.

Weniger Bürokratie, schnellere digitale Abläufe und praxistaugliche Impulse für die Politik: Ein erfolgreiches Pilotprojekt der Stadt Hofheim und der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit (HöMS) zeigt, wie eine zeitgemäße Kommunalverwaltung der Zukunft aussehen kann.

Im Rahmen der Kooperation analysierten Studierende konkrete Arbeitsprozesse der Stadtverwaltung auf Vereinfachungs- und Digitalisierungspotenziale. Das Ergebnis ist ein Bündel praxistauglicher Lösungen für sechs zentrale Verwaltungsbereiche – von digitalen Einbürgerungsanträgen bis hin zur vereinfachten Online-Veranstaltungsanmeldung.

Doch die Initiative wirkt auch über die Stadtgrenzen hinaus: Ein erarbeiteter Reformbericht zum kommunalen Meldewesen empfiehlt unter anderem das Aus für die Wohnungsgeberbescheinigung und liefert damit direkte Handlungsempfehlungen an das hessische Entbürokratisierungsministerium.

In einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung heißt es dazu:

Kreisstadt und Hochschule beenden erfolgreiches Projekt

Die Kreisstadt Hofheim am Taunus startete im September 2025 eine Kooperation mit der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit (HöMS). Die HöMS ist eine im Geschäftsbereich des Hessischen Innenministeriums stehende Hochschule der angewandten Wissenschaften, die in den Fachbereichen Polizei und Verwaltung sowohl Bachelor- als auch Masterstudiengänge anbietet.

Bei der Kooperation handelte es sich um ein Pilotprojekt, mit dem Digitalisierung und Bürokratieabbau als zentrale Herausforderungen in den doppelten Fokus rückten: bei der Suche nach praxistauglichen Lösungen am konkreten Beispiel sowie einer zeitgemäßen akademischen Ausbildung der Studierenden.

In Vorbereitung des Projektes hatten die Kommune und die akademischen Betreuer des Projektes, Dr. Endrick Lankau und Prof. Dr. Lars Dittrich, Musterarbeitsbereiche für die Studierenden festgelegt und mögliche Problemfelder benannt. Den Studierenden kam sodann die Aufgabe zu, die entsprechenden Arbeitsprozesse auf Potenziale zur Vereinfachung und Digitalisierung zu untersuchen.

Auf Basis der dabei gewonnenen Erkenntnisse entwickelten die Studierenden sodann abstrakte Handlungsoptionen, die jeweils nach ökonomischen, rechtlichen und verwaltungswissenschaftlichen Parametern bewertet wurden und so in konkreten Vorschlägen zur Umsetzung in der kommunalen Verwaltungspraxis mündeten.

Im Einzelnen erarbeiteten die Studierenden folgende praxistaugliche Lösungen:

  • Ein vereinfachtes und digitalisiertes Anmeldungsverfahren für Veranstaltungen („One-Stop-Veranstaltungsanmeldung“)
  • Eine vereinfachte und digitalisierte Administration und Vergabe von Parkausweisen
  • Eine vereinfachte Suche nach Hinterbliebenen bei Sterbefällen samt effizientem Folgeverfahren bei erfolgloser Suche
  • Ein digitaler Namensgenerator zur Namensfindung bei Namensänderungen
  • Ein Online-Verfahren für Anträge auf Einbürgerung
  • Ein digitalisiertes Verfahren für Anträge auf Ausstellung standesamtlicher Urkunden

Ein weiterer Schwerpunkt des Projektes lag darin, Informationen und Probleme aus der kommunalen Praxis für den Gesetzgeber aufzubereiten und an diesen zu kommunizieren. Die zu diesem Zweck erstellte Ausarbeitung zu Reformbedarfen im kommunalen Meldewesen soll an die Staatssekretärin im Ministerium für Entbürokratisierung des Landes Hessen übergeben werden. In dem Bericht empfehlen die Verfasser insbesondere, die Wohnungsgeberbescheinigung abzuschaffen und im Bundesmelderegister unter Umständen mehr Daten zu erheben und zu speichern als bisher, insbesondere eine Telefonnummer und die E-Mail-Adresse der Betroffenen.

„Auf dem Weg zu einer digitalen Verwaltung mit einem Minimum an Bürokratie ist dieses Projekt ein wichtiger Meilenstein für uns. Jetzt gilt es, darauf aufzubauen und unsere Dienstleistungen weiter zu digitalisieren und Bürokratie abzubauen. Mittlerweile haben wir 140 Online-Dienste im Verwaltungsportal Hessen und die Zahl steigt weiter. Ich danke der HöMS für die hervorragende Zusammenarbeit und die wertvollen Impulse aus der Wissenschaft für unsere praktische Arbeit hier vor Ort“, sagt Bürgermeister Wilhelm Schultze.

„Wir bedanken uns bei der Stadt Hofheim, dass sie mit uns dieses tolle Projekt durchgeführt hat. Es hat unseren Studierenden aufgezeigt, dass sie als zukünftige Angehörige des gehobenen Dienstes das Rückgrat jeder Verwaltung sein werden und diejenigen, welche die erforderlichen Reformen an unserem Gemeinwesen maßgeblich anpacken und gestalten werden. Das erfordert eine fundierte Ausbildung, aber auch Kreativität, Durchhaltewillen und Pioniergeist“, so der Präsident der HöMS, Dr. Walter Seubert. Ein besonderer Dank gelte den beiden Leitern der beteiligten Fachbereiche, Frau Pasternak und Herrn Jaster, die das Projekt maßgeblich gefördert haben.

Quelle: Stadtverwaltung

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