Viel heiße Luft um wenig Schatten: Was Hofheims neue Hitzekarte wirklich bietet

Viel heiße Luft um wenig Schatten: Was Hofheims neue Hitzekarte wirklich bietet

Hitzewellen setzen uns allen zu – besonders Älteren, Kindern und chronisch Kranken. Die Stadt Hofheim verweist in einer Pressemitteilung deshalb stolz auf ihre neue Online-Karte für kühle Orte, zu finden auf der städtischen Webseite über das Stichwort „Hitzeschutz“. Wir haben das einmal ausprobiert. Spoiler: Das Einzige, was hier Abkühlung bringt, ist die Ernüchterung.

Der Weg zur digitalen Erfrischung gleicht einer Schnitzeljagd: Wer auf die städtischen Webseite www.hofheim.de geht und dann in die Suchmaske „Hitzeschutz“ eintippt, bekommt drei Ergebnisse präsentiert. Obacht bei der Auswahl: Die „Karte der kühlen Orte“ verbirgt sich keineswegs hinter dem Link „Kühle Orte in Hofheim“. Nein, das wäre wohl zu einfach. Wer fündig werden will, muss stattdessen auf „Umgang mit Extremwetter“ klicken.

„Noch im Aufbau“, heißt es entschuldigend seitens der Stadtverwaltung. Charmant untertrieben! Wer auf der Karte nach Schatten und Wasser sucht, findet vor allem eines: Gotteshäuser. Neben zehn Kirchen, dem Chinon-Center, der Stadtbücherei und dem Brunnen am Ludwig-Meidner-Platz verzeichnet die Karte gerade mal vier Geschäfte als Refill-Stationen für Trinkwasser (Juwelier Hoeltke, Weltladen, Edel und Süß, Hof&Heim). Dazu gekommen sind jetzt noch die Volkshochschule und der Main-Taunus-Kreis. Das war’s.

So ist die Karte sicher eine nette Geste – für ein flächendeckendes städtisches Hitzeschutzkonzept ist sie aber wohl noch ein echtes Work in Progress.

Karte
Da geht noch was: Die von der Stadtverwaltung vorgestellte Hitzeschutzkarte zeigt nur wenige kühle Orte im Stadtgebiet.

Laut Pressemitteilung bietet die städtische Homepage zudem Informationsmaterialien, Broschüren und Verhaltenstipps zum richtigen Umgang mit der Hitze. Der wichtigste Rat dabei ist vermutlich auch der simpelste: aufeinander achten.

Zudem führe die Stadt Gespräche mit Betreibern von E-Ladesäulen, um künftig auch deren Displays für Hitzewarnungen zu nutzen. Gemeinsam mit Akteuren wie der Senioren-Nachbarschaftshilfe prüfe man außerdem, wie ein Hitzetelefon für Hofheim eingerichtet werden kann.

Quelle: Stadtverwaltung

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