Familientreff Hofheim am Ende: Zum Abschied ein dringender Hilferuf
Aus für eine Hofheimer Institution: Nach 35 Jahren stellt der Familientreff Hofheim seine Arbeit ein – nicht aus mangelndem Engagement, sondern weil der Nachwuchs ausging. Dieser Bericht ist auch ein Hilferuf: Bevor die Räume im Pfälzer Hof bis Jahresende geräumt werden, sucht der Verein dringend Abnehmer für Spielzeug, Kindermöbel und Küchenutensilien – sonst droht der Sperrmüll.
Es herrscht Stille im Untergeschoss des Pfälzer Hofs. Wo früher Kinderfüße über Tobematten sausten, wo sich Mütter beim Kaffee über die kleinen und großen Tücken des Familienalltags austauschten und wo Sprachförderung ohne großes bürokratisches Getöse praktiziert wurde – da herrscht heute jene eigentümliche Kühle, die leerstehenden Räumen zu eigen ist. Der Familientreff Hofheim / Mütterzentrum e. V. ist Geschichte. Liquidiert.
Nach 35 Jahren: Ausgetragen aus den Büchern des Lebens. „Der Verein ist aufgelöst“, heißt es trocken im Vereinsregister.

Was 1991 im Keller der Johannesgemeinde mit einer Handvoll engagierter Frauen begann, wuchs über dreieinhalb Jahrzehnte zu einer echten Hofheimer Institution heran. Später zog man in die rund 60 Quadratmeter großen Räume im Pfälzer Hof und wurde Untermieter der städtischen Musikschule. Hier gab es Spielkreise, den Vorkindergarten, Ferienprogramme mit Vorlese-Omas, Vater-Kind-Aktionen und das legendäre „Mokka-Frauenfrühstück“ in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung des Bistums Limburg. Zuletzt bemühte man sich noch um Integration und öffnete die Türen für ukrainische Mütter und ihre Kinder.
Tatendrang war da, bis zum allerletzten Vorhang. Doch gegen den gesellschaftlichen Zeitgeist half am Ende auch der größte Enthusiasmus nicht mehr.
Sybille Seelbach, die den Verein von der Wiege an begleitete und auch viele Jahre als Vorsitzende führte, zieht heute eine so nüchterne wie bittere Bilanz: „Das ursprüngliche Modell ‚Mütter helfen Müttern‘ war schlichtweg nicht mehr zu halten“, sagt sie rückblickend. „Es wurde von Jahr zu Jahr schwieriger, engagierte Frauen und Vereinsmitglieder zu finden.“

Als der älteren Generation am Ende die Puste ausging, schaute man sich vergeblich nach Nachwuchs um. Niemand wollte mehr im Vorstand mitarbeiten, niemand mehr ehrenamtlich organisieren. „Im März vergangenen Jahres haben wir noch einmal aufgerufen: Das Engagement darf nicht enden!“, erinnert sich Seelbach wehmütig. Doch auf den Hilferuf folgte keine Reaktion.
Nun hat der Liquidator – Michael Schulze, Lebensgefährte von Frau Seelbach, langjähriges Vorstandsmitglied und heutiger Kernstadt-Ortsvorsteher – die traurige Pflicht, die Räumlichkeiten bis zum Jahresende besenrein zu übergeben. Und genau hier droht ein Jammer, der verhindert werden muss. Denn in den Räumen stapelt sich Inventar, das schlicht zu schade ist, um auf dem Sperrmüll zu landen.
Gesucht werden händeringend Abnehmer für gut erhaltenes Mobiliar und Spielzeug. Für Kindergruppen gibt es ein Holzspielhäuschen, hochwertige Tobematten, robuste Holzstühle und passende Kindertische sowie Schränke voller Spielsachen abzugeben. Auch für Küchen oder Vereinsheime ist gesorgt: Tische, Stühle, Geschirrgarnituren und sämtliche Küchenutensilien, die einst für das Mokka-Frühstück angeschafft wurden, warten auf neue Besitzer.
Es wäre ein Trauerspiel, wenn all diese Dinge nun in einem Container zertrümmert würden. Interessierte Kindergärten, Tagesmütter, Initiativen oder Privatleute melden sich für die Übernahme bitte zeitnah beim Liquidator Michael Schulze (Mail: finanzen@Familientreff-hofheim.de)
TR



