Wallau wird wieder zum Treffpunkt der nachhaltigen Modebranche
Im kleinen Hofheimer Stadtteil Wallau finden regelmäßig Veranstaltungen statt, die in der Kreisstadt oft kaum Beachtung finden – bundesweit und sogar international jedoch großes Interesse wecken. An diesem Wochenende ist Wallau Gastgeber des Eritrea-Festivals. Bereits eine Woche später folgt mit der Innatex die weltweit einzige internationale Fachmesse für nachhaltige Textilien. Dort präsentieren Unternehmen nicht nur nachhaltige Mode, sondern auch Accessoires, Schuhe, Heimtextilien, Stoffe und Spielzeug. Die Messe gilt als wichtige Plattform für Handel, Hersteller und die gesamte Branche.
In einer Pressemitteilung kündigen die Veranstalter mehrere Neuerungen für die vom 18. bis 20. Juli stattfindende Innatex an. Die internationale Fachmesse für nachhaltige Textilien wächst weiter: Rund 200 Green-Fashion-Marken präsentieren sich im Messecenter Hofheim Rhein-Main, darunter auch zahlreiche neue internationale Labels. Zudem wird das Angebot um ein gezielt auf den Fachhandel zugeschnittenes Weiterbildungsprogramm erweitert.
„Wir haben das Feedback von Einkäuferinnen und Einkäufern eingeholt und – soweit in der kurzen Vorbereitungszeit für die Sommerausgabe möglich – direkt umgesetzt“, erklärt Projektleiter Alexander Hitzel. Bei den erstmals vertretenen Marken habe man bewusst auf besonders gefragte Namen gesetzt. Dazu zählen unter anderem Elvine aus Schweden sowie die spanischen Labels Ecoalf und die Schuhmarke Saye. „Diese etablierten Marken stellen eine Bereicherung für unser vielfältiges Markenportfolio dar“, so Hitzel. Auffällig sei außerdem, dass der Heritage-Bereich in diesem Sommer deutlich von progressiveren Labels geprägt werde.
Premiere feiert auf der Messe auch das spanische Label Nouten mit einer Kollektion „casualer, sehr stylischer“ Herrenmode, wie die zuständige Agentur sie beschreibt. Zu den weiteren Ausstellern gehören unter anderem Vaude, Kuyichi, Basic Apparel, Iriedaily und Knowledge Cotton Apparel.
Zum zweiten Mal findet außerdem die Evolution Stage statt. Erstmals präsentiert dort das Schweizer Label Komana elegante, teilweise von Hand bedruckte Damenmode. Noneed.Project zeigt großzügig geschnittene Unisex-Hosen aus sogenannten Deadstock-Stoffen. Nach ihrer erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr kehren auch Jungle Folk, Makesomebodyhappy und Halt.Clothing zurück. Das von Designer Jonathan Radetz kuratierte Format zeigt, wie modernes Visual Merchandising und kreative Warenpräsentation am Point of Sale aussehen können.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf aktuellen Entwicklungen in der Branche. In Kooperation mit der Textilwirtschaft diskutieren Ronja Hüttinger von BAM! Bock auf Morgen und Kirsten Reinhold von der Textilwirtschaft über die sogenannte Empowering Consumers Directive (EmpCo), die ab September 2026 ohne Übergangsfrist gilt. Die neuen Vorgaben betreffen alle Unternehmen, die in Europa mit Endverbrauchern kommunizieren, und bringen nach Einschätzung der Veranstalter sowohl Herausforderungen als auch Chancen für die Modebranche mit sich.
Ergänzt wird das Programm durch mehrere Community Talks. Unter dem Titel „The Power of Collaboration“ geht es um die Vorteile branchenübergreifender Zusammenarbeit – etwa beim Austausch von Wissen, Ressourcen und Reichweite. Über Strategien, die regenerative Baumwolle mit glaubwürdiger Markenkommunikation verbinden, sprechen Heike Hess vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft und Tomas Schmidt von Ecoalf.
Erstmals findet am Messesamstag außerdem das Retail Summer Camp statt. Das kostenlose Angebot ist eine gemeinsame Initiative der Muveo GmbH, des CDH Mitte (Wirtschaftsverband für Handelsvermittlung und Vertrieb) und des Handelsverbands Hessen. Ziel ist es, dem Fachhandel praxisnahe Werkzeuge für erfolgreichen Verkauf und modernes Handelsmanagement zu vermitteln. Die Teilnehmer arbeiten dabei gemeinsam mit den Trainern an konkreten Praxisfällen und entwickeln direkt umsetzbare Lösungen.
Quelle: Innatex

