Wenn es leiser wird bei Ikea: Ab Juni gibt’s die „Stille Stunde“ jede Woche

Wenn es leiser wird bei Ikea: Ab Juni gibt’s die „Stille Stunde“ jede Woche

Ikea führt ab nächsten Monat in allen Einrichtungshäusern die sogenannte „Stille Stunde“ ein. Ziel sei es, Kunden und Kundinnen ein ruhigeres und barriereärmeres Einkaufserlebnis zu ermöglichen. Das Unternehmen, das seinen Deutschland-Sitz in Wallau hat, schreibt in einer Pressemitteilung heiß weiter: 

Die „Stille Stunde“ wird es künftig wöchentlich mittwochs von 17 bis 19 Uhr geben. Während dieser Zeit wird die Einkaufsumgebung gezielt angepasst, um Reize zu reduzieren. Dazu gehören der Verzicht auf Hintergrundmusik und nicht sicherheitsrelevante Durchsagen, eine reduzierte Lichtintensität sowie das Aussetzen lärmintensiver Tätigkeiten. Auch visuelle Reize werden, wo technisch möglich, verringert. 

Mit der „Stillen Stunde“ schafft Ikea ein Angebot, das unterschiedliche Bedürfnisse beim Einkaufen stärker berücksichtigt. Damit setzt das Unternehmen ein Zeichen im deutschen Einzelhandel und macht ein inklusiveres Einkaufen im Alltag erlebbar. Ziel ist es, den Besuch im Einrichtungshaus für möglichst viele Menschen unabhängig von individuellen Voraussetzungen zugänglich und angenehm zu gestalten.  

Das Angebot richtet sich unter anderem an Menschen mit Neurodivergenz, etwa im Autismus-Spektrum oder mit ADHS, sowie an Personen mit sensorischen Empfindlichkeiten. Schätzungen zufolge zählen in Deutschland etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung zu neurodivergenten Gruppen. Darüber hinaus profitieren auch ältere Menschen, Familien mit kleinen Kindern und alle, die eine ruhigere Einkaufsatmosphäre bevorzugen.  

Vor dem Hintergrund einer zunehmend diverseren Gesellschaft und wachsender Sensibilität für unterschiedliche Bedürfnisse im Alltag gewinnt die Gestaltung barrierearmer Angebote auch im Einzelhandel an Bedeutung. Einkaufsumgebungen zählen zu den Bereichen, in denen Reizbelastung für einzelne Kundengruppen eine Hürde darstellen kann. 

Die „Stille Stunde“ wurde zuvor in mehreren Einrichtungshäusern getestet, darunter in Berlin, Bremerhaven, Mannheim und Magdeburg. Die Rückmeldungen von Kundinnen und Kunden sowie die mediale Resonanz waren überwiegend positiv.  

Die Einführung erfolgt im Rahmen der unternehmensweiten Strategie für Chancengleichheit, Vielfalt und Inklusion. Ziel ist es, Barrieren im Einkaufsalltag zu reduzieren und den Zugang für unterschiedliche Kundengruppen zu erleichtern.  

Mit der bundesweiten Umsetzung schafft Ikea ein zusätzliches Angebot für ein inklusiveres Einkaufserlebnis und macht entsprechende Maßnahmen im stationären Einzelhandel breiter sichtbar. 

Quelle: Ikea

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