Wahl in Hofheim: Das Ergebnis liegt vor – das Ringen um Mehrheiten hat begonnen

Wahl in Hofheim: Das Ergebnis liegt vor – das Ringen um Mehrheiten hat begonnen

Das vorläufige Ergebnis der Stadtverordnetenwahl Hofheim liegt jetzt vor. Es hat, wie erwartet, einige kleinere Verschiebungen gegeben. Hier sind die neuesten Zahlen (in Klammern das Ergebnis der Wahl 2021):

  • CDU: 27,31 Prozent (32,93%)
  • BfH: 21,07 Prozent (8,16%)
  • Grüne: 17,29 Prozent (23,36 %)
  • SPD: 12,53 Prozent (13,46 %)
  • FWG: 6,11 Prozent (9,40 %)
  • AfD: 5,71 Prozent
  • FDP: 4,87 Prozent (6,45%)
  • Die Linke: 5,10 Prozent (5,46%)

Die Zahlen zeigen: Alle Parteien haben verloren – mit zwei Ausnahmen. Die BfH gewann fast 13 Prozent hinzu. Die AfD trat erstmals an und holte gleich 5,71 Prozent.

Es gibt 45 Sitze im Stadtparlament – die Verteilung sieht jetzt wie folgt aus:

  • CDU: 12 Sitze (bisher: 15)
  • BfH: 9 Sitze (bisher: 4)
  • Grüne: 8 Sitze (bisher: 11)
  • SPD: 6 Sitze (bisher: 6)
  • FWG: 3 Sitze (bisher: 4)
  • AfD: 3 Sitze
  • FDP: 2 Sitze (bisher 3)
  • Linke: 2 Sitze (bisher 2).

Noch in der Nacht wurde die ersten Rechenspiele gemacht – bei der Wahlparty im Güterschuppen und später noch in Telefonaten: Welche Koalition wird es im Stadtparlament geben können? Bisher regierte die CDU mit FDP und FWG – das reichte jedoch nicht für eine Mehrheit, der Dreier-Koalition fehlte eine Stimme, weshalb man regelmäßig von der Opposition überstimmt wurde.

Jetzt werden die Karten neu gemischt: Es gibt 45 Sitze im Stadtparlament – 23 Mandate sind für die Mehrheit nötig. Wer findet sich zusammen?

Ergebnis
Zum Vergrößern anklicken: Das vorläufige Ergebnis der Kommunalwahl – es wurde heute um 16.34 Uhr veröffentlicht.

CDU und BfH könnten thematisch durchaus zusammenfinden. Problem: Zusammen bringen sie nur 21 Sitze auf die Waage – ein dritter Partner wäre Pflicht, was die Sache kompliziert macht. Was viele BfH-Mitglieder abschreckt: Die bisherigen Koalitionspartner der CDU haben am Ende stets Federn lassen müssen. Dieses Wissen lässt Gespräche über eine künftige Zusammenarbeit alles andere als verlockend erscheinen.

Ganz anders sieht es bei einer Koalition aus BfH, Grünen und SPD aus: Mit 23 Stimmen hätten sie die notwendige Mehrheit – auch heißt es, dass sich die Verantwortlichen untereinander recht gut verstehen. Hier könnte also tatsächlich etwas passen.

Für Aufregung sorgte am Tag nach der Wahl in Politkreisen, was Hofheim-News bereits in der Wahlnacht berichtet hatte: Nach Vorliegen der Trendergebnisse wurde offen darüber gesprochen, dass ein solches Dreierbündnis auch bei der Wahl eines neuen Stadtverordnetenvorstehers einen eigenen Kandidaten durchsetzen könnte.

Solche Überlegungen haben – vor allem bei einigen Konservativen – für helle Empörung gesorgt. Der Parlamentspräsident müsse ein Vertreter der größten Fraktion werden, hieß es, das sei schließlich „demokratische Tradition“, schrieb einer, „das war schon immer so“, sagte ein anderer.

Die Berufung auf eine angebliche Tradition ist freilich kein besonders starkes Argument. Außerdem sollte in Hofheim ja eigentlich „alles auf den Prüfstand“ gestellt werden, damit die Stadt wieder in die Spur kommt – wie man vor der Wahl markig verkündete.

Stimmt – das war vor der Wahl. Aber warum jetzt nicht einfach mal umsetzen, was man versprochen hat? Und bei der Besetzung von Posten und Pöstchen anzufangen – das wäre sicher kein schlechtes Signal.

HN/TR

© 2025 Hofheim-News | IMPRESSUM | DATENSCHUTZERKLÄRUNG