6 Jahre nach Anschlag von Hanau: Mahnwache auf dem Kellereiplatz
Rund 50 Menschen kamen auf dem Kellereiplatz zusammen: Sie gedachten des rechtsextremen Anschlags in Hanau, bei dem vor sechs Jahren neun Menschen aus rassistischen Motiven getötet wurden. Bei der Mahnwache, zu der das Bündnis MTK gegen Rechts aufgerufen hatte, wurden Kurzbiografien der Ermordeten vorgetragen.
Das Attentat von Hanau war kein Einzelfall. Seit 1990 wurden mehr als 200 Menschen bei rechtsextremistischen Gewalttaten getötet. „Wollten wir sie alle aufzählen und jeder ausgelöschten Biografie auch nur fünf Minuten unserer Zeit widmen, bräuchten wir fast 19 Stunden und stünden morgen Mittag noch hier“, hieß es zum Auftakt der Mahnwache. Sie wurde unter einem Banner mit den Bilder der Ermordeten und der Aufschrift „Rassismus tötet“ abgehalten. Die Stadt Hofheim hat ermöglicht, dass das Banner am Kellereigebäude aufgehängt wurde und auch in den kommenden Tagen dort noch zu sehen sein wird.
Das Bündnis „MTK gegen Rechts“ weist daraufhin, dass die Gefahr durch rechte Gewalt stetig steigt. Durchschnittlich werden in Deutschland vier rechte Gewalttaten täglich verübt. Im vorigen Jahr wurden 1.521 Fälle von politisch motivierter Gewalt aus dem rechten Spektrum aktenkundig. 2024 waren es laut der Statistik des Bundeskriminalamts 1.488, im Jahr 2023 wurden 1.270 Gewalttaten mit rechtem Hintergrund gezählt.
„Diskriminierung und menschenfeindliche Haltungen vergiften das gesellschaftliche Klima und aus Worten werden Taten wie die von Hanau“, so das Bündnis „MTK gegen Rechts“: „Wir sind sehr besorgt, dass die AfD bei der Kommunalwahl erstmals auch zum Hofheimer Stadtparlament antritt, denn sie ist der parlamentarische Arm der extremen Rechten.“

Unser Bild oben entstand während der Mahnwache vor dem Kellereigebäude.
Quelle; MTK gegen Rechts

