Schusswaffe & Nagelkissen: So dramatisch verlief die Festnahme der Hofheimer Autodiebe
Die Hofheimer Polizei hatte die Festnahme der Autodiebe aus Marxheim zunächst noch recht nüchtern vermeldet. Tatsächlich handelte es sich jedoch um einen hochdramatischen Großeinsatz, der sich 560 Kilometer von Hofheim entfernt nahe der polnische Grenze abspielte und bei dem sowohl eine Nagelsperre als auch eine Schusswaffe zum Einsatz kamen. Drogen waren im Spiel, auch gefälschte Kennzeichen…
Die Vorgeschichte sorgte in Hofheim bereits für Aufsehen: Zwei Täter hatten nachts in Marxheim zwei graue Audi A6 entwendet. Die Kriminellen nutzten dabei hochentechnische Funk-Verlängerer – sogenannte Relay-Stationen. Sie lasen die Funkschlüssel, die im Inneren der Wohnungen lagen, von außen aus und verlängerten das Signal, sodass die Fahrzeuge ohne Einbruchspuren weggefahren werden konnten.
560 Kilometer entfernt fielen die gestohlenen Wagen schließlich der Bundespolizei auf. Die Polizeidirektion in Görlitz – direkt an der polnischen Grenze – schildert das dramatische Finale: „Ein Fahrzeug konnte bei Sohland an der Spree mit Hilfe eines StopSticks und weiterer Unterstützungskräfte angehalten werden. Der 30-jährige polnische Fahrer wurde vorläufig festgenommen.“ Bei StopSticks handelt es sich um spezielle Nagelstreifen, die im Einsatzfall rasch auf der Straße ausgelegt werden, um Reifen kontrolliert zu durchlöchern.
Der zweite Audi sollte ebenfalls in Sohland an der Spree gestoppt werden, entpuppte sich jedoch als noch gefährlicher. Dazu teilt die Polizei mit: „Er versuchte durch die Anhalteposten durchzubrechen und fuhr dabei auf einen Beamten der Bundespolizei zu. Dieser gab einen Schuss auf das Fahrzeug ab. Verletzt wurde niemand.“
Die Flucht endete schließlich wenige Kilometer weiter: In Steinigtwolmsdorf überfuhr auch dieser A6 einen ausgelegten StopStick. „Der 19-jährige polnische Fahrer versuchte noch zu Fuß zu flüchten, wurde aber kurz darauf gestellt. Ein Drogentest reagierte auf mehrere Substanzen, weiterhin besitzt der Beschuldigte keine Fahrerlaubnis und die Kennzeichen am Audi waren gefälscht“, so der offizielle Polizeibericht.
Für die beiden Tatverdächtigten ging es nach dem Zugriff direkt auf das Polizeirevier Bautzen in den Gewahrsam. Am Mittwoch wurden die beiden Männer schließlich dem zuständigen Haftrichter vorgeführt.
Quelle: Polizei Görlitz

