Podiumsgespräch: Wald wird wild! – Wie viel Wildnis braucht der Hofheimer Wald?
Soll ein Teil des Hofheimer Stadtwalds künftig dauerhaft aus der forstwirtschaftlichen Nutzung genommen und seiner natürlichen Entwicklung überlassen werden? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Veranstaltung „Wald wird wild!“ am Dienstag, 8. September, um 19 Uhr im Gemeindezentrum St. Peter & Paul in Hofheim. Der Verein „Waldwärts! Zukunftswald Hofheim“ und die BUND-Ortsgruppe Hofheim laden dazu ein, die Chancen und möglichen Folgen einer solchen Entwicklung öffentlich zu diskutieren.
Es geht ausdrücklich nicht um eine Bewertung der derzeitigen Beförsterung. Im Mittelpunkt steht vielmehr die grundsätzliche Frage, was geschieht, wenn der Mensch auf einem Teil der Waldfläche auf forstwirtschaftliche Nutzung verzichtet.
Naturwälder entwickeln sich nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten. Bäume können alt werden und absterben, Totholz bleibt im Wald, natürliche Kreisläufe gewinnen an Bedeutung und Lebensräume verändern sich. Befürworter verbinden damit Vorteile für Artenvielfalt und Widerstandsfähigkeit des Waldes. Mit dem Bundesprogramm KlimaWildnis können entsprechende Projekte zudem finanziell gefördert werden. Für Hofheim stellt sich deshalb auch die Frage, welchen ökologischen und wirtschaftlichen Nutzen eine solche Fläche für die Stadt haben könnte.
Gleichzeitig gibt es Alternativen. So können bewirtschaftete Waldflächen etwa zur Erzeugung und Vermarktung von Ökopunkten genutzt werden. Welche Lösung bietet unter den Bedingungen des Hofheimer Stadtwaldes die größeren Vorteile? Und welche Konsequenzen hätte es, sich langfristig für die eine oder andere Form der Waldentwicklung zu entscheiden?
Wald wird wild! Das Publikum diskutiert mit
Ob und in welchem Umfang eine solche Waldwildnis in Hofheim tatsächlich verwirklicht werden kann, ist dabei nicht allein eine fachliche Frage: Entscheidend sind auch politische Mehrheiten, der Wille zur Veränderung und die Bereitschaft, verbreitete Vorbehalte offen zu diskutieren.
Diese Fragen diskutieren Mark Harthun, Waldsprecher des NABU Hessen, Georg Messerer von der KlimaWildnisZentrale Berlin und Daniel Philipp, Erster Stadtrat der Stadt Hofheim und zuständig für den Hofheimer Wald. Harthun wird die Entwicklung nutzungsfreier Wälder aus naturschutzfachlicher Sicht beleuchten. Messerer bringt seine bundesweite Erfahrung mit Projekten zur Wildnisentwicklung und zum Natürlichen Klimaschutz ein. Philipp vertritt die kommunalpolitische Perspektive.
Die Veranstaltung ist bewusst nicht als reine Expertenrunde geplant. Ein erheblicher Teil des Abends gehört der Diskussion mit den Besucherinnen und Besuchern. Fragen, Einwände und unterschiedliche Auffassungen sind ausdrücklich erwünscht.
Denn die Entscheidung über die Zukunft des Hofheimer Waldes betrifft weit mehr als die Art seiner Bewirtschaftung. Der Wald ist Naturraum und Erholungsgebiet, zugleich aber auch kommunales Eigentum. Die Frage, ob ein Teil davon künftig dauerhaft der natürlichen Entwicklung überlassen werden soll, verdient deshalb eine breite öffentliche Diskussion. Der Eintritt zu „Wald wird wild!“ am Dienstag, 8. September, um 19 Uhr im Gemeindezentrum St. Peter & Paul (Pfarrgasse 2) ist frei.
Quelle: Waldwärts! Zukunftswald Hofheim und BUND-Ortsgruppe Hofheim


Hier darf ausnahmsweise die Arbeit einmal „liegengelassen“ werden! Damit hat die Loki Schmidt Stiftung (Naturschutz mit Hand und Herz) sehr gute Erfahrungen gemacht. Und als Einhegung des liegen gelassenen Waldes wird ein Global Garden -altgermanisch Hain- angelegt, den Kommune und freiwillige Bürger betreuen. Denn die Lunge unserer Erde muss wieder atmen lernen. Danke.