Rathaus räumt ein: „Chalet“ ist ein Schwarzbau – es gibt keine Baugenehmigung
Gestern brachten wir die dubiosen „Chalet“-Verträge ans Licht – von CDU-Männern abgezeichnet, im Rathaus jahrelang konsequent unter Verschluss gehalten. Heute fällt die nächste Kulisse: Für den Holzbau, der seit Jahren prominent in unserer Altstadt steht, fehlt schlichtweg die zwingend vorgeschriebene Baugenehmigung. Die Konsequenz ist knallhart: Die Hütte rangiert rechtlich tief in der Grauzone. Sie ist de facto ein Schwarzbau, der den Bürgern obendrein den Blick auf das denkmalgeschützte Türmchen versperrt. Und nun? Die Stadt hat reagiert und den Fall bereits an die übergeordnete Kreisbehörde weitergereicht.
Es ist schon ein echter „Hingucker“, dieses „Chalet“ auf dem Untertorplatz mitten in der Hofheimer Altstadt. Zumindest, wenn man auf harte Brüche steht: Vorne der ziemlich heruntergekommen wirkende Weinstand – dahinter die historische Fachwerkkulisse, erbaut auf der ehemaligen Stadtmauer und überragt vom denkmalgeschützten „Türmchen“ aus der Zeit nach 1352.
Wer hier im Stehen sein Gläschen leert, kommt unweigerlich ins Grübeln: Wie konnte sich eine derart unansehnliche Holzhütte dauerhaft an einem der sensibelsten Orte der Stadt breitmachen? Wer winkt so etwas durch?
Wir wollten es genau wissen und hakten im Rathaus nach. Unsere simple Frage: Auf welcher baurechtlichen Grundlage steht dieser Weinstand hier eigentlich?
Die Antwort aus dem Rathaus? Ein Meisterwerk feinsten Amtsdeutschs. Wer sich jedoch die Mühe macht, die verbalen Nebelkerzen in Klartext zu übersetzen, blickt in einen Abgrund bürokratischer Willkür: Es gibt keine baurechtliche Genehmigung. Null. Nichts.
Stattdessen hat die Stadt hier jahrelang das geltende Regelwerk ganz nach eigenem Gusto zurechtgebogen – praktischerweise immer exakt so, wie es einigen Herren gerade am besten in den Kram passte.

Ein kurzer Blick zurück, der einiges erklärt: Das „Chalet“ ist die toxische Altlast der alten Rathaus-Garde. Die Hauptdarsteller: Ex-Bürgermeister Christian Vogt und der frühere Erste Beigeordnete Wolfgang Exner (beide CDU). Dieses Duo setzte seine Unterschriften unter einen Deal mit dem ehrenamtlichen Stadtrat Wulf Baltruschat, der als Vorsitzender des Vereinsring den Weinstand betreibt. Bemerkenswertes Timing: Der Vertrag wurde, wie gestern berichtet, just in der Phase besiegelt, als Baltruschat frisch in die CDU eingetreten war. Ein Schelm, wer dabei an Zufall denkt.
Der SPD-Beigeordnete Bernhard Köppler übernahm später die Zuständigkeit im Rathaus. Wer nun auf Transparenz hoffte, wurde jedoch bitter enttäuscht. Köppler mauerte. Mit immer neuen Ausflüchten zementierte er den Deckel auf der Akte und hielt die Papiere tief in den Schubladen versteckt – ein schwarzes Loch, selbst für gewählte Stadtverordnete.
„Chalet“-Trickserien: Holzhaus wird zum Getränkewagen
Heute stehen Bürgermeister Wilhelm Schultze (Bürger für Hofheim) und sein Erster Stadtrat Daniel Philipp (Grüne) vor einem politischen Trümmerfeld. Ihre undankbare Aufgabe: Den gewaltigen Scherbenhaufen ihrer Vorgänger nun irgendwie zusammenzukehren.
Und damit zurück zur eigentlichen Frage: Auf welcher Basis steht die Hütte? Irgendeine rechtliche Krücke muss es ja geben.
Das Rathaus liefert sie: Man habe sich jahrelang auf das straßenrechtliche Sondernutzungsrecht berufen. Garniert mit Paragraf 63 der Hessischen Bauordnung (HBO) – ein Passus, der eigentlich für temporäre Verkaufsstände auf öffentlichen Straßen gedacht ist. Im schönsten Beamtendeutsch deklarierte man das „Chalet“ folglich zu einer „untergeordneten, theoretisch demontierbaren Holzkonstruktion“, die „primär veranstaltungs- und vereinsbezogen“ betrieben werde.
Wir übersetzen das mal: Die Stadt Hofheim behandelte ein massives, feststehendes Holzhaus rechtlich exakt so wie einen klappbaren Würstchenstand auf dem Wochenmarkt. Oder wie einen temporären Bierwagen auf einem zweitägigen Straßenfest.
Der einzige Zweck dieser juristischen Akrobatik? Das zwingend erforderliche, aber eben lästige Baugenehmigungsverfahren sollte umschifft werden. Geltendes Recht wurde von den Verantwortlichen kurzerhand beiseite gewischt. Das Prinzip dahinter ist so simpel wie erschreckend: Wo kein Kläger, da kein Genehmigungsverfahren.
Warum dieser juristische Blindflug über Jahre hinweg im Rathaus niemandem aufgefallen sein will? Das lassen wir an dieser Stelle einfach mal unkommentiert im Raum stehen.
Spannender ist die Frage, wie die neue Stadtspitze mit diesem Erbe umgeht. Die trat schließlich mit dem Anspruch an, im Rathaus endlich wieder für Transparenz sowie Recht und Ordnung zu sorgen.
Auf unsere Nachfrage rudert die Verwaltung tatsächlich kleinlaut zurück. Offiziell heißt es jetzt, der bisherigen rechtlichen Einordnung des Weinstands stünden – Zitat – „angesichts des dauerhaften Verbleibs des Baukörpers“ nun doch „inhaltliche Bedenken entgegen“.
Da hat also tatsächlich jemand in der Verwaltung gemerkt, dass das bisherige rechtliche Kartenhaus vorn und hinten nicht hält. Überraschung: Eine dauerhaft festgedübelte Holzhütte im sensiblen Denkmalbereich verwandelt sich eben auch durch intensives behördliches Wunschdenken nicht in eine fliegende Kirmesbude.
Die logische Konsequenz? Eigentlich müsste die Stadt jetzt kurzen Prozess machen: Riegel vor die Bude, Vorhängeschloss dran, Betrieb einstellen. Und zwar sofort.
Seit einem halben Jahrzehnt wird auf dem Untertorplatz geltendes Recht gebrochen – mit der schweigenden, amtlichen Billigung der Stadtspitze. Man wage nur mal das Gedankenspiel: Ein ganz normaler Bürger zimmert sich ohne Baugenehmigung ein Gartenhaus in den sensiblen Altstadtbereich. Die Behörde würde mit der vollen Härte des Gesetzes anrücken.

Doch beim „Chalet“ läuft im Rathaus vorerst wohl noch weiter der Schonwaschgang. Bürgermeister Schultze inszeniert sich gerne als der große Vereinsfreund. Da will man niemandem auf die Füße treten – erst recht nicht, wenn angesichts der klammen Stadtkasse ohnehin bald bitterböse Sparmaßnahmen verkündet werden müssen.
Dass die rustikale Holzhütte bei Lichte betrachtet viel zu oft als lukrative Cashcow für private Kassen herhalten muss? Dass das Etikett „Vereinsförderung“ mittlerweile nur noch als fadenscheiniges Feigenblatt dient? Schwamm drüber!
Was also tun, wenn das juristische Luftschloss krachend in sich zusammenfällt? Man greift zum Hofheimer Klassiker: Wegducken und den Schwarzen Peter einfach weiterschieben.
Am 6. Juli wanderte die Akte per förmlicher Anfrage eine Etage höher – zum Amt für Bauen, Umwelt und Verkehr des Main-Taunus-Kreises. Jetzt soll die Bauaufsicht im Landratsamt retten, was eigentlich nicht mehr zu retten ist. Die verzweifelte Bitte aus dem Rathaus: Prüft doch mal „verbindlich“, ob man nicht wenigstens im Nachhinein ein vereinfachtes Genehmigungsverfahren nach Paragraf 65 HBO über die Hütte stülpen kann. Legalisierung durch die Hintertür.
Doch selbst wenn die Kreis-Bauaufsicht beide Augen fest zudrückt, wartet schon der eigentliche Endgegner: die Untere Denkmalschutzbehörde. Die Holzbude thront schließlich mitten im geschützten Ensemble, direkt vor der historischen Fachwerkzeile. Ohne den Segen der Denkmalschützer? Geht gar nichts.
Und genau da könnte die Luft für die Hütten-Lobby jetzt verdammt dünn werden. Denkmalschützer haben für lokalpolitische Gefälligkeits-Deals erfahrungsgemäß null Toleranz. Eine dauerhaft festgenagelte Bretterbude als Sichtblockade vor historischer Kulisse? Das dürfte dort krachend durchfallen.
Für das „Chalet“ könnte genau das nun das endgültige Aus bedeuten.
Dass dieser Bau womöglich völlig illegal im historischen Herzen der Stadt steht, ficht die Hofheimer Stadtspitze derweil offenbar herzlich wenig an. Stattdessen teilt man großmütig Beruhigungspillen ans Volk aus: „Die Belange der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, der Standsicherheit sowie des Brandschutzes“ seien jedenfalls garantiert, heißt es auf unsere Nachfrage aus dem Rathaus.
Frei nach dem Motto: Solange die Bude nicht abbrennt oder beim nächsten Sturm umkippt, stört so ein bisschen Schwarzbau-Flair doch nicht weiter. Da perlt der Schoppen im Glas doch gleich viel geschmeidiger.
Man darf jedenfalls gespannt sein, wie die Kreisbehörde und vor allem die Denkmalschützer dieses Hofheimer Hüttenspiel am Ende bewerten.
Eines ist sicher: Das letzte Wort ist hier noch lange nicht gesprochen. Wir bleiben für Sie dran.
TR


Tja, wenn man mit jedem per Du ist, ist der Klüngel nicht weit. Früher hätte man die Verantwortlichen geteert, gefedert und aus der Stadt gejagt. So bleibt uns nur ein Gedanke: Nix wie weg aus Hofheim!
Müssen Schwarzbauten nicht sofort entfernt werden, bis die Situation rechtlich geklärt ist?
… oder gibt es ein Gewohnheitsrecht für alle Schwarzbauten?
… wer haftet für diese Minderleistung?
Vielen Dank für die Transparenz! Leider muss man sich selbst fragen, warum die Hütten-, Immobilen- und Baulobby mit dem C und F im Namen Hofheim jahrelang in den Griff nehmen konnte. Als ob es keine anderen Themen für das Wohl der Stadt gegeben hätte. Bei jeder Wahl hatte man die Wahl.
Mir gefällt es, dass der Platz durch den Weinstand belebt wird. Allerdings sollte die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sein.
Die wären 100%ige Transparenz, auch in baulicher Hinsicht. Zum Beispiel durch ein Chalet-Hütte aus Glas – um die Sichtbarkeit von Hofheims historischer ID-Zeile mit dem Türmchen nicht zu beeinträchtigen. Ob das Denkmalamt damit einverstanden wäre, steht auf einem anderen Blatt!
Wenn die Stadt Vereine fördern will, sollte sie das offen, transparent und nachvollziehbar tun. Ein Vertragskonstrukt hingegen, bei dem am Ende niemand mehr genau weiß, wo Vereinsförderung aufhört und Privatgeschäft beginnt, ist nicht akzeptabel. Denn städtisches Eigentum ist kein Freundschaftsdienst für Auserwählte, sondern muss im Interesse der Allgemeinheit eingesetzt werden.
Eigentlich könnte das Chalet eine schöne Gelegenheit sein, um Vereinen die Möglichkeit zu bieten, die klammen Vereinskassen aufzufüllen.
In diesem Fall trübt die mangelnde Transparenz jedoch das Bild erheblich.
Es stellen sich schon lange einige Fragen, die hoffentlich noch beantwortet werden:
Wer entscheidet, welcher Verein welches Wochenende zugewiesen bekommt?
Baltruschat samt Frau betreiben das Chalet immer am Wäldchestag. Ich denke, das ist eines der umsatzstärksten Wochenenden im Jahr. Wo gehen diese Gelder hin?
Warum sollen die Verträge mit der Stadt so geheim gewesen sein, daß man sie über Jahre unter Verschluss hielt? Wollte man Geklüngel vertuschen?
Jetzt, wo offensichtlich ist, dass im Chalet nicht nur Vereine ihr Geld verdienen: Warum belässt es die Stadt bei dieser lächerlichen Gebühr?
Okay, da ging wohl alles nicht so mit rechten Dingen zu, und ja, des Hüttschen is net unbedingt ein Hingucker, und ja, auch die Sicht vom Türmchen wird je nachdem wo man steht beeinträchtigt.
Aber sind wir doch alle mal ehrlich: Seit Corona hat sich so viel verändert, Bierkneipen gibt’s nemmer so viele, Restaurants schließen mittlerweile um 22 Uhr vielleicht auch um 23 Uhr ihre Pforten, die Leute gehen mittlerweile auch teilweise weniger weg als vorher, aber überall werden Weinbuden eröffnet, sei es in Hattersheim, in Kriftel und wo noch.
Ja mit dem Chalet isses bissi blöd gelaufen, aber es ist auch ein Ort der Begegnung, es zieht viele Menschen ob jung oder alt nach Hofheim, und wenn der Platz nicht der idealste ist, sollte man den Menschen, die dort gerne mal nen Wein trinken und für ne Weile sich dort aufhalten, nicht das Chalet nehmen. Dann sollte man überlegen ob man es nicht hinter oder bei der Bushaltestelle hinstellen kann?
Ich bin nicht unbedingt der Weintrinker und mir könnt es egal sein ob da oder weg! Nee, isses mir aber nicht, weil wie schon am Anfang geschrieben, es ist ein Ort der Begegnung. Wie viele Leute treff ich am Weinstand, die du sonst selten triffst, da wird ein wenig gebabbelt, was getrunken, und dann löst sich des auch wieder auf.
chließen und wegnehmen ist sicher nicht die Lösung – findet ne bessere, so das alle zufrieden sind.
Is‘ doch eigenartig:
alle Gegner der „Bretterbude“ ahnten seit Jahren, daß „das Ding“ dort gar nicht stehen darf – ich erinnere mich an die längeren Diskussionen im HK-Newsletter seinerzeit – und machten begründete Kommentare, auch zu den Umsätzen, die wahrscheinlich auch im „Nirwana“ verschwanden, wer weiß…
Daß nun Bürgermeister Schultze nicht mal „schnell und unbürokratisch“ durchgreifen läßt und das „Ding“ zusammengekloppt aufm Bauhof landet, irritiert einen sichtlich…
Die Hofheim-News informieren oft auf erfrischende Art und Weise über das Geschehen vor Ort und ich möchte sie nicht missen.
Beim „Fall Chalet“ frage ich mich allerdings, vom Ende her denkend, was mit dieser Kampagne bezweckt werden soll.
Ist es wirklich ein erstrebenswertes Ziel, diesen geselligen Treffpunkt endgültig auszumerzen und den teilnehmenden Vereinen in Zeiten, da die Vereinsförderung auf der Kippe steht, eine weitere Finanzierungsquelle zu nehmen? Ich kenne eine Reihe von Vereinen, für die das eine sehr willkommene Möglichkeit ist, die finanzielle Situation für die ehrenamtliche Arbeit aufzubessern. Das sollte nicht verächtlich bei Seite geschoben werden, als wäre es nur ein Vorwand für eigennützige Geschäfte.
Stünde ein weißer Ritter bereit, der an einem geeigneteren Standort (welcher sollte das sein?) eine hübschere Bude (wie soll die aussehen und was soll die kosten?) hinstellt und das ganze ohne die Ausnutzung rechtlicher Grauzonen (de facto fast unmöglich!) statt des „hemdsärmeligen“ Herrn Baltruschat ehrenamtlich zu managen bereit ist (wer sollte das sein?)?
Ja, man darf selbstverständlich kritische Nachfragen stellen, aber das Jagdfieber sollte nicht in dem Maße Überhand nehmen, dass ein schützenswertes Kind mit dem Bade ausschüttet wird.
Überhaupt kann ja jeder über jeden denken was er möchte, aber einem Menschen, der sich seit Jahrzehnten in vielen Funktionen ehrenamtlich engagiert ohne echte Beweise öffentlich dermaßen in die Schmuddelecke zu stellen, das kann mir nicht gefallen.
Lieber Herr Wischert, vielen Dank für Ihren Kommentar. Auf einige Ihrer Punkte will ich eingehen, denn hier geht es bestimmt nicht um „Jagdfieber“. Hier geht’s allein um grundlegende Fragen von Transparenz und Rechtmäßigkeit.
1. Seit Jahr und Tag versuchen Stadtverordnete, Einblick in die Verträge zum Chalet zu bekommen – ohne Erfolg. Die frühere Rathausführung hielt die Dokumente unter Verschluss; jede Anfrage in den Gremien wurde strikt abgewiesen. Ob das rechtlich in Ordnung war, bezweifle ich. Wie sollen Stadtverordnete richtige Entscheidungen treffen, wenn ihnen wichtige Informationen vorenthalten werden? Wohin eine solche Intransparenz diese Stadt geführt hat, erleben wir gerade alle dramatisch bei unseren städtischen Finanzen.
2. Von einer „Kampagne“ kann nun wirklich keine Rede sein. Ich habe Fragen an das Rathaus geschickt und diesmal – endlich! – Auskunft erhalten. Ich habe berichtet, was mir mitgeteilt wurde. Dank dieser Auskünfte wissen wir jetzt: Die Holzhütte wurde ohne baurechtliche Genehmigung errichtet. Ein solches Vorgehen kann Ihnen als Altstadt-Geschäftsmann doch eigentlich nicht gefallen, oder?
Wir wissen jetzt auch: Privat- und Geschäftsleute machen auf städtischem Grund und Boden regelmäßig lukrative Geschäfte. Wo das Geld verbleibt, hütet der Betreiber weiter wie ein Geheimnis. Was bitteschön hat das mit Vereinsförderung zu tun?
Und schließlich wissen wir jetzt auch, dass die Stadt seit Jahren auf Gebühren verzichtet – selbst bei Geschäftsleuten. Die Stadtkasse ist leer, Steuern und Gebühren steigen: Finden Sie es wirklich richtig, dass einzelne Bürger von der Stadt quasi subventioniert werden?
3. Um auch das ganz deutlich zu sagen: Niemand will den Vereinen etwas nehmen. Der Vorwurf, man wolle einen Treffpunkt ausmerzen oder den Vereinen eine Finanzierungsquelle nehmen, ist übrigens das bevorzugte Argument, mit dem der Vereinsring bisher jede kritische Nachfrage und zu dem undurchsichtigen Treiben ums Chalet vom Tisch zu wischen pflegte.
Aus meiner Meinung mache ich keinen Hehl: Ich bin dafür, einen geeigneten Standort zu finden – für alle Vereine. Wenn dann offen informiert wird, wer wann ausschenken darf, und wenn dann auch transparent dargestellt wird, wo das ganze Geld hingeht – alles bestens. Das fänd ich richtig gut!
Zuletzt: Kritisches Nachhaken wie auch das Einhalten von Vorschriften sollten nicht als „Schmuddelecke“ abgetan werden. Sie sind schlicht und einfach Pflicht.
Lieber Herr Ruhmöller,
wir müssen uns nicht an einzelnen Worten festhalten, für mich fühlt es sich halt wie eine Kampagne an. Aber wenn es keine sein soll, dann ist es ja umso besser.
Zum Thema Transparenz kann ich Ihnen weitestgehend zustimmen, die war in Hofheim leider noch nie sehr ausgeprägt. Und ja das finde auch ich nicht gut, auch wenn es teils Gründe hat.
Sie sprechen dramatisch von einem politischen Trümmerfeld – und ja, in Form der städtischen Finanzen liegt ein solches vor. Für die kleine Bude von der hier die Rede ist, reicht in meinen Augen auch ein kleineres Kaliber. In Hofheim ist soviel liegen geblieben, da könnte man sich die Superlative für die echten Klopse aufheben, z.B. das Elend mit dem Meisterturm.
Wenn Geschäftsleute in Hofheim Geschäfte machen, dann finde ich das zuallererst einmal gut Derzeit, erlaube ich mir anzumerken, gestaltet sich das ob der äußeren Rahmenbedingungen wie der Baustellensituation in vielen Bereichen mehr als mühsam.
Auch für den Stadtsäckel rechnet es sich. Es fließen Steuern, wenn auf legale Art Geschäfte gemacht werden. Auch hier wäre Transparenz natürlich das Zauberwort und könnte Mutmaßungen und Unterstellungen den Boden entziehen.
Wenn man dem Chalet für kommerziellen Gebrauch ortsübliche Gebühren abverlangen würde, kämen sicher „eine Handvoll Dollar“ in die Stadtkasse. Richtig Geld lässt die Stadt aber direkt neben der Bude liegen. Es wird von der Bürgerschaft massiv ausgenutzt, dass die Parkscheine äußerst selten kontrolliert werden.
Bei Ihrem Punkt 3 kann ich leider nur bitter auflachen, nach dem Motto: Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten. Sie schreiben es doch wortwörtlich selbst sehr deutlich, worum es Ihnen geht: „Eigentlich müsste die Stadt jetzt kurzen Prozess machen: Riegel vor die Bude, Vorhängeschloss dran, Betrieb einstellen. Und zwar sofort.“ Die Relativierungen die folgen sind wohlfeil. Einen besseren Standort hat man auch im Ortsbeirat nicht gefunden. Einen anderen Betreiber, der es besser macht als der Vereinsring hat auch noch niemand aus dem Hut gezaubert.
Ich fürchte die Geschichte endet mit einem schalen Sieg. Bude zu. Basta. Völlig legal. Völlig korrekt. Völlig transparent. Keiner macht einen Fehler. Glückwunsch.
Von einer Kampagne kann nicht die Rede sein – es ist ein Weckruf der Hofheim-News an die neue Magistratsspitze, zukünftig gerechter zu planen und transparenter zu entscheiden – als es die alte Rathaus-Truppe getan hat. Das haben der neue Bürgermeister und Magistrat verstanden und sich entsprechend verhalten – rückversichernd an höherer Stelle, wie, wo und ob weiterhin mit dem WeinChalet des Vereinsrings verfahren werden soll. Somit, sehr geehrter Herr Wischert, mögen Sie nicht päpstlicher als der Papst die Sache einschätzen – auch wenn Ihr Anwesen direkt neben der alten Hofheimer Pfarrkirche St. Peter und Paul liegt.
Wenn es um Ungerechtigkeit und Missstände geht bin ich durchaus einer, der den Mund aufmacht und für Werte eintritt. Nur sehe ich nicht, wer durch diese Bude – in der ich so gut wie nie Kunde bin, darum geht es also nicht – geschädigt wird.
Was ich regelmäßig sehe, sind Menschen, die fröhlich beisammenstehen und miteinander reden. Indirekt unterstützen sie damit die wertvolle und vielseitige Vereinsarbeit in Hofheim. Der Zweck heiligt in einem solchen Fall die Mittel, was ja auch bislang die inoffizielle Position der Stadt war und das mit guten Gründen.
Wenn diese Gelassenheit und positive Herangehensweise päpstlicher als der Papst ist, dann bin ich es ausdrücklich sehr gerne.
Hallo Herr Wichert, für mich haben Sie alles zu 100% erklärt was ich auch zu 100% unterschreiben würde!
Es ist schon traurig das man an gewissen Tagen Mitbürger Hofheim aufgrund fehlender Location in Mainz, Hochheim, Flörsheim, Wicker, Kriftel und Kleinmarkthalle zum Weinchen sieht oder trifft.
Abgesehen vom „Chalet“ und der vielen Energie sollte man diese nutzen um auch die obere Hauptstraße für alle interessanter zu machen mit Handel und Gastronomie.
Völlig richtig! Ich sehe es ganz genauso!
Historisch sensibles Stadtbild etc. Was ist mit der Dönerbude 80 Meter weiter was in rot aussieht wie ein MCDonald? Ist das schön?
Sollen wir Hofheimer unser Wein-Geld jetzt nach Mainz, Hochheim, Flörsheim, Hattersheim und Krifel tragen?
Man sollte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen!
Die Dönerbude steht nicht vor dem Türmchen sondern seitlich dahinter. Das stellt schon mal einen großen Unterschied dar!
Dann möchten die Kritiker das Chalet nicht per se weghaben, sondern kritisieren den Standort und die Intransparenz.
Es sollte doch möglich sein darüber zu diskutieren, ohne dass den Kritikern Dinge in den Mund gelegt werden, die sie so nie geäußert haben!
Laut Beitrags- und Gebührenordnung des Vereinsrings fällt für die Anmietung des Weinprobierstands pro Tag eine Gebühr von 40 Euro für Vereinsmitglieder und 60 Euro für Nicht-Vereinsmitglieder an. Macht bei über 100 Wochenendtagen über 4.000 Euro im Jahr.
An Strom- und Wassergebühren berechnet die Stadt dem Vereinsring dagegen nur 30 Euro pro Monat; als Standmiete für den Kühlwagen müssen künftig lediglich 360 Euro (bei Wochenendnutzung) bzw. 500 Euro (bei Ganzjahresnutzung) gezahlt werden.
Das Chalet versperrt den Blick auf das denkmalgeschützte Türmchen? Stimmt, wenn man genau die richtige Stelle sucht. Aber an allen anderen Stellen nicht, da sieht man das Türmchen tadellos. Ist das nicht ein wenig Panikmache?
Und mit dem gleichen Argument: Die vielen vielen Autos auf dem Platz stören nicht den Blick auf das Türmchen? Der schönste Platz von Hofheim wird als Parkplatz genutzt? Und das ist ok?
Wer findet den Fehler?
Da möchte ich Ihnen zustimmen Herr Wagner. Der zentrale Platz ist an sich attraktiv und wichtig für eine Stadtmitte. Einige Parkmöglichkeiten müssen dort auch sein. Allerdings würde ich die komplette Reihe von Parkplätzen vor dem künstlichen Wasserlauf und vor der Gebäudezeile entwidmen. Das würde die Aufenthaltsqualität des gesamten Platzes deutlich erhöhen. Dann wäre auch Platz für mehr kühlendes und Schatten spenden des Grün, was von vielen Bürgern unterstützt werden dürfte.
Schraubt doch jetzt gleich mal zwei nicht so kleine Räder an das Ding, und fertig ist der mobile wegfahrbare Weinstand. haha
Wenn Räder dran sind, zum Meisterturm fahren
Gute Idee!
Sehr gute Idee. Vielleicht könnte man eine baugleiche Hütte dort oben aufstellen und nach demselben Prinzip bewirtschaften, am Wochenende ab Freitag Nachmittag bis Sonntag?! Da hätte man schon vor dem Sommer drauf kommen können. Aber besser spät, als nie.
Hui! Der Vereinszweck und die Gemeinschaft heiligt doch nicht alle Mittel. Bin verwundert über manche Kommentare. Sucht doch einen Standort: dort soll die Stadt etwas errichten und selbst an Vereine vermieten. Eine volle Stadtkasse ist die beste Grundlage für Vereinsunterstützung.
Wenn hier jemand sagt, es geht um Gesellschaft und Leute treffen… ja dann ladet doch wieder zum Drogendeal hintern Busbahnhof wie früher ein. Oder errichtet eine Kifferbude – das ist genauso gegen die Regeln wie Alkohol ausschenken ohne echte Schankerlaubnis, ohne Anträge, Wasseranschluss ohne Hygieneprüfung, lebensmittelrechtlich nicht unterwiesenes Personal auch ohne Gesundheits-Check und Geld irgendwo hin ohne Steuern. Einfach nur irre – und geschützt vom Rathaus.
Ich hoffe, dass alle, die sich hier echauffieren, sich auch sonst sehr akkurat verhalten und jeden Fahrradstellplatz und jedes Gartenhüttchen bei sich zu Hause vom Amt genehmigen lassen. Sonst würde ich überhaupt nicht mehr verstehen, wie man mit so viel Häme auf eine – zugegebenermaßen – etwas unbürokratische Lösung für etwas schaut, was die Stadt definitiv belebt und den Vereinen nützt. Freuen sich hier wirklich alle, wenn das Chalet weg ist und die Bürokratie gesiegt hat?
Liebe Frau Wittenhagen, keiner will Ihnen Ihr Glas Wein nehmen, wirklich nicht! Und keiner, wirklich kein Mensch hat etwas gegen einen Weinausschank, der den Vereinen nützt. Das sollte doch eigentlich nicht so schwer zu verstehen sein: Weinhütte ja! Für alle Vereine! Nur für Vereine!
Leider bleiben die Vereine viel zu oft vor. Der Vereinsring lässt immer wieder Private ausschenken: So wird viel Geld verdient, ohne dass die Stadt auch nur einen einzigen Cent davon hat (von Vereinen gar nicht zu reden). Gleichzeitig wird die umliegende Gastronomie ganz übel benachteiligt. Und jetzt möchte ich mal Ihre Frage aufnehmen: Freuen Sie sich wirklich, wenn die Gaststätten weg sind?
Es geht hauptsächlich um jahrelange Intransparenz. Es muss offengelegt werden ob tatsächlich unter dem Deckmantel des Vereinsrings privat Gelder verdient werden.
Letztlich muss jeder Gastronom um das Chalet alle Abgaben zahlen und sich an Auflagen halten.
Das sollte dann auch für das Chalet gelten, von dem nur zum Teil die Vereine profitieren!
Bewegliches Verkaufsfahrzeug statt Bretterbude
Es ist durchaus begrüßenswert, wenn Vereine versuchen, ihre Kassen durch gewerbliche Einnahmen aufzubessern, zumal wenn sie künftig nicht mehr in gleichem Umfang wie bisher mit einer finanziellen Unterstützung seitens der Kommune rechnen können. Bis zu einem Jahresumsatz von 50.000€ sind diese sogar steuerfrei.
Warum legt sich der Hofheimer Vereinsring an Stelle des sog. Chalets kein Verkaufsfahrzeug zu, das von den Vereinen nach Bedarf angemietet werden kann. Hierfür braucht man auch keine Baugenehmigung. Vielleicht findet sich für ein solches Fahrzeug sogar ein Sponsor in Hofheim.
Ja – es ist eine Bretterbude – und eine hässliche noch dazu. Und ja, es ist absolute Transparenz gefragt und kein Gewuschel und Gemauschel mehr!!!
Und es ist die Aufgabe eines guten Journalisten, solche Fälle aufzudecken! Oder etwa weiter so?
Der Vorschlag, alle Vereine auf diesem Weg zu unterstützen, ist gut und wünschenswert. Warum nicht mobil – mal hier, mal dort? Aufstellmöglichkeiten gibt es genug…