Neueste Einwohnerstatistik zeigt: Kernstadt wächst – Stadtteile kühlen ab
Laufen der Stadt Hofheim die Menschen weg? Die neueste Einwohnerstatistik, vorgestellt von Bürgermeister Willi Schultze in der Sitzung des Stadtparlaments, wurde von Andreas Hegeler sofort als Alarmzeichen interpretiert: Einen solchen Rückgang bei den Einwohnerzahlen, so der CDU-Fraktionschef, habe es noch nie gegeben, darüber müsse man demnächst dringend reden. Die Aufregung war allerdings unnötig: Bei genauerer Betrachtung verläuft die Entwicklung eher unspektakulär.
Fakt ist: Kommunale Bevölkerungszahlen verändern sich meist schleichend. Nach einer leichten Wachstumswelle 2023 und Mitte 2025 zeigt sich in Hofheim ein moderater Trend nach unten: Ende 2022 zählte die Kreisstadt 41.232 Einwohner (40.791 mit Hauptwohnsitz) und erreichte im Sommer 2023 mit 41.335 ihren Höchststand. Nach einer relativ stabilen Phase bis Sommer 2025 (41.230) setzte ein Rückgang ein. Zum 30. Juni 2026 lebten noch 40.557 Menschen in Hofheim (40.155 mit Hauptwohnsitz) – ein Gesamt minus von 675 Personen (-1,64 %) bzw. 636 Hauptwohnsitzen (-1,56 %) seit Ende 2022.
Innerhalb des Stadtgebiets verläuft diese Entwicklung ungleichmäßig: Die Kernstadt erweist sich mit einem leichten Plus von 15 Personen auf 14.815 Einwohner (Zwischenhoch Mitte 2025: knapp 15.000) als stabil.
In den übrigen Ortsteilen schrumpfen die Zahlen hingegen durchweg. Prozentual die deutlichsten Rückgänge gab es in Diedenbergen und Wallau. Diedenbergen verlor von Ende 2022 bis Mitte 2026 insgesamt 163 Personen und sank von 4.224 auf 4.061 Einwohner (-3,86 Prozent). Wallau fiel im selben Zeitraum von 4.541 auf 4.408 Einwohner – das sind 133 Personen weniger (-2,93 Prozent). In Marxheim sank die Zahl um 162 auf 9.327, in Langenhain um 104 auf 3.420, in Lorsbach um 82 auf 2.866 und in Wildsachsen um 46 auf 1.660 Einwohner.
Ein Minus von knapp 1,6 Prozent über dreieinhalb Jahre ist wohl kaum ein Anzeichen für eine schlagartige Abwanderung, sondern dürfte üblichen demografischen Schwankungen entsprechen. Als Muster klar erkennbar ist lediglich, dass das Stadtzentrum sein Niveau hält, während die Außenbezirke leicht abkühlen.
TR

