Umweltverband kritisiert CDU-Forderung nach neuen Baugebieten

Umweltverband kritisiert CDU-Forderung nach neuen Baugebieten

Hofheims CDU steht massiv unter Druck. Jetzt schießt auch noch der örtliche BUND scharf gegen die Christdemokraten: Deren Vorschlag, das klaffende Loch in der Stadtkasse durch die Ausweisung neuer Wohn- und Gewerbegebiete zu stopfen, stößt bei den Umweltschützern auf scharfe Kritik.

Dass sich die Öko-Organisation derart lautstark in die Haushaltsdebatte einmischt, kommt allerdings nicht von ungefähr. Die Politisierung des BUND Hofheim ist hausgemacht: Vorstandsmitglied Tanja Lindenthal zieht praktischerweise gleichzeitig als Fraktionsvorsitzende der BfH die Fäden im Stadtparlament. Bekanntlich stellt die Wählergemeinschaft den Bürgermeister und hat sich frisch mit Grünen und SPD zu einem neuen Bündnis zusammengetan – die CDU wurde damit erfolgreich auf die Oppositionsbank verbannt.

In ihrer aktuellen Pressemitteilung lässt die Umweltorganisation zwar kein gutes Haar an der CDU-Flächenpolitik, die entscheidende Gretchenfrage bleibt sie den Bürgern jedoch schuldig: Wie bitteschön soll die Kreisstadt ihre erdrückenden Millionenschulden jemals zurückzahlen? Wie sieht der Plan für einen soliden Haushalt aus?

Hier die Pressemitteilung des BUND im Wortlaut:

Mit deutlicher Kritik reagiert der Ortsverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Hofheim auf die jüngsten Pläne der CDU, das städtische Haushaltsdefizit vor allem durch die Ausweisung neuer Wohn- und Gewerbegebiete zu bekämpfen. Der BUND warnt vor den unumkehrbaren ökologischen Folgen und bezweifelt den langfristigen wirtschaftlichen Nutzen dieser Strategie.

„Die Annahme, man könne die Stadtkasse dauerhaft durch das Zubetonieren unserer verbliebenen Natur- und Freiflächen retten, ist ein gefährlicher Trugschluss“, erklärt Markus Hartel als Sprecher des BUND-Ortsverbands Hofheim. „Neue Baugebiete bringen zwar kurzfristig einmalige Einnahmen durch Grundstücksverkäufe und anfängliche Gewerbesteuer-Effekte. Langfristig fressen die enormen Folgekosten für Infrastruktur – wie Straßen, Kanalisation, Kitas und sozialen Wohnungsbau – diese Gewinne jedoch häufig wieder auf. Was bleibt, ist die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen.“

Der BUND Hofheim sieht in der vorgeschlagenen Strategie ein Relikt veralteter Kommunalpolitik, das den Realitäten des Klimawandels und des Artensterbens widerspricht. Jede weitere Versiegelung verschärfe das Risiko von Hochwasserereignissen bei Starkregen und raube der Stadt wichtige Frischluftschneisen, die zur Abkühlung in den immer heißeren Sommermonaten dringend benötigt werden. Zudem gehen wertvolle landwirtschaftliche Flächen und Lebensräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten unwiederbringlich verloren.

Anstelle eines unkontrollierten Flächenfraßes fordert der Umweltverband ein radikales Umdenken in der Hofheimer Haushaltspolitik: Innenentwicklung vor Außenentwicklung: Bevor neue grüne Wiesen geopfert werden, müssen Leerstände konsequent erfasst, Baulücken geschlossen und bereits versiegelte Flächen (z. B. durch Aufstockung oder Parkplatzüberbauung) genutzt werden.

Hofheim müsse gezielt auf zukunftsfähige, flächenschonende und ökologisch nachhaltige Betriebe setzen, statt großflächige Logistik- oder Gewerbehallen anzulocken, schreibt der BUND in seiner Pressemitteilung. Intakte Natur, Wald und Naherholungsgebiete sicherten die Lebensqualität in Hofheim und seien ein harter Standortvorteil, der nicht dem kurzfristigen Stopfen von Haushaltslöchern geopfert werden dürfe.

„Wir fordern die CDU und die Verantwortlichen im Rathaus auf, den Fokus von einer rein quantitativen Flächenvermarktung hin zu einer nachhaltigen Haushaltskonsolidierung zu verschieben. Die Rettung der Stadtkasse darf nicht auf Kosten der nächsten Generationen und unserer Umwelt gehen“, so Jasmin Neelmeier-Sangnier vom BUND abschließend.

Quelle: BUND Hofheim

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

© 2026 Hofheim-News | Impressum | Datenschutzerklärung