Das nächste Großprojekt: HWB saniert 40 Wohnungen für 7 Mio Euro
Die Stadt Hofheim pfeift finanziell aus dem letzten Loch, doch bei der stadteigenen Wohnungsbaugesellschaft HWB vermeldet man eine Millioneninvestition nach der anderen. Während im Rathaus der Kassensturz ansteht und über schmerzhafte Steuererhöhungen debattiert wird, ist der Takt der HWB atemberaubend.
Zur Einordnung – allein in diesem Jahr hat die Stadtverwaltung folgende Investitionen öffentlich verkündet:
Anfang Februar: Startschuss für das Mammutprojekt „QuartierHochVier“ hinter dem Finanzamt – 64 neue Wohnungen. Investitionensvolumen nach Angaben der HWB: 26,7 Millionen Euro Euro [hier].
Anfang März: Finale beim Neubau „Wohnen im Lorsbachtal“ (18 Wohnungen). Kosten: sieben Millionen Euro [hier].
Anfang April: Eine Million Euro für die Sanierung eines Sechs-Parteien-Hauses in Langenhain [hier].
Anfang Mai: 450.000 Euro für Wärmepumpen in der Schoppastraße [hier].
Und jetzt, im Juni, der nächste Streich: Rund sieben Millionen Euro fließen in die Sanierung eines Wohnhauses im Königsberger Weg in Marxheim.
Millionen für die HWB, Verfall beim Tafelsilber
Da reibt man sich verwundert die Augen. Während die HWB – zu 100 Prozent im Stadtbesitz – im Monatsrhythmus neue Millionenprojekte verkündet, verkommen die echten Schätze der Stadt. Altes Rathaus, Hof Ehry, Pfälzerhof, Wallauer Recepturhof usw. usf. – in die historischen Gebäude wird seit Jahren nicht investiert. Weil die Immobilien längst zunehmend verfallen und die Stadt jetzt finanziell mit dem Rücken zur Wand steht, wird hinter verschlossenen Türen bereits laut über den Verkauf des wertvollen Tafelsilbers nachgedacht.
Gleichzeitig verschickt das Rathaus unermüdlich Pressemitteilungen, in denen die HWB für die Schaffung von „bezahlbarem Wohnraum“ gefeiert wird. Stets mittendrin statt nur dabei: Als Aufsichtsratsvorsitzender der HWB steht er bei den Spatenstichen und Richtfesten in der ersten Reihe. „Die HWB sichert bezahlbares Wohnen“, ließ er jüngst sogar schriftlich verbreiten. Zurück im Rathaus verfolgt er jedoch einen anderen Kurs: Weil die Stadtkasse leer ist, wird an der Grundsteuerschraube gedreht.
Das ist dann das bittere Ende vom Lied: Was die HWB den Mietern an Entlastung verspricht, holt sich der Bürgermeister über die Grundsteuererhöhung gleich wieder zurück. Am Ende zahlen die Hofheimer die Zeche so oder so – entweder über die Miete oder über die Nebenkosten.
Die HWB investiert derweil ungerührt weiter, als wäre die Finanzkrise der Stadt ein Problem anderer Leute. Machen Sie sich selbst ein Bild, wie die Gesellschaft ihr neuestes 7-Millionen-Projekt im Königsberger Weg in Marxheim anpreist. Hier ist der Wortlaut der HWB-Pressemitteilung, die heute vom Rathaus verschickt wurde:
HWB saniert 40 Wohneinheiten im Königsberger Weg
Luftwärmepumpe, neue Bäder, bessere Dämmung – die Hofheimer Wohnungsbau GmbH (HBW) setzt die Sanierung ihres Bestands konsequent fort und sichert bezahlbares Wohnen in Hofheim. Konkret stehen Arbeiten im Königsberger Weg im Stadtteil Marxheim an. Das aufgrund seiner Höhe markante Gebäude mit acht Wohnetagen und 40 Wohneinheiten stammt aus den 70er Jahren. Bis Sommer 2027 steht nun eine umfangreiche Sanierung an, welche durch das Land Hessen mit einem Baudarlehen über rund 5,2 Millionen Euro und einem Finanzierungszuschuss über rund 1,5 Millionen unterstützt wird. Insgesamt kostet das Projekt rund 7 Millionen Euro.
„Als kommunale Wohnungsbaugesellschaft möchten wir den Wohnraum in Hofheim nicht nur bezahlbar halten, sondern auch unseren Teil zur Energiewende beitragen. Mit der Sanierung unseres Bestandsgebäudes im Königsberger Weg gelingt beides. Daher freuen wir uns sehr, dass dieses Projekt trotz sich drastisch ändernder Förderbedingungen nun starten kann“, sagt der Vorsitzende der HWB-Geschäftsführung Norman Diehl.
Los geht es Ende Juni mit der Baustelleneinrichtung und dem Einrüsten des Gebäudes. Diese Phase wird mehrere Wochen in Anspruch nehmen, parallel dazu starten bereits erste Arbeiten auf dem Dach.
„Insgesamt wird das Gebäude mit neuen Fenstern und Türen, Rollläden, neue Dämmung der Außenwände sowie des Dachs, neuer Loggia-Geländer, neuer Zentralheizung in Form von Luftwärmepumpen, einer neuen zentralen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, neuer Elektrik sowie mit neuen Bädern ausgestattet“, ergänzt HWB-Geschäftsführer Josef Mayr, in dessen Verantwortungsbereich die Umsetzung der Sanierungsmaßnahme fällt. Abschließend werden der Eingangsbereich sowie die Freiflächen neugestaltet.
Unser Bild oben zeigt die HWB-Zentrale in der Elisabethenstraße.


