Gesund mit Felix (36): Cool bleiben – praktische Tipps für heiße Sommertage

Die Gesundheitskolumne von Osteopath Felix Kammerlander (Folge 36)

Wenn die Temperaturen im Sommer über 30 Grad steigen, fühlen sich viele Menschen müde, antriebslos oder kreislaufschwach. Manche bekommen Kopfschmerzen, andere schlafen schlechter oder haben das Gefühl, selbst kleine Tätigkeiten würden plötzlich deutlich anstrengender werden.

Das ist nicht überraschend. Hohe Temperaturen bedeuten für den Körper Arbeit. Er versucht ständig, seine Kerntemperatur stabil zu halten und überschüssige Wärme abzugeben. Je besser wir ihn dabei unterstützen, desto angenehmer lassen sich heiße Tage überstehen. Hier sind einige einfache und alltagstaugliche Maßnahmen, die sich in der Praxis bewährt haben.

Warum Hitze den Kreislauf belastet

Um Wärme abzugeben, erweitert der Körper die Blutgefäße in der Haut. Dadurch kann mehr Wärme nach außen abgegeben werden. Die Folge:

  • der Blutdruck sinkt leichter
  • das Herz muss stärker arbeiten
  • Schwindel oder Müdigkeit können auftreten
  • die Leistungsfähigkeit nimmt ab

Zusätzlich verliert der Körper durch Schwitzen Wasser und Mineralstoffe. Werden diese Verluste nicht ausgeglichen, verstärken sich die Beschwerden häufig.

Trinken – aber richtig

Der wichtigste Punkt an heißen Tagen ist ausreichend Flüssigkeit. Dabei überrascht viele Menschen eine Beobachtung: Eiskalte Getränke sind nicht immer die beste Wahl.

Sehr kalte Getränke kühlen zwar kurzfristig angenehm, können den Körper aber dazu veranlassen, die Temperatur anschließend wieder stärker anzuheben. In vielen heißen Regionen der Welt werden deshalb traditionell eher warme oder zumindest nicht eiskalte Getränke konsumiert.

Warme Getränke fördern das Schwitzen, wodurch der Körper Wärme effizienter abgeben kann. Deshalb kann ein lauwarmer Tee an einem heißen Tag manchmal angenehmer wirken als ein eisgekühltes Getränk.

Kaltes Wasser an die richtigen Stellen

Wenn schnelle Abkühlung gefragt ist, muss nicht der ganze Körper gekühlt werden. Besonders wirksam sind Bereiche, in denen größere Blutgefäße relativ oberflächlich verlaufen:

  • Handgelenksinnenseiten
  • Unterarme
  • Nacken
  • Füße

Wer unterwegs ist, kann die Handgelenke für einige Minuten unter kaltes, fließendes Wasser halten. Viele Menschen merken bereits danach eine deutliche Erleichterung.

Das unterschätzte Fußbad

Zu Hause gehört ein kaltes oder kühles Fußbad zu den einfachsten Maßnahmen überhaupt. Die Füße verfügen über eine gute Durchblutung und können helfen, überschüssige Wärme abzugeben.

Wichtig dabei: Eiskaltes Wasser ist meist nicht notwendig. Kühl reicht völlig aus und wird oft als angenehmer empfunden.

Kleidung: Luft statt Isolation

An heißen Tagen sollte Kleidung vor allem zwei Dinge können:

  • Luft zirkulieren lassen
  • Schweiß verdunsten lassen

Lockere Kleidung aus Baumwolle, Leinen oder anderen atmungsaktiven Stoffen ist häufig angenehmer als eng anliegende synthetische Materialien. Auch helle Farben haben Vorteile, da sie weniger Sonnenstrahlung aufnehmen.

Essen bei Hitze

Große, schwere Mahlzeiten erzeugen zusätzliche Wärme im Körper, weil die Verdauung Energie benötigt. Viele Menschen fühlen sich deshalb wohler mit:

  • Obst
  • Gemüse
  • Salaten
  • kleineren Mahlzeiten

Fruchtiges Essen: Wassermelonen, Beeren, Pfirsiche oder andere wasserreiche Früchte liefern Flüssigkeit und sind oft gut verträglich. Allerdings enthalten sie vergleichsweise wenig Salz.

Salziges Essen: Durch das Schwitzen verliert der Körper nicht nur Wasser, sondern auch Mineralstoffe – insbesondere Natrium. Deshalb kann etwas salzhaltige Nahrung an sehr heißen Tagen durchaus sinnvoll sein.

Wie so oft liegt die Lösung in der Balance: ausreichend Flüssigkeit, frische Lebensmittel und eine normale Zufuhr von Salz.

Schlafen bei Hitze

Hohe Temperaturen verschlechtern häufig die Schlafqualität. Hilfreich können sein:

  • leichte Bettdecken
  • gut gelüftete Schlafzimmer
  • kühle Duschen vor dem Schlafengehen
  • möglichst wenig Alkohol am Abend

Denn guter Schlaf ist auch bei Hitze einer der wichtigsten Faktoren für einen stabilen Kreislauf.

Die osteopathische Perspektive

Aus osteopathischer Sicht reagiert jeder Mensch etwas unterschiedlich auf Hitze. Faktoren wie Herz-Kreislauf-System, Nervensystem, Stoffwechsel, Schlafqualität und allgemeine Belastbarkeit spielen dabei zusammen. Besonders Menschen, die ohnehin unter Stress, Schlafmangel oder chronischen Beschwerden leiden, spüren hohe Temperaturen oft stärker.

Deshalb lohnt es sich gerade an heißen Tagen, auf ausreichende Erholung, Bewegung in Maßen und genügend Flüssigkeit zu achten.

Fazit

Hitze belastet den Körper, aber mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich der Sommer oft deutlich angenehmer gestalten. Ausreichend trinken, die richtigen Körperregionen gezielt kühlen, leichte Mahlzeiten wählen und körperliche Aktivität geschickt planen – das kann bereits einen großen Unterschied machen.

Manchmal sind es nicht die großen Maßnahmen, sondern die kleinen Tricks im Alltag, die dafür sorgen, dass man auch bei hohen Temperaturen einen kühlen Kopf bewahrt.

© Felix Kammerlander / Praxis Angewandte Osteopathie

Der Autor

Felix Kammerlander

Felix Kammerlander hat Osteopathie studiert und betreibt seit acht Jahren die Praxis Angewandte Osteopathie in Marxheim. In den Hofheim-News erscheint regelmäßig seine Kolumne „Gesund mit Felix” mit Gesundheitsinformationen und präventiven Tipps - eine verlässliche Anlaufstelle für Ratschläge zur Vorbeugung, Schmerzbewältigung und für einen ausbalancierten Körper. Viel Freude beim Lesen und Ausprobieren neuer Wege zu mehr Wohlbefinden!

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