Alarm bei der Polizei: Wenn Frauen zu den Zähnen greifen
Die Sache ist ernst, und die Fakten stimmen durchaus nachdenklich: Gewalt gegen Einsatzkräfte ist kein Kavaliersdelikt. Und doch gibt es Momente, in denen man sich beim Blick in die aktuellen Polizeimeldungen ein Schmunzeln einfach nicht verkneifen kann. Gönnen wir uns also den folgenden Bericht – nehmen Sie ihn als augenzwinkerndes Betthupferl nach einem ansonsten nachrichtlich eher ruhigen Tag:
Im Main-Taunus-Zentrum (MTZ) kauft man eigentlich entspannt ein – es sei denn, man legt sich mit der Hofheimer Polizei an. Am Montagnachmittag entwickelte sich ein gemütlicher Restaurantbesuch in der Sulzbacher Shopping-Meile zum handfesten Action-Krimi. Gegen 15 Uhr weigerte sich eine Dame standhaft, das Lokal zu verlassen. Die herbeigerufene Streife wollte die Dame an die frische Luft komplimentieren. Doch statt zu gehen, fuhr die 38-Jährige die Krallen aus – oder besser gesagt: die Zähne.
Ohne Vorwarnung verbiss sie sich im Bein eines Beamten, zugleich deckte sie dessen Kollegin mit verbalen Unfreundlichkeiten ein. Sie wurde prompt fixiert und zur Dienststelle kutschiert. Nach dem unfreiwilligen Boxenstopp inklusive Blutentnahme durch den Arzt wartet auf die Biss-Täterin nun ein saftiges Strafverfahren.
Man fragt sich langsam, was im MTZ eigentlich im Kaffee ist. Der Vorfall ist nämlich kein Einzelfall, sondern bereits der zweite Fall innerhalb kürzester Zeit in dem Einkaufszentrum – und die dritte Biss-Attacke im Main-Taunus-Kreis innerhalb weniger Wochen. Bemerkenswert: In allen drei Fällen waren die Angreiferinnen weiblich – die Belegschaft in Uniform muss wohl langsam über Kettenhemden nachdenken:
Vor gut zwei Wochen, am 1. Juni, ereignete sich der erste Fall im selben Shopping-Tempel: Eine 40-jährige Frankfurterin wurde in einem Bekleidungsgeschäft beim Diebstahl ertappt. Da die Dame extrem unkooperativ war, rückte die Polizei an. Statt Einsicht gab es Eskalation: Die Frau ging in den Nahkampf über, kratzte einen Beamten am Arm und versenkte ihre Zähne tief in der Hand einer Polizeibeamtin. Bilanz: Zwei verletzte Einsatzkräfte.
Einige Zeit zuvor hatte die Polizei eine Attacke bei einer Routine-Verkehrskontrolle in Bad Soden gemeldet. Die kontrollierte Autofahrerin fand den Alkoholtest so gar nicht witzig, schaltete sofort auf Kampfmodus und versenkte ihr Gebiss tief im Arm des Kontrolleurs, bevor sie fixiert werden konnte.
Drei Vorfälle, dasselbe Muster. Ob es an der Sommerhitze liegt oder an einer ganz neuen Interpretation von „Zähnezeigen“, bleibt ungeklärt. Fest steht jedenfalls: Die Hofheimer Ordnungshüter sollten für die nächsten Einsätze vielleicht nicht nur Handschellen, sondern vorsichtshalber auch einen soliden Beißring im Streifenwagen bereithalten.
TR

