Wallauer Spange: Jetzt ist auch noch die Genehmigung geplatzt

Wallauer Spange: Jetzt ist auch noch die Genehmigung geplatzt

Es kommt knüppeldick für die Wallauer Spange und damit auch für die Kreisstadt Hofheim: Noch vor kurzem drängten Lokalpolitiker darauf, dass das Bahnprojekt trotz Diskussionen über die Finanzierung unbedingt umgesetzt werden muss – jetzt die Ernüchterung. Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat den Planungsantrag für den Bau der Verbindung zwischen Wiesbaden und dem Frankfurter Flughafen abgelehnt. Ein Planungsantrag ist sozusagen die offizielle Bitte der Bahn, ein Bauprojekt genehmigt zu bekommen. Damit ist auch der geplante Bahnhof in Wallau erst einmal vertagt – auf unbestimmte Zeit.

Die Medien berichten im Internet über die Entscheidung mit Schlagzeilen, die deutlich machen, wie brisant das Thema ist: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt: „Erst hü, dann hott: Das Bundesverkehrsministerium will die Wallauer Spange, doch das Eisenbahnbundesamt stoppt das Vorhaben.“ Die Frankfurter Rundschau titelt: „Eisenbahn-Bundesamt stoppt Bahnprojekt ,Wallauer Spange’“. Und die Hessenschau meldet: „Wirbel um Bahnprojekt ,Wallauer Spange’.“

Grund sind Mängel in den Unterlagen der Bahn-Tochter DB InfraGO. Laut EBA-Sprecher waren die Antragsunterlagen „unvollständig und in verschiedenen Punkten überarbeitungsbedürftig“. Trotz mehrfacher Aufforderungen wurden fehlende Informationen nicht nachgereicht, und inhaltliche Fragen blieben unbeantwortet.

Die Deutsche Bahn will die Pläne nun überarbeiten und das Verfahren anschließend erneut starten. Wenn alles klappt, rechnet die Bahn damit, dass das Baurecht – die offizielle Genehmigung für den Bau – erst 2027 vorliegt, also ein Jahr später als ursprünglich vorgesehen.

Die Wallauer Spange soll Wiesbaden besser an den Fernverkehr anbinden. Ein regionaler Hessen-Express würde die Landeshauptstadt direkt mit dem Frankfurter Flughafen und Darmstadt verbinden. Pendler könnten deutlich schneller nach Frankfurt, Wiesbaden oder Darmstadt kommen, und die Region wäre insgesamt besser vernetzt. Wer regelmäßig im morgendlichen Stau steht, weiß, wie wertvoll diese Verbindung wäre.

Mitten in der Wallauer Wallachei ist zudem ein großer Haltepunkt geplant – ein Bahnhof für Züge samt Bahnhof für Busse und viele Stellplätze für Autos. Die Kosten teilen sich Wiesbaden (40%), Hofheim (40%) und Hochheim (20%).

Wallauer
So stellen sich die Planer den Bahnhof in Wallau vor. Das große Parkhaus wurde Ende letzten Jahres gestrichen – zu teuer.

Politisch ist das Projekt weitgehend unstrittig: Bis auf wenige Ausnahmen unterstützen fast alle Parteien die Wallauer Spange. Erst kürzlich hatte die Nachricht, dass dem Bund angeblich das Geld ausgeht, für große Verunsicherung gesorgt – im Rathaus Hofheim zeigte man sich „überrascht und bestürzt“. Jetzt steht fest: Nichts geht mehr – das EBA hat das Genehmigungsverfahren erst einmal gestoppt.

Die Ablehnung begründet das Amt unter anderem mit ungeklärten Grundstücks- und Eigentumsfragen. Aus Sicht der Bahn hätten diese ergänzt werden können, aber das EBA sah die Änderungen als so grundlegend an, dass ein komplett neues Verfahren nötig ist.

Laut der Frankfurter Rundschau rechnet die Bahn nun für 2027 mit dem Baurecht für das 183-Millionen-Euro-Projekt. Gleichzeitig betont das EBA: Die Mängel können beseitigt werden, und ein neuer Antrag durchläuft im Prinzip den gleichen Prozess wie der erste. Mit anderen Worten: Mit Verzögerungen ist zu rechnen, das Projekt soll aber weiterhin umgesetzt werden.


Unser Bild oben zeigt die geplante Bahntrasse in einer Computerdarstellung, wie sie in der Nähe des Wiesbadener Autobahnkreuzes die A3 überquert.


Quelle: Eisenbahn-Bundesamt / Medienberichte

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