Entscheidung gefallen: Wie es auf dem Areal der alten Ländcheshalle weitergeht

Entscheidung gefallen: Wie es auf dem Areal der alten Ländcheshalle weitergeht
Soll einem modernen Wohnquartier weichen: Die alte Ländcheshalle in Wallau (Aufnahme von 2020).

Gut Ding will Weile haben: Nach einem ausgesprochen langen Planungsprozess steht jetzt fest, wie das Gelände der ehemaligen Ländcheshalle in Wallau eines Tages aussehen soll. Der architektonisch-freiraumplanerische Wettbewerb für das rund 8.100 Quadratmeter große Areal wurde abgeschlossen. Mit einem Unternehmen aus Baden-Württemberg steht damit auch der Investor fest, der das Gelände nach Abschluss der weiteren Verfahren entwickeln soll. Ab Montag, 26. Oktober, werden die Pläne im Rathaus-Anbau ausgestellt.

Im Jahre 2022 wurde die neue Ländcheshalle in Wallau eröffnet. Seitdem plant die Stadt, das Grundstück der alten Halle – es liegt südlich der Straße „Am Rheingauer Weg“ – für eine Wohnbebauung zu entwickeln. Aber solche Vorhaben brauchen in der Verwaltung der Kreisstadt Zeit, sehr viel Zeit.

Immerhin: Jetzt, Ende 2026, ist man einen entscheidenden Schritt weiter. Im Rahmen eines Konzeptvergabeverfahrens – bei dem nicht der höchste Preis, sondern das beste städtebauliche und ökologische Gesamtkonzept zählt – wurde eine Entscheidung getroffen:

Durchgesetzt hat sich die Entwicklergesellschaft Conceptaplan GmbH aus Dossenheim gemeinsam mit dem Büro ap88 Architektur Partnerschaft mbB (Heidelberg) und den Landschaftsarchitekten hofmann_röttgen (Limburgerhof).

Das Preisgericht lobte die Arbeit „als eine sehr überzeugende Lösung der gestellten Aufgabe“. Der Entwurf entspreche „vollumfänglich den in der Auslobung formulierten Planungszielen“ und zeige „sehr hohe Wohnqualitäten mit sehr attraktiven Wohnungsgrundrissen auf, die in Kombination mit der ansprechenden Freiraumgestaltung einen lebendigen Ort zum Wohnen schaffen“. Zudem füge sich die Bebauung „wohltuend in die Umgebung ein und bietet auch den Nachbarn neue attraktive gemeinschaftsfördernde Angebote“, weshalb „eine sehr gute Vermarktbarkeit und Realisierungsfähigkeit erwartet“ werde.

Den zweiten Platz belegte die Strabag Real Estate Invest GmbH aus Köln zusammen mit Karl Dudler Architekten (Frankfurt) und dem Planungsteam Desor plan D Ingenieure PartG (Wiesbaden).

Über die Entwürfe entschied eine Jury aus Architekten und Stadtplanern, darunter Ferdinand Heide, Eun-A Pauly, Prof. Dr. Constanze A. Petrow und Torsten Becker. Seitens der Verwaltung stimmten Bürgermeister Wilhelm Schultze, der Erste Beigeordnete Daniel Philipp sowie HWB-Geschäftsführer Josef Mayr ab.

Ländcheshalle
Dieses Luftbild zeigt das Areal der alten Ländcheshalle in Wallau. Hier sollen eines Tages Wohnhäuser entstehen.

Für die Stadt Hofheim geht es bei dem Projekt auch um viel Geld: Der offizielle Verkehrswert der Fläche wurde auf 4,14 Millionen Euro taxiert. Allerdings muss der künftige Investor den Abriss und die Entsorgung der alten Halle übernehmen, wofür rund 500.000 Euro kalkuliert werden – eine Summe, die vom Kaufpreis abgezogen werden kann.

Bis die Millionen fließen, kann es allerdings noch dauern. Bereits im vergangenen Jahr titelte die Lokalzeitung: „Abriss der alten Ländcheshalle startet“. Danach vergingen Monat um Monat, ohne dass ein Bagger kam. Anfang dieses Jahres fragten Ortsbeiräte nach. Im August antwortete ihnen der Magistrat schriftlich: „Nein, es liegt noch keine Abrissgenehmigung für die Gebäude vor.“

Auf Nachfrage von Hofheim-News, wie die nächsten Schritte aussehen, konnte der Sprecher des Rathauses nichts Genaues sagen. Das werde derzeit in der Stadtverwaltung abgestimmt, teilte er mit. Bislang hieß es stets, dass sich an das Konzeptvergabeverfahren noch ein Bebauungsplanverfahren anschließen werde – was selten weniger als ein Jahr dauert, oft länger.

Der Wettbewerb ist jetzt entschieden. Die Ergebnisse werden, anders als ursprünglich geplant, nicht direkt in Wallau ausgestellt. Die Entwürfe sind von Montag an bis zum 31. Oktober nur im Rathaus-Anbau in Hofheim (Raum 4 „Pruszcz Gdański“) zu sehen. Der Zugang erfolgt über den Seiteneingang am Richard-Zorn-Weg (zwischen Rathaus und Tankstelle).

Die Ausstellung ist montags und mittwochs von 9 bis 12 Uhr sowie 13 bis 16 Uhr geöffnet, dienstags von 9 bis 12 Uhr und 13 bis 18 Uhr, donnerstags von 9 bis 12 Uhr und 13 bis 15 Uhr sowie freitags und samstags jeweils von 9 bis 12 Uhr.

Quelle: Stadtverwaltung / HN

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