Nach 140 Jahren: Aus für Bäckerei Heislitz – Schröer übernimmt alle Filialen

Nach 140 Jahren: Aus für Bäckerei Heislitz – Schröer übernimmt alle Filialen

Und wieder verschwindet ein bekannter Name von der Ortskarte: Bäckerei Heislitz – das war bald einmal. Vom 1. Oktober an – nach 140 Jahren und sechs Generationen – übergeben Matthias und Beate Heislitz ihr Unternehmen an die Filialbäckerei Schröer. Für die Kunden wird sich erst einmal nichts ändern – der Verkauf in den elf Filialen soll wie gewohnt weiterlaufen. Und: Alle rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden von Schröer übernommen.

Die Bäckerei Heislitz – einst in Hofheim gegründet – steht wie kaum ein anderes Unternehmen für herausragende Handwerkskunst. Ihr offenes Backhaus mit Café und Manufaktur, vor gut zehn Jahren am Ortsrand von Hofheim in Kriftel errichtet, entwickelte sich zu einem echten Wahrzeichen der Region.

Unweit entfernt hatte bis vor nicht allzu langer Zeit das Unternehmen Polar Mohr seinen Sitz – es ist bereits von der Bildfläche verschwunden. Nun endet bald auch die traditionsreiche Zeit von Heislitz:

„Diesen Herbst beginnt für unsere Bäckerei ein ganz neues Kapitel: Wir übergeben unser Lebenswerk in die Hände einer anderen backenden Familie“, teilen Matthias Heislitz mit seiner Frau Beate mit. Man habe sich die Entscheidung nicht leichtgemacht, sehr lange nachgedacht und viele Gespräche geführt. Mit dem Backhaus Schröer habe man ein Familienunternehmen gefunden, „das für dieselben Werte steht, ein Unternehmen in Familienhand, mit Tradition und Herzblut“.

Die Backhaus Schröer GmbH hat ihren Sitz in Mainz-Kastel. 1951 wurde das Unternehmen als kleine Bäckerei gegründet – heute betreibt man ein Unternehmen mit über 50 Geschäften und rund 400 Mitarbeitern im gesamten Rhein-Main-Gebiet. Auf der Firmenwebseite heißt es stolz: „Eines hat sich seit 1951 nicht geändert: Die Leidenschaft und das handwerkliche Geschick, mit denen wir unsere Brötchen, Brote, Stückchen und Torten jeden Tag frisch für Sie backen.“

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Wird bald Geschichte sein: das Logo von Heislitz.
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Wird bald überall zu sehen sein: das Logo von Schröer.

Das Backhaus Heislitz wiederum ist einiges älter – und hat seinen Ursprung in Hofheim: Der Grundstein wurde 1886 von Georg Heislitz in Marxheim gelegt. 1932 übernahm sein Sohn Georg und bereicherte die Produktion mit dem ersten modernen Dampfbackofen. 1954 führten Heinrich Heislitz und seine Frau Anna die Bäckerei in der dritten Generation fort. In vierter Generation leiteten Norbert und Brigitte Heislitz die Bäckerei. Norbert Heislitz verstarb Mitte letzten Jahres [hier].

Heislitz: Eine erfolgreiche Zukunft für alle Mitarbeiter

Matthias Heislitz und seine Frau Beate – die fünfte Generation – gaben dem Backhandwerk im Jahr 2012 mit dem großzügigen Neubau in Kriftel ein modernes Gesicht. Jetzt schreiben sie im Internet: „Auch wenn unsere Tochter Annika, die sechste Generation, mit Herz & Seele dabei ist, können und wollen wir die große Last und Verantwortung eines solchen Lebenswerks nicht allein auf ihre Schultern legen.“ Sie werde künftig eine neue Rolle in dem gemeinsamen Unternehmen einnehmen – als Assistentin der Geschäftsführung.

Es klingt ein wenig Wehmut – aber auch Zuversicht durch, wenn die Heislitz schreiben: „Für uns bedeutet diese Entscheidung nicht das Ende einer Geschichte, sondern den Beginn eines neuen gemeinsamen Kapitels. Unsere Tochter Annika trägt diesen Schritt aus voller Überzeugung mit und freut sich sehr darauf, gemeinsam mit den ,jungen Schröers‘ die Zukunft unserer Standorte und die Entwicklung eines gemeinsamen Unternehmens aktiv mitgestalten.“

Und auch das war mitentscheidend für die Firmenübergabe: Die Heislitz-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter werden „eine sichere und erfolgreiche Zukunft haben“. Man sei überzeugt, „dass die Familie Schröer unsere Unternehmenskultur, den respektvollen Umgang miteinander und den hohen Qualitätsanspruch nicht nur fortführen, sondern gemeinsam mit unserem Team weiterentwickeln wird“.

Die Heislitz-Filialen werden, so heißt es weiter, langfristig unter dem Schröer-Dach und mit dem Schröer-Design auftreten. Aber Schritt für Schritt – in den kommenden Monaten werde man gemeinsam entscheiden, „welche Produkte Kunden besonders schätzen, welche Spezialitäten unbedingt erhalten bleiben sollten und wo neue, gemeinsame Sortimente entstehen können“. Traditionelle und erfolgreiche Rezepte seien „ein wichtiger Teil der Identität beider Backhäuser und werden entsprechend sorgfältig betrachtet“.

HN

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