Bakterienalarm! Trinkwasserbrunnen musste geschlossen werden
Es läuft einfach nicht rund in Hofheim. Beim Geld hakt es ohnehin, das ist bekannt – doch nun fließt nicht einmal mehr das Wasser. Der Trinkwasserbrunnen zwischen Hof Ehry und dem Kellereigebäude ist schon wieder gesperrt. Erst auf Nachfrage von Hofheim-News rückte die Stadtverwaltung mit der Wahrheit heraus: Demnach liegt diesmal kein technischer Defekt vor – „es gab einen bakteriologischen Befund bei einer Routine-Kontrolle“, so der Rathaussprecher.
Ein bakteriologischer Befund im Trinkwasser – das klingt mäßig appetitlich. Übersetzt heißt das, dass Keime nachgewiesen wurden, die dort schlicht nicht hineingehören. Das muss nicht direkt gesundheitsgefährdend sein, könnte aber auf hygienische Mängel im Leitungssystem hindeuten. Dass die Stadt den Brunnen vorsorglich abschaltet, ist folgerichtig. Dass sie darüber erst auf Nachfrage informiert, passt allerdings ins bekannte Bild der Hofheimer Rathaus-Kommunikation. Der Brunnen wurde zwar gereinigt, heißt es jetzt auch, er bleibe aber so lange abgesperrt, bis das Gesundheitsamt grünes Licht gibt.

Es scheint fast, als liege kein Segen auf diesem Wasserspeier, dessen Bilanz längst abenteuerlich ist. Vor gut vier Jahren von Daniel Philipp als grünem Fraktionschef beantragt, durfte er das Projekt im vergangenen November als Erster Stadtrat stolz einweihen. Die Kosten haben es in sich: Satte 32.000 Euro flossen in die Installation, dazu kommen jährlich 3.750 Euro für Betrieb und Wartung – und das bei einem geschätzten täglichen Verbrauch von gerade einmal drei Litern. Ein teurer Schluck für die Steuerzahler. Umso erstaunlicher wirkt rückblickend die Ankündigung der Stadt bei der Einweihung kurz vor dem Winter: Der Brunnen werde selbstverständlich in jeder Jahreszeit funktionieren.
Die Realität holte den Zweckoptimismus schnell ein. Kaum stiegen im Sommer die Temperaturen, war es vorbei mit der Erfrischung. Schon vor einem Monat war die Zapfsäule plötzlich dicht, was in der Kreisstadt prompt zum Politikum wurde. Während CDU-Fraktionschef Andreas Hegeler auf Facebook klagte, beeilte sich das Rathaus zu betonen, dass es sich nur um eine einfache Reparatur auf Gewährleistung handele. Offiziell kommuniziert wurde das allerdings erst, als das Wasser wieder floss. Nun also die Keime…
Man darf gespannt sein, ob der teure Brunnen in diesem Sommer noch einmal dauerhaft das tut, wofür er eigentlich angeschafft wurde: einfach nur Wasser spenden.
TR
TR


Vor 4 Jahren zum Zeitpunkt der Installation des Brunnens mussten wir auch schon sparen, wussten es jedoch noch nicht oder wollten es nicht wissen. Damals wurden solche Ideen kreiert. Eine auch aus heutiger Sicht sinnlose Investition mit hohen Folgekosten.
Hier werden wenigstens Projekte beim Namen genannt, die die Haushaltsmisere mit verursacht haben. Die Verantwortlichen stehen namentlich dabei.
Vorschlag: Den Brunnen unverzüglich abbauen, dann gibt es auch keine Folgekosten mehr und keine Verkeimung. Vielleicht erhält man dafür noch etwas Geld für die klamme Stadtkasse? Und wir sparen künftig 3.750 € im Jahr. Wir wollten doch sparen und suchen Ideen, oder?
Wer sagt denn, dass die Verkeimung nicht bald wieder vorkommt, wenn jeder seinen Rüssel dranhält?
Einfach einmal quergerechnet: Wie viele Grundstücke mit deren Grundsteuern werden benötigt zur Finanzierung der jährlichen Wartungs- und Betriebskosten des Brunnens?
Unter Abwägung der Kosten- und Gesundheitsrisiken: Einfach weg damit und gut ist!