Vom Dauerparker zum Wanderpokal – Geister-Laster von Marxheim ist umgezogen

Vom Dauerparker zum Wanderpokal – Geister-Laster von Marxheim ist umgezogen

Der Geister-Laster von Marxheim ist Geschichte – er ist weg! Einfach so, über Nacht. Problem gelöst, Akte zu, kollektives Aufatmen im Rathaus? Von wegen! Unser aller Lieblings-Schrottmobil hat sich nicht etwa in Luft aufgelöst oder ist reumütig gen Südfrankreich gedampft. Er hat sich lediglich klammheimlich aus dem Staub gemacht, um direkt um die Ecke wieder aufzutauchen – und zwar bei den Lieblingsnachbarn der Hofheimer.

Spulen wir noch einmal ganz kurz zurück. Die Vorgeschichte „Der Geister-Laster von Marxheim: Vom ewigen Dauerparker zum 100.000-Euro-Problem“ haben Sie ja vermutlich gelesen (die Klickzahlen gingen jedenfalls durch die Decke, danke dafür!). Hier nur die ultrakurze Zusammenfassung: Ein herrenloser, französischer Nissan-Laster rostete seelenruhig im Marxheimer Erlenweg vor sich hin – direkt vor der idyllischen Kulisse des Friedhofs. Die Anwohner klagten, die Ordnungspolizei übte sich im wegschauenden Dienst nach Vorschrift. Erst als wir von Hofheim-News den verbalen Zeigefinger tief in die Wunde legten, geschah das Unfassbare: Ein roter Zettel prangte am Wischer. Ultimatum bis zum 27. Juli 2026, andernfalls drohten bis zu 100.000 Euro Strafe wegen illegaler Abfallentsorgung.

Heute schreiben wir den 14. Juli. Und siehe da: Die Karre ist weg. Zwei Wochen vor Ablauf der Frist!

Laster
Da stand er noch am Friedhof: Der Geister-Laster von Marxheim – hier schon mit dem knallroten „Aufforderung zur Entfernung eines Kraftfahrzeugs“-Zettel an der Windschutzscheibe.

Im Hofheimer Rathaus herrscht betretenes Schweigen. Ein Sprecher ließ uns auf Anfrage lediglich wissen: „Die Stadt war’s nicht.“ Na, wer denn dann? Hat das Phantom vom Erlenweg etwa doch weiche Knie bekommen?

Die Auflösung verdanken wir einem aufmerksamen Leser mit Adleraugen. Der Geister-Laster hat lediglich die Front gewechselt. Er hat die Hofheimer Gemarkungsgrenze überquert und im beschaulichen Kriftel eine neue Heimat gefunden. Genauer gesagt: Er parkt jetzt prominent vor der Kleingartenanlage „Auf der Hohlmauer“.

Vielleicht dachte sich der Halter: Wenn man in Hofheim schon keinen ewigen Frieden vor dem Friedhof findet, dann eben ein bisschen ländliche Idylle bei den Krifteler Kleingärtnern.

Zugegeben: Rein rechtlich ist das Parken dort erst einmal nicht verboten. Aber der Countdown läuft. Spätestens, wenn die emsigen Kleingärtner merken, dass der platte Franzose dort nicht nur übers Wochenende parkt, sondern als „unzulässige dauerhafte Lagerung im öffentlichen Raum“ vor sich hinrottet, dürfte der administrative Zirkus von vorn beginnen.

Es bleibt also spannend: Zeigen die Krifteler Kollegen im Rathaus echte Tatkraft und greifen schneller zum roten Zettel, als es die Hofheimer in drei Jahren geschafft haben? Oder wird der Laster im Obstgarten des Vordertaunus jetzt zum neuen, skurrilen Wahrzeichen?

Der interkommunale Wanderpokal des Schrott-Tourismus ist jedenfalls offiziell eröffnet. Wir halten für Sie die Augen offen – und parken gedanklich schon mal in Kriftel mit.


Unser Bild oben zeigt den Geister-Laster an seinem neuen Standort – vor der Krifteler Kleingartenanlage „Auf der Hohlmauer“.


RR/TR

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