Fall Vogt: Linke fordert Konsequenzen – Hofheims Parlament unter Zugzwang
Die kleine Fraktion der Linken im Hofheimer Stadtparlament – künftig vertreten durch Anita Vogt und Baris Agus – prescht vor: Sie hat einen Antrag eingebracht, der die Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen den ehemaligen Bürgermeister Christian Vogt fordert. Der Antrag könnte zu einem ersten Stimmungsbild im neuen Stadtparlament werden: Wollen die Stadtverordneten den Ex-Bürgermeister lieber in Ruhe lassen? Oder setzen sie ein Zeichen für klare Verantwortlichkeiten? Die Mehrheit entscheidet.
Der Hintergrund ist schnell umrissen: Hofheims sitzt überraschend auf Millionenschulden. Über lange Zeit hat davon offenbar kaum jemand etwas mitbekommen. Christian Vogt, der im September letzten Jahres aus dem Amt schied, hat bis zuletzt den Eindruck vermittelt, der Stadt gehe es finanziell gut.
Nachfolger Willi Schultze (BfH) zog im Dezember die Notbremse und legte die tatsächliche Finanzsituation offen. Die Folgen müssen nun alle Bürger tragen: Die Grundsteuer wurde bereits deutlich erhöht – von bislang 658 auf 1.545 Prozentpunkte, rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres. Die entsprechenden Bescheide wurden vom Rathaus kurz vor Ostern verschickt.
Doch das ist wohl nur der Anfang: Nach Berechnungen des Rathauses soll die Grundsteuer in den kommenden Jahren weiter steigen – auf nahezu 2.500 Prozentpunkte.
Die Kreisverwaltung hat die Vorgänge im Rathaus inzwischen durchleuchtet. In einem Revisionsbericht ist nachzulesen, dass Vogt von leitenden Mitarbeitern bereits frühzeitig auf die Schieflage der Stadtfinanzen hingewiesen wurde. Gehandelt wurde jedoch nicht.
Vogt sitzt inzwischen in Wiesbaden: CDU-Ministerpräsident Boris Rhein holte ihn – er leitet das Büro des Chefs der Staatskanzlei in Wiesbaden [hier]. inzwischen im Die Linke schreibt jetzt, dass die unmittelbaren Belastungen für die Bürger sowie die angekündigten harten Einschnitte im sozialen und kulturellen Bereich nicht folgenlos bleiben dürften. „Es geht um Fairness gegenüber den Menschen in dieser Stadt – und um das Vertrauen in politisches Handeln.“
Hofheim-News dokumentiert Antrag der Linken leicht gekürzt:
„Herr Vogt war als Bürgermeister und Kämmerer der Stadt Hofheim bis zum 13. September 2025 in Verantwortung, jedoch ist er in seiner Amtsführung dieser Verantwortung nicht ordentlich nachgekommen. Der Schaden für Stadt und Bürgerschaft ist erheblich.
Herr Vogt war in seiner Amtsführung dazu verpflichtet, die Stadtverordnetenversammlung und die Kommunalaufsicht ständig über die finanzielle Lage der Stadt Hofheim zu informieren. Er hat die städtischen Gremien nicht umgehend über die Weisungen der Aufsichtsbehörde (Landrat) informiert.
Er hat die Weisungen des Landrates (u.a. Aufstellung eines Nachtragshaushaltes und Maßnahmen zur Verbesserung der Finanzsituation) nicht befolgt, und er hat die wiederholten Hinweise seines Kämmereileiters seit Herbst 2024 auf die prekäre Haushaltslage nebst Vorschlägen zum Gegensteuern beharrlich ignoriert und weder im Magistrat darüber beraten lassen, noch die notwendigen Konsequenzen daraus gezogen.
Selbst dem ausdrücklichen Hinweis von Landrat Cyriax zur Verpflichtung, die Verfügung der Kommunalaufsicht den Stadtverordneten unverzüglich vorzulegen, kam Herr Vogt nicht nach.
Es erfolgte lediglich die haushaltswirtschaftliche Sperre vom 15. Juli 2025 und die Erhöhung des maximalen Liquiditätskredites.
Insgesamt hat Herr Christian Vogt seine Amtspflicht als Bürgermeister der Stadt Hofheim gröblich verletzt. Damit liegen die Voraussetzungen für die Einleitung eines Disziplinarverfahrens (§ 75 HGO) vor.
Wir bitten daher zu beschließen: Der Magistrat der Stadt Hofheim am Taunus möge bei der dafür zuständigen Stelle die Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen den ehemaligen Bürgermeister Christian Vogt beantragen.“
Unser Bild oben ist ein Screenshot aus einem der Filmchen, mit denen Ex-Bürgermeister Christian Vogt wöchentlich vorgab, die Bürger zu informieren. Hier präsentiert er den Doppelhaushalt 2024/25, der für die Kreisstadt zum finanziellen Desaster werden sollte.
Quelle: Die Linke Hofheim

