„Colibri“: Offene Millionenforderung sorgt für Aufregung in Hofheim
Ein Bericht der Hofheim-News hat die Stadtverordneten aufgeschreckt: „Colibris in Gefahr? Stadt kann Rechnungen in Millionenhöhe nicht bezahlen“, hatten wir geschrieben. Jetzt melden sich die ersten Politiker zu Wort: Stimmt das wirklich? Und warum wissen wir nichts davon?
Im Hofheimer Rathaus liegen zahlreiche unbezahlte Rechnungen. Seit Ende letzten Jahres fordert die Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft (MTV) für erbrachte Leistungen im Stadtbusverkehr und dem Shuttle-Dienst „Colibri“ 1,7 Millionen Euro – und zwar für die Jahre 2023 und 2024. Doch die Stadt ist blank und kann nicht mehr bezahlen. Auch Rechnungen privater Kita-Betreiber und des Landratsamts sind offen.
Jetzt melden sich FDP und Linke zu Wort. Für die Liberalen fragen Michaela Schwarz und Ralf Weber: „Sind die Angaben zu den offenen Rechnungen der Stadt Hofheim in dem Artikel von Hofheim News korrekt?“ Falls ja, wollen sie wissen, wann genau die Rechnungen im Dezember 2025 erstmals eingingen. Hintergrund dieser Frage dürfte sein: Im Dezember letzten Jahres hatte der Landrat der Stadt genehmigt, ihren Etat um bis zu 40 Millionen Euro zu überziehen. Da haken die Liberalen nach: Warum wurden die MTV-Rechnungen dann nicht umgehend bezahlt? Und muss die Stadt jetzt auch noch Verzugszinsen für die verspätete Zahlung leisten?
Und auch diese Frage stellen Schwarz und Weber: Warum hat die Stadtverwaltung die Stadtverordneten während der Haushaltsberatungen nicht über die offensichtlichen Zahlungsschwierigkeiten informiert?
Wie berichtet, hatte MTV-Geschäftsführer Roland Schmidt gegenüber Hofheim-News bestätigt, dass die Stadt Hofheim seit mehreren Monaten ihre Rechnungen für den Stadtbus- und OnDemand-Dienst „Colibri“ nicht begleichen kann. Die Stadt bestätigte dies auf Nachfrage – schriftlich teilte ein Rathaussprecher mit:
„Seit Dezember 2025 liegen der Kreisstadt zwei Spitzabrechnungen des MTV in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro für die Jahre 2023 und 2024 vor. Die Abrechnungen konnten bislang aufgrund der angespannten Finanzsituation der Kreisstadt seit Ende letzten Jahres noch nicht ausgeglichen werden. Der zeitnahe Ausgleich ist das erklärte Ziel.“
Auch die Linken, vertreten durch Barbara Grassel, haben dazu Fragen: Bei den genannten 1,7 Millionen Euro dürfte es sich um den Gesamtbetrag für 2023 und 2024 handeln – welche Abschlagszahlungen wurden damals an die MTV geleistet? Und wie ging es danach weiter: Welche Abschlagszahlungen wurden 2025 geleistet – und mit welchen Rechnungen rechnet das Rathaus für 2025 und 2026?
Das neue Jahr ist noch keine drei Monate alt – die Finanznot hält an. Die FDP ergänzt ihr Schreiben an die Stadt um folgende Fragen: Wie viel Geld schuldet die Stadt noch den privaten Kita-Betreibern – und seit wann sind diese Rechnungen offen?
Antworten muss nun der Magistrat. Wir berichten weiter.
HN/TR

