FDP kritisiert Stromtrassen-Planung: Gewerbeflächen in Marxheim in Gefahr
Mit einem offenen Brief hat sich Hofheims FDP an die Stadtspitze – namentlich an Bürgermeister Willi Schultze und den Ersten Beigeordneten Daniel Philipp – gewandt. Die Liberalen hatten an einer Veranstaltung des Netzbetreibers Amprion in Marxheim teilgenommen, bei der über die geplante Stromtrasse „Rhein-Main-Link“ informiert wurde. Nach Ansicht der FDP verhindert die derzeitige Planung, dass Hofheim dringend benötigte Gewerbeflächen entwickeln kann.
Es habe „besonders missfallen“, dass vom Konverterstandort F9 eine Freileitung zum Umspannwerk geplant sei, die „mehr als die Hälfte des Weges bis zum Ortsanfang Marxheim hineingeht“. Offensichtlich habe weder Altbürgermeister Vogt noch der zuständige Fachbereich im Rathaus Amprion darauf hingewiesen, „dass eine solche Leitungsführung äußerst kontraproduktiv ist, wenn wir Hofheim an dieser Stelle weiter entwickeln wollen“.

Es bestehe weitgehend Einigkeit in Teilen des Ortsbeirats und mit anderen Fraktionen, schreibt die FDP, dass man dringend weitere Gewerbeflächen entwickeln müsse, „damit wir auf der Einnahmenseite langsam eine Entspannung und sogar eine signifikante Verbesserung hinbekommen“. Hattersheim habe es vorgemacht: Die Stadt habe früher unter dem Schutzschirm gestanden und sich seither prosperierend entwickelt, verzeichne Gewerbesteuereinnahmen und habe sogar schon wieder Rücklagen gebildet. „Daran sollten wir uns ein Beispiel nehmen und entschlossen und mit aller Kraft in weitere Gewerbegebietsentwicklungen hineingehen.“
Der Standort zwischen Weilbach und Marxheim sei dafür ideal. Wegen der Nähe zum Autobahnanschluss müsse kein Lkw zusätzlich durch Marxheim fahren. „Die FDP Hofheim hat diesen Standort seit 2016 immer wieder nachdrücklich gefordert!“
Mit der Firma Heislitz sei bereits ein Traditionsunternehmen nach Kriftel „ausgewandert“ und zahle nun dort Gewerbesteuer – „weil in Hofheim keine geeigneten Flächen zur Verfügung standen“. Derzeit suchten unter anderem Heizung/Sanitär Wilhelm und Heizung/Sanitär Gräber dringend geeignete Flächen für eine moderne Betriebsstätte. „Beide Unternehmen wollen unbedingt in Marxheim bleiben, weil sie hier verwurzelt sind. Aber wie in ganz Hofheim: Fehlanzeige, Hofem schlofem eben! Man scheint in der Verwaltung und in der Politik ganz vorzüglich zu schlafen!“
Die FDP appelliert abschließend an die Rathausführung, bei Amprion darauf hinzuwirken, die geplante Stromtrasse zu ändern: „Bitte helfen Sie mit, Hofheim zu retten und weiterzuentwickeln!“
Quelle: FDP Hofheim

