Lorsbacher protestieren gegen Brückenbaustelle: „Timing hätte nicht ungünstiger sein können“
Die geplante Baustelle liegt zwar drei Kilometer von ihrem Dörfchen entfernt – dennoch zeigen sich einige Lorsbacher schwer verärgert: Die Landstraße L 3011 zwischen Lorsbach und Kriftel/Hattersheim wird ab Mittwoch halbseitig gesperrt – voraussichtlich bis Ende des Jahres. Die Straße führt über die Bahngleise, und diese Brücke muss nun saniert werden. Die Hofheim-News hatten am Freitag exklusiv über die Sperrung berichtet – nun melden sich Lorsbacher Lokalpolitiker zu Wort. Sie zeigen sich hellauf empört.
„Der Paukenschlag vom vergangenen Freitag hat uns – und sicher nicht nur uns – zunächst sprachlos gemacht. Das Timing dieser beunruhigenden Mitteilung hätte kaum ungünstiger sein können. Gerade jetzt stecken wir alle mitten in den kräftezehrenden Haushaltsplanungen, in den Vorbereitungen zur Kommunalwahl, neben unseren eigentlichen Berufen – und den vielen weiteren Verpflichtungen, die der Alltag ohnehin mit sich bringt.“
Das schreiben Jasmin Georg, Kandidatin der „Bürger für Hofheim“ (BfH) für den Ortsbeirat, und Andreas Nickel, Spitzenkandidat der Freien Wählergemeinschaft (FWG), auf Facebook. Sie sprechen für das „Aktionsbündnis L 3011“, das sich vor vier Jahren als lokaler Widerstand gegen die damaligen Pläne gründete, die L 3011 direkt vor Lorsbach für fast ein Jahr komplett zu sperren.

Die nun geplante halbseitige Sperrung am Rande der Kernstadt bedeutet: Von Lorsbach nach Kriftel/Hattersheim bleibt die Straße passierbar. In umgekehrter Richtung müssen Autofahrer hingegen eine lange Umleitung fahren – oder sie versuchen durch Hofheims Innenstadt zu fahren, wo allerdings im Verteilerring bereits eine Großbaustelle eingerichtet ist.
Georg und Nickel zeigen sich auch verärgert über die Kommunikation von Hessen Mobil: „Warum man eine solche Baustelle mit einem Vorlauf von gerade mal fünf Tagen ankündigt, ist völlig unerklärlich.“ Vor allem Pendler und auch Gewerbetreibende seien von den Verkehrsbehinderungen betroffen. Seit dem Wochenende sei man in intensiven Beratungen, um die nächsten Schritte zu prüfen und aktiv zu werden. „Wir werden die Ankündigung der neuen Großbaustelle nicht einfach hinnehmen.“

In einem Rundschreiben an die Mitglieder des Aktionsbündnisses erinnern sie daran, dass der hessische SPD-Verkehrsminister Kaweh Mansoori im Jahr 2024 im Lorsbacher Gemeindezentrum dem damaligen Bürgermeister geraten habe, bei gravierenden Beschwerden nicht nur zu schreiben, „sondern sich direkt ins Auto zu setzen und ins Büro zu stürmen“. Dieses Vorgehen gelte bestimmt auch für Hofheims neuen Bürgermeister Schultze.
Erfahrungsgemäß lohne es sich durchaus, die Aussagen von Hessen Mobil kritisch zu hinterfragen. Möglicherweise lasse sich doch noch eine „Lösung für einen bedarfsgesteuerten Zweirichtungsverkehr“ finden. „Uns wurde vom Verkehrsminister mehrfach zugesichert, dass bürgerferne Planungen und kurzfristige ‚Nebenbei‘-Informationen dieser Art künftig nicht mehr vorkommen sollen“, schreiben Georg und Nickel weiter. Nun werde man genau nachhaken. „Eine erneute Sperrung und die damit verbundene Belastung für Lorsbach sowie alle Verkehrsteilnehmer können wir nicht einfach akzeptieren. Wir setzen alles daran, eine tragfähige Lösung zu erreichen.“

