Zwei besondere Stadtführungen: Wasser als Lebensader der Altstadt

Zwei besondere Stadtführungen: Wasser als Lebensader der Altstadt

Wer heute durch die Gassen der Hofheimer Altstadt geht, denkt selten daran, dass Hofheim im Grunde eine wasserreiche Stadt ist. Ohne Wasser gäbe es viele Kapitel der Stadtgeschichte nicht: Getreidemühlen und Lederindustrie mit ihrem hohen Wasserbedarf, mehrere Mühlen entlang des Mühlbachs, Laufbrunnen in den engen Gassen – Wasser war Lebensader, Wirtschaftskraft und Treffpunkt zugleich.

Die Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt widmet ihr Jahresthema 2026 genau diesem lebensspendenden Element: „Historische Brunnen und Wasserläufe“. Die erste Vorsitzende des Vereins, Renate Hofmann, nimmt Interessierte in zwei Stadtführungen mit auf eine Reise in die wasserreiche Vergangenheit Hofheims.

Acht Laufbrunnen – „Laufen“ in zweierlei Hinsicht

Wer weiß heute noch, wo sich die Bewohnerinnen und Bewohner der Altstadt einst mit Wasser versorgten? Acht sogenannte Laufbrunnen gab es innerhalb der Altstadt. „Laufbrunnen“ – das klingt nach Bewegung. Und tatsächlich musste man zu ihnen hingehen. Ihren Namen trugen sie aber, weil sie ununterbrochen liefen. Das nicht aufgefangene Wasser versickerte in den Gassen – ein alltäglicher Bestandteil des Stadtbilds.

Bei der Führung Historische Brunnen am Samstag, 28. Februar, führt Renate Hofmann zu Orten, an denen noch Spuren dieser Brunnenkultur erhalten sind – etwa in der Burgstraße. An anderen Stellen erinnert nur noch ein Name an das einstige Geschehen, wie am Bornplatz.

Brunnen Burgstr Foto Andreas Walter
Der ehemalige „Gaasebrunne“ in der Burgstraße. (Foto: Andreas Walter)

Besonders im Blick steht der Brunnen in der Burgstraße – der ehemalige „Gaasebrunne“. Dort tranken früher Geißen, daher der Name. Manche nannten ihn auch Schulbrunnen, weil er direkt neben dem ehemaligen Schulhaus lag. Die Bürgervereinigung plant seine Sanierung – ein Projekt, das Geschichte wieder sichtbar und erlebbar machen soll. Auch darüber erfahren die Teilnehmenden Hintergründe und Details.

Die Führung beginnt am 28. Februar um 14 Uhr und dauert gut zwei Stunden. Treffpunkt: vor dem Stadtmuseum. Teilnahmebeitrag: fünf Euro.

Historische Wasserläufe – Wo floss der Mühlbach?

Zwei Wochen später richtet sich der Blick auf die historischen Wasserläufe der Stadt. Bei der Führung am Samstag, 14. März, geht es um verborgene und verschwundene Gewässer. Wer kann heute noch sagen, wo der Mühlbach floss, der einst die Mühlen der Stadt versorgte? Und wer weiß, dass es in Hofheim sogar eine Kaltwasserkuranstalt gab?

Hauptstrasse mit Bruecke ueber den Muehlbach Fotograf Otto Engelhard 1891 StadtAHofh
Ein Foto aus dem Jahre 1891: In der Hauptstraße führte eine Brücke über den Mühlbach (Foto: Stadtarchiv / Otto Engelhard)

Renate Hofmann erzählt über diese nahezu vergessenen Orte, die das wirtschaftliche und soziale Leben prägten und macht deutlich, wie sehr sich das Stadtbild seitdem verändert hat.

Auch diese Führung am 14. März wird gut zwei Stunden dauern. Treffpunkt ist um 14 Uhr die Ecke Wilhelmstraße / Schwarzbachweg. Teilnahmebeitrag: fünf Euro.


Unser Foto oben zeigt Renate Hofmann während einer ihrer gefragten Stadtführungen.


Quelle: Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt 

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