Ein Hofheimer Mädchen wird 90: Herzlichen Glückwunsch, Christa Rupp!
Wenn man in Hofheim über Tradition und Gesichter der Stadt spricht, fällt auch öfters mal der Name Christa Rupp. Heute 5. Februar feiert die waschechte Hofheimerin, eine geborene Wagner, ihren stolzen 90. Geburtstag. Eine ganze Portion Hofheimer Geschichte steckt in ihrer Biografie – und eine Liebe, die im Frankfurter Schlachthof ihren Anfang hatte.
Nach einer kurzen Zeit mit der Familie in Offenbach, wurde sie in Hofheim eingeschult. Aber da schon war Christas Weg vorgezeichnet: 1952 begann sie die Lehre zur Fleischerfachverkäuferin im Betrieb ihrer Eltern. Dass sie dort nicht nur das Handwerk, sondern auch die Liebe ihres Lebens finden würde, hatte sie damals wohl nicht geahnt.
Die Geschichte klingt fast wie aus einem Film: Vater Clemens Wagner suchte am Schlachthof nach einem Metzgergesellen und fand Erich Rupp. Der junge Mann, er stammte aus Oberheinriet bei Heilbronn, war gerade auf der Walz und suchte Arbeit – und fand in Hofheim weit mehr als nur einen Job. Christa und der „mitgebrachte“ Erich lernten sich bei der Arbeit kennen und lieben. 1959 wurde geheiratet und in den Jahren darauf machten die Kinder Raimund, Anke und Silke das Familienglück perfekt.
1971 übernahm das Ehepaar die Metzgerei der Eltern. Aus „Wagner“ wurde „Rupp“ – eine Institution in Hofheim. Fast zwei Jahrzehnte lang war Christa das Gesicht hinter der Theke, immer mit einem Lächeln und einem guten Wort für die Kunden. 1989 folgte dann ein harter Schnitt: Nach einem Herzinfarkt von Erich entschied man sich gemeinsam, den Laden zu schließen. Die Gesundheit und die gemeinsame Zeit sollten fortan an erster Stelle stehen.
Ruhestand bedeutete für Christa aber keineswegs Stillstand. Gemeinsam mit Erich erkundete sie die Welt: Ob die Chinesische Mauer, die Landschaften Afrikas oder das milde Klima auf Gran Canaria – die beiden holten nach, wofür während der harten Arbeitsjahre keine Zeit war. Besonders stolz ist sie auch auf Enkel Daniel, der 1998 zur Welt kam und der ganze Stolz der Großeltern wurde.
Das Leben hielt in den letzten Jahren auch Herausforderungen bereit. Nach dem schmerzhaften Verlust ihres geliebten Erich im Jahr 2023 ist Christa jedoch nicht allein. Eine ganz besondere Verbindung entstand im Winter 2022: Biishe Mzee kam aus Kenia zur Familie, um Erich zu pflegen. Aus einer Pflegekraft wurde eine Freundin und ein Teil der Familie. Auf Christas Wunsch blieb Biishe auch nach Erichs Tod und ist heute, neben den Kindern Raimund, Anke und Silke, eine der wichtigsten Stützen im Alltag.
Auch wenn die Beine nach einigen Operationen nicht mehr ganz so flink sind wie früher, lässt sich das „Hofheimer Mädchen“ nicht unterkriegen. Christa genießt die Zeit mit ihrer Familie, freut sich über Besuche von Freunden und verbringt jede Woche einen Tag im Martha-Else-Haus.
Wir gratulieren Christa Rupp ganz herzlich zu diesem besonderen runden Geburtstag und wünschen ihr noch viele schöne Momente im Kreise ihrer Liebsten!
HN/RR



