Vollsperrung und Versuchsballon: Untere Hauptstraße ist jetzt eine Fußgängerzone
Die untere Hauptstraße ist jetzt dicht. Man kann zwar noch reinfahren – aber eben nicht mehr durchfahren. Die Bauarbeiten am Verteilerring sind ein Stück weitergerückt und blockieren nun den Bereich direkt zwischen der Einmündung Seilerbahn und der Hauptstraße.
Die unmittelbaren Folgen für den Verkehr: Der Ringverkehr wird wieder zur vertrauten Einbahnstraße. Allerdings steht den Autofahrern zwischen Busbahnhof und Hauptstraße lediglich die innere Fahrspur zur Verfügung. Wer hier durch muss, braucht starke Nerven und Geduld. Dazu kommen noch Nacharbeiten am Busbahnhof – die versprochene Fußgängerampel soll bis zum Ende der Herbstferien stehen. Bis dahin gilt für Fußgänger: Augen auf und rüber zur Ampel an der Esso-Tankstelle, wie Hessen Mobil empfiehlt.
Doch viel mehr als die Bauarbeiten und die Blechlawinen steht etwas anderes unter Beobachtung: Die untere Hauptstraße ist für die nächsten Wochen eine Art Fußgängerzone auf Probe.
Die einen freut’s, die Grünen würden die Sperrung sogar am liebsten noch länger behalten, um zu testen, ob das kurze Teilstück überhaupt jemals als Durchfahrtsstraße gebraucht wurde. Die Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt sekundiert: Schließlich bringe der Durchfahrverkehr dem Handel ohnehin keinen Nutzen, sondern koste nur die Aufenthaltsqualität.
Einige Geschäftsleute aber laufen Sturm dagegen und befürchten ein „Horrorszenario“ für die Innenstadtgeschäfte – von ausbleibenden Kunden bis hin zur Pleitewelle.
Und die politisch Verantwortlichen im Rathaus? Die machen das, was man in Hofheim seit jeher gewohnt ist: Erst wird eisern geschwiegen, dann schaut man weg. Am Ende bleibt’s dann wie immer – alles beim Alten. Wie sagte der Bürgermeister kürzlich doch so schön, als es um die schmerzhafte Rekorderhöhung der Grundsteuer ging: „Der Durchschnitt in Hofheim, der kann das schon tragen.“
TR


Hessen Mobil war gestern in der Mittagszeit da, hatten verwundert geschaut wie die Autos reingebraust sind. Kamen nicht auf die Idee eine bessere Info zu installieren.
Es ist schon merkwürdig. Die umsatzstärksten Straßen beim Einzelhandel in Deutschland sind fast ausschließlich Fußgängerzonen.
Auch gibt es mittlerweile Studien die bestätigen, dass die Aufenthaltsqualität zum größten Teil ausschlaggebend für einen Shoppingbesuch ist und nicht die Erreichbarkeit mit dem Auto.
Trotzdem wird von vielen immer noch vom Untergang des Einzelhandels geraunt, sobald man über eine Fußgängerzone spricht.
Die größte Bedrohung für den Einzelhandel ist das Internet und nicht der fehlende Parkplatz vor der Ladentür!
Mit Lösungen aus den 70ern auf neue Probleme zu antworten wird langfristig nicht funktionieren.
Ich kann mich dem nur anschließen – der Kampf gegen bessere Aufenthaltsqualität in der Altstadt/Innenstadt ist nicht nachzuvollziehen. Das kann ja wohl nicht ernst gemeint sein, dass wenn man an einem Geschäft vorbeifahren kann (ohne davor parken zu können), dass man nur dann auch dort einkauft, sonst lieber ins MTK fährt, wo man dann gar nicht mit dem Auto vors Geschäft fahren kann – wo ist da die Logik ??
Wenn es um das Auto geht, hört die Logik auf!
Ärgerlich ist, dass die Politik hier nicht mutiger voran geht.
Statt endlich Veränderungen anzupacken, wird immer wieder Geld für Untersuchungen ausgegeben und vertröstet.
Der Verkehrsentwicklungsplan von 2009 benennt alle Probleme und die dementsprechenden Lösungen.
Schon damals wurde empfohlen, die untere Hauptstraße zur Fußgängerzone umzuwidmen.
Und was ist seitdem geschehen? So gut wie nichts.
Stattdessen drehen wir uns im Kreis und stellen die Selben Fragen wie seit Jahrzehnten, obwohl die Antworten längst bekannt sind. Dann beauftragt die Stadt neue Untersuchungen, die wieder Geld kosten.
Währenddessen ziehen die Jahre ohne Veränderungen ins Land.
Niemand braucht sich über eine Bezeichnung wie „Hofhem schlofen“ wundern!
Wenn eine Fußgängerzone dann aber richtig und keine halbe Sachen wie in Hofheim üblich. Das bedeutet ohne Fahrradfahrer und erst recht ohne E- Scooter.
Wie sagte der Hofheimer Bürgermeister kürzlich doch so schön, als es um die schmerzhafte Rekorderhöhung der Grundsteuer ging: „Der Durchschnitt in Hofheim, der kann das schon tragen.“
Ja – genau das ist der überhebliche Kommentar der „Mutti Merkel“ gewesen, mit: „Wir schaffen das“,
wobei man heute weiß, daß DIE uns schon schaffen werden…
Nur! Fußgänger wäre ja ganz nett.
Aber Besuch von Ärzten geht für Rollatoren dann wie? Lieferanten?
Aufenthaltsqualität? Für den Sparkassenbesuch, Regale vom Bücherladen im Außenbereich? Ernsting leer! Schaufenster gucken beim Telefonshop oder Kaffeeladen.
Und trotz Klimawandel, die meisten Tage des Jahres sitzt auch keiner draußen vor dem Eiscafe.
Insofern ist der Gewinn für Aufenthalt sehr überschaubar und es wird keine Zeil werden.