Polar Mohr wird jetzt plattgemacht – und das „City Quartier Hofheim“ kann entstehen

Polar Mohr wird jetzt plattgemacht – und das „City Quartier Hofheim“ kann entstehen
Der Bagger-Biss: Die Abrissarbeiten auf dem Polar-Mohr -Gelände haben begonnen – oben hängt schon die Werbung für das neue City Quartier.

An diesem Freitag startete das Bauvorhaben „City Quartier Hofheim“: Kein erster Spatenstich – der Auftakt nannte sich „Bagger-Biss“: Der Kelkheimer Projektentwickler Horn wird auf dem Gelände von Polar Mohr hunderte Wohnungen bauen. Die Stadtverwaltung hat dazu eine Pressemitteilung herausgegeben, in dem sie von einem „Vorzeigeprojekt für eine nachhaltige Entwicklung“ spricht. Rund 50.000 Tonnen Recyclingbeton und 1.100 Tonnen Stahl würden dem Stoffkreislauf wieder zugeführt. Hier die Mitteilung im Wortlaut:

Das Bauvorhaben setzt bereits beim Rückbau der bestehenden Gebäude konsequent auf die Prinzipien der nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Aus einem vermeintlichen Abbruch mit tonnenweisem Schutt wird damit ein wertvolles Rohstofflager – ein Beispiel für einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen.

„Wir sind seit Jahrzehnten ein verlässlicher Akteur in der Baubranche hier im Rhein-Main-Gebiet. Unser Ziel ist selbstverständlich auch, dass wir nachhaltig arbeiten und einen Beitrag für einen vernünftigen Umgang mit Ressourcen leisten. Unser Vorgehen am City-Quartier in Hofheim ist dafür ein ausgezeichnetes Beispiel“, sagt Günter Horn, Geschäftsführer der Horn Projektgesellschaft. Bereits einige Zeit vor Beginn des Rückbaus seien durch Sachverständige umfassende Schadstoffuntersuchungen durchgeführt worden: „Auf dieser Grundlage werden die bestehenden Gebäude nun Schritt für Schritt zurückgebaut und die dabei anfallenden Materialien möglichst sortenrein getrennt, um eine bestmögliche Weiterverarbeitung möglich zu machen.“

Insbesondere Beton und Mauerwerk können nach entsprechender Aufbereitung wieder als hochwertige Zuschlagstoffe im Hoch- und Tiefbau sowie im Straßen- und Wegebau eingesetzt werden. Dadurch wird der Bedarf an neu abgebauten Naturrohstoffen reduziert und gleichzeitig das Aufkommen von Abfällen minimiert.

City Quartier Hofheim: 50.000 Tonnen Recyclingbeton

Insgesamt werden durch dieses Vorgehen rund 50.000 Tonnen Recyclingbeton gewonnen. Das entspricht ungefähr 1.600 Lkw-Ladungen, auf die verzichtet werden kann – sodass Lärm und Verkehrsaufkommen deutlich verringert werden. Ein wesentlicher Teil des aufbereiteten Recyclingmaterials wird unmittelbar auf dem Grundstück wieder eingesetzt – unter anderem für den Wegebau, den Gebäudeunterbau und für erforderliche Bodenverbesserungsmaßnahmen. Auch 1.100 Tonnen Stahl werden dem Wertstoffkreislauf wieder zugeführt.

City Quartier Hofheim
Vor dem Zaun zum ehemaligen Polar-Mohr-Betriebsgelände hängt schon die Werbung von Horn: Fast 500 Wohnungen will der Kelkheimer Projektentwickler zwischen der Hattersheimer Straße und den Bahngleisen bauen.

„Die Stadt Hofheim begrüßt dieses nachhaltige Wirtschaften außerordentlich“, sagt Bürgermeister Wilhelm Schultze. Es sei mehr als erfreulich, dass mit dieser Herangehensweise weniger neue Naturrohstoffe benötigt werden und man somit im Sinne der Umwelt handele. „Wir sind schon sehr auf den Moment gespannt, wenn das ‚City-Quartier in Hofheim‘ fertiggestellt ist.“

Ein weiterer wichtiger Baustein ist der richtige Umgang mit dem anfallenden Erdaushub. Für die Herstellung der Baugruben werden rund 50.000 Kubikmeter Boden bewegt – was etwa 3.300 Lkw-Ladungen entspricht. Ziel ist es, einen möglichst großen Anteil dieses Bodens direkt vor Ort wiederzuverwenden.

„Wir wollen den anfallenden Erdaushub so effizient und nachhaltig wie möglich nutzen“, sagt Hofheims Erster Stadtrat Daniel Philipp. Damit reduziere man nicht nur die Zahl der notwendigen Transporte, sondern schone zugleich Ressourcen und vermeide unnötige Belastungen für die Umgebung. „Ich bin sehr froh, dass wir bei diesem Projekt diesen nachhaltigen Weg gehen können.“

Im ersten Bauabschnitt werden unter anderem Kanalisation, Frischwasserversorgung, Stromversorgung sowie rund 4.200 Quadratmeter neue Verkehrsflächen hergestellt. Hinzu kommen etwa 950 Meter Entwässerungskanäle, 150 Meter Stahlspundwand entlang des Bahndamms und rund 30 Meter Betonbohrpfahlwände.

Aufgrund des teilweise instabilen Untergrunds sind zudem umfangreiche Bodenverbesserungsmaßnahmen erforderlich. Mithilfe sogenannter Rüttelstopfsäulen wird sortenreines Recyclingmaterial bis auf tragfähige Bodenschichten eingebracht. Diese anspruchsvollen Spezialtiefbauarbeiten werden durch entsprechende Fachunternehmen umgesetzt.

„Das Projekt zeigt, dass nachhaltiges Bauen nicht erst mit dem Neubau beginnt. Bereits im Rückbau entscheidet sich, ob wertvolle Rohstoffe verloren gehen oder als Bestandteil einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft eine zweite Verwendung finden“, erklärt Günter Horn: „Dies wird uns hier außerordentlich gut gelingen. Die enormen Mengen an Beton und an Recyclingmaterial, die gewonnen und wiederverwendet werden, sprechen da eine klare Sprache für sich.“

Quelle: Stadtverwaltung

Ein Gedanke zu “Polar Mohr wird jetzt plattgemacht – und das „City Quartier Hofheim“ kann entstehen”

  1. So entsteht Zukunft. Gestern noch ein produzierender Ort mittelständischem Unternehmertums. Heute ein Wohnquartier in Entstehung. Ein neues Jazz-Quartier mit Bier-Lounge und ein Dönerladen trendigem Zuspruchs. Wenn ich durch die Straßen gehe in Hofheim frage ich mich immer, wie wird das alles mal zusammenpassen. Wer bringt hier die belebende Bewegung rein – in eine Kreisstadt zukünftiger Wünsche? Spannend alles, was sich in Hofheim bewegt. Ausgebaute Straßen rund um den Bahnhof. Wohin steuert die Stadt mitten in einer überschwänglich sich gestaltenden Metropolregion. Ich habe keine Antwort, wie es aussehen wird. Wie es zu erleben ist. Munter belebend? Wir wissen nicht wohin uns die Reise führt. Jedenfalls wissen wir, dass wir kein Geld mehr haben. Abe es bleibt die Hoffnung, dass all die Bewohner auch in dem neuen City-Quartier ihren Beitrag liefern werden für ein Hofheim, dass sie alles in allem liebenswert finden. So denke ich mir das.

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