Verteilerring: Ein Jahr Baustelle, null Klarheit – und Samstag wieder Rad-Demo

Verteilerring: Ein Jahr Baustelle, null Klarheit – und Samstag wieder Rad-Demo

Während der Hofheimer Gewerbeverein IHH die Interessen von Radfahrern eher für geschäftsschädlich hält (nachzulesen hier), lässt sich die Radler-Initiative „Hofheim bewegt sich“ nicht bremsen. Für den kommenden Samstag, 26. September, kündigt sie eine neue Demonstration an. Start ist wie gewohnt um 11 Uhr auf dem Kellereiplatz.

Die Demo-Initiatoren verweisen in diesem Zusammenhang auf die aktuelle Ausgabe von Frankfurt aktuell des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Darin äußert Hofheims ADFC-Sprecher Holger Küst die Hoffnung, dass im Zuge der laufenden Fahrbahnsanierung im Verteilerring womöglich doch noch eine Radspur realisiert wird. „Wir sind gespannt, ob eine Lösung für den Radverkehr geschaffen wird“, schreibt er.

Fakt ist allerdings auch: Die Arbeiten zur Fahrbahnsanierung laufen jetzt bereits seit einem Jahr, und die Planung zuvor wird sicher auch etliche Monate gedauert haben. Trotz dieser langen Zeitspanne kann die Landesstraßenbaubehörde Hessen Mobil bis heute keine verbindliche Ansage machen, wie ein sicherer Weg für Radler im Verteilerring aussehen könnte. Das nährt die Vermutung, dass man in der Planungsphase an einen Radweg schlichtweg nicht gedacht hatte.

Hessen Mobil, der Bauherr des Verteilerrings, betont jetzt auf Anfrage von Hofheim-News, dass die Radverkehrsplaner gemeinsam mit der Stadt Hofheim intensiv an einer geeigneten Lösung arbeiten. Die Ergebnisse einer Verkehrsuntersuchung dienten als Grundlage für das weitere Vorgehen – eine abschließende Entscheidung liege zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht vor.

Zugleich verweist die Behörde auf die hohen Anforderungen vor Ort: „Auf engem Raum treffen ein hohes Verkehrsaufkommen, zwei Bahnhöfe, mehrere Kreuzungsbereiche und Fahrstreifen sowie die topografischen Gegebenheiten entlang des Schwarzbachs aufeinander.“ Eine Lösung für den Radverkehr könne wegen der vernetzten Verkehrsbeziehungen nicht isoliert betrachtet werden, auch müssten die Auswirkungen auf den übrigen Verkehr einfließen.

Warum aber musste die Sanierung der Straße dann ohne ein fertiges Radkonzept starten? Warum wird erst alles für den Autoverkehr eingerichtet – und dann an Radfahrer gedacht? Bei Hessen Mobil heißt es dazu, der Sanierungsbedarf der Fahrbahn sei extrem hoch gewesen. Um die Verkehrssicherheit dauerhaft zu gewährleisten und eine weitere Verschlechterung zu verhindern, habe man schnell handeln müssen und nicht auf den Abschluss der Radweg-Planungen warten können. Im ungünstigsten Fall hätte ansonsten eine kurzfristige Sperrung gedroht – dies galt es unbedingt zu vermeiden.

Einen kleinen Silberstreif am Horizont hat ADFC-Fachmann Holger Küst indes entdeckt: Offenbar wird im Zuge der Verteilerring-Sanierung eine weitere langjährige Forderung umgesetzt – die sichere Querung der Elisabethenstraße in Höhe des Durchgangs neben der HWB-Zentrale herüber zum Richard-Zorn-Weg, der zwischen Tankstelle und Rathaus zum Schulzentrum führt.

Erste Markierungen auf der Fahrbahn seien bereits vorhanden, schreibt Küst, auch die Ampelmasten stehen schon. Allerdings fehlen unter anderem noch die Ampelanlage selbst sowie die notwendigen Bordsteinabsenkungen. Küsts Fazit: „Hier scheint es Verzögerungen bei der Realisierung wegen der aktuellen Hofheimer Kassenlage zu geben.“

Quelle: Hofheim bewegt sich / HN

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