Schienenprojekt Wallauer Spange: Kreistag verlangt Tempo bei Bahn
Der Kreistag des Main-Taunus-Kreises hat in seiner jüngsten Sitzung mit breiter Mehrheit ein deutliches Signal für das Schienenprojekt „Wallauer Spange“ gesetzt. Wie der Wiesbadener Kurier berichtet, forderte das Gremium mit einem gemeinsamen Eilantrag von CDU, Grünen, FDP, SPD und Freien Wählern, dass das zuletzt ins Stocken geratene Planfeststellungsverfahren zügig wieder aufgenommen werden soll.
Hintergrund ist die inzwischen bekannt gewordene Zurückweisung des Planfeststellungsantrags durch das Eisenbahn-Bundesamt im Oktober 2025 wegen unvollständiger Unterlagen. Die Wallauer Spange ist eine rund vier Kilometer lange Schienenverbindung zwischen Wiesbaden und dem Frankfurter Ast der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main. Dadurch soll sich die Fahrzeit zum Frankfurter Flughafen auf rund 15 Minuten verkürzen. In Wallau ist ein barrierefreier Haltepunkt mit Anbindung an Busverkehr und Park-&-Ride-Angebote vorgesehen – der Bahnhof wird von Hofheim, Hochheim und Wiesbaden gemeinsam finanziert.
Der Kreistag kritisiert in seinem Beschluss die Arbeit der DB Infrago AG sowie eine unzureichende Kommunikation zum Verfahrensstand. Die Bahn wird aufgefordert, die fehlenden Unterlagen schnell nachzureichen. Zugleich appelliert der Kreistag an das Eisenbahn-Bundesamt, das Verfahren nach Vorlage der vollständigen Unterlagen zügig zu führen, und an den Bund, die notwendigen Haushaltsmittel bereitzustellen. Linke und „Die Partei“ enthielten sich, die AfD stimmte gegen den Antrag.
Ein separater Eilantrag der Linken, der angesichts langer Bauzeiten alternative Busverbindungen als Übergangslösung forderte, fand keine Mehrheit.
Unser Bild oben zeigt eine Computerdarstellung des geplanten Bahnhofs in Wallau. Das große Parkhaus wurde vor wenigen Wochen aus Kostengründen gestrichen.
Quelle: Wiesbadener Kurier

