Darmstadt als Vorbild: Linke drängen weiter auf Verkauf des Stadtwaldes
Es ist ein Vorschlag, der in Hofheim bereits für teils heftige Diskussionen gesorgt hat: Die Stadt soll große Teile ihres Stadtwaldes an den Bund übertragen – und dafür Millionen erhalten. Eingebracht wurde die Idee von den Linken, Hofheim-News berichtete exklusiv darüber. Der Artikel wurde tausendfach gelesen und sorgte vor allem in den sozialen Netzwerken für lebhafte Debatten. Nun legen die Linken nach. In einer neuen Presseerklärung verweisen sie darauf, dass die Stadt Darmstadt ein vergleichbares Modell bereits umgesetzt habe.
Zum Hintergrund: Der Hofheimer Stadtwald umfasst mehr als 1.400 Hektar. Seine Bewirtschaftung kostet die Stadt jährlich knapp eine Million Euro, dem stehen Einnahmen von lediglich rund 370.000 Euro gegenüber. Immer wieder wird daher die Forderung laut, die Erlöse zu steigern. Das würde jedoch zwangsläufig bedeuten, mehr Bäume zu fällen.
Die Linken schlagen jetzt stattdessen vor, rund 500 Hektar Wald an den Bund zu übertragen. Dieser würde die Flächen einer natürlichen Entwicklung überlassen. Für die Übertragung der Nutzungsrechte erhielte die Stadt einmalig viel Geld – geschätzt 12,5 Millionen Euro. Nach Ansicht der Linken könnte damit auch eine vom Bürgermeister ins Spiel gebrachte Verdreifachung der Grundsteuer zur Schließung des Haushaltslochs vom Tisch sein.
Noch ist der Vorschlag in den politischen Gremien nicht beraten worden. Doch die Linken lassen nicht locker – hier ihre aktuelle Presseerklärung:
„Am 28. Januar 2026 hat Darmstadt eine klare Entscheidung getroffen: 247 Hektar Stadtwald werden dauerhaft aus der Nutzung genommen, der Natur überlassen und mit Millionen aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz des Bundes finanziert. Kein Sozialabbau, keine noch höheren Steuern – sondern Bundesgeld für Klima, Natur und kommende Generationen.
Und Hofheim? Hier wird weiter gezögert, während der Stadtwald Jahr für Jahr Defizite produziert und die Klimakrise vor der Haustür steht. Dabei liegt ein Beitrag zurLösung auf dem Tisch.
Anita Vogt, Spitzenkandidatin für Die Linke in Hofheim für die Kommunalwahl am 15. März, sagt: „Die Stadt Darmstadt nimmt damit ihre Verantwortung als Waldbesitzerin für spätere Generationen wahr. Mit dieser Entscheidung zum Naturwald wird das Artensterben gebremst, ein Beitrag gegen den Klimawandel geleistet und dem Wald die Gelegenheit gegeben, sich an den Klimawandel anzupassen.”
Was in Darmstadt möglich ist, ist auch in Hofheim möglich. Natürlicher Wald statt teurer Forstwirtschaft. Bundesförderung statt Sparrunden auf dem Rücken der Menschen. Klimaschutz jetzt – nicht erst nach der nächsten Wahl.
Naturnahe Wälder speichern CO₂, schützen vor Hitze und Dürre und entlasten langfristig den Haushalt. Wer diese Chance verstreichen lässt, entscheidet sich bewusst für höhere Kosten in der Zukunft.
Darmstadt hatte den Mut zur Entscheidung. Hofheim hat jetzt die Wahl: weiter zögern – oder Verantwortung übernehmen.“
Magistrat Darmstadt verbucht Millionen-Einnahme
Mehr über die Entscheidung zum Darmstädter Wald ist einer Pressemitteilung zu entnehmen, die der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt veröffentlicht hat. Darin heißt es:
„Das Programm sieht vor, dass zwischen dem Steinbrücker Teich und der Grube Prinz von Hessen auf 247 Hektar ein dauerhafter Naturwald entsteht. Die Nutzungsrechte für diese Fläche im östlichen Stadtwald werden an die Bundesrepublik Deutschland übertragen, die Stadt bleibt Eigentümerin, verzichtet jedoch dauerhaft auf eine wirtschaftliche Nutzung – eine Rückkehr zur Bewirtschaftung wird es nicht mehr geben. Durch die Teilnahme am ANK-Programm entwickeln sich die ausgewählten Flächen künftig nach den eigenen Regeln der Natur – ein entscheidender Beitrag zur Stabilisierung des Ökosystems und zur Anpassung an den Klimawandel.“
Und weiter: „Die Teilnahme am ANK-Programm bringt Darmstadt einmalige Einnahmen von etwa 5 bis 6 Millionen Euro. Diese Mittel fließen in den Investitionshaushalt der Stadt Darmstadt und werden zweckgebunden für Projekte genutzt, die die Naherholung und Umweltbildung stärken sowie die Ströme der Waldbesuchenden gezielt lenken sollen.“
Aktuell wird der Magistrat von einem SPD-Oberbürgermeister geführt. Die Bürgermeisterin sowie der für Natur- und Umweltschutz zuständige Stadtrat gehören den Grünen an. Die CDU stellt zwei weitere hauptamtliche Magistratsmitglieder, Volt Deutschland eines.
Quelle: Linke Hofheim / Magistrat Darmstadt

