Stromkabel unterm Kapellenberg: Jetzt beginnen die Vorarbeiten
In nächster Zeit finden auf dem Kapellenberg Bohrungen statt. Das teilt die Hofheimer Stadtverwaltung mit. Hintergrund ist, dass der Netzbetreiber Amprion die Beschaffenheit des Bodens untersuchen will – das Unternehmen plant, Stromkabel für den sogenannten „Rhein-Main-Link” durch den Berg zu verlegen. Für die jetzt anstehenden Arbeiten müssen Forstwege ausgebaut und neue Wege angelegt werden, dafür müssen Bäume und Sträucher zurückgeschnitten oder beseitigt werden – und deshalb werden Wanderwege zeitweise gesperrt.
Kurz vorab: Der „Rhein-Main-Link“ ist eine über 600 Kilometer lange Erdkabel-Gleichstromtrasse. Mit dieser soll eines Tages Strom aus den Offshore-Windparks in der Nordsee in die energieintensive Wirtschaftsregion Rhein-Main transportiert werden. Das Projekt ist ein Kernbestandteil des notwendigen Netzausbaus, um Deutschland bis 2045 klimaneutral zu machen.

Amprion möchte die Rückschnitt- und Fällarbeiten auf Hofheimer Gebiet bis Mitte November weitestgehend abschließen, um danach mit den Baugrunduntersuchungen flächendeckend starten zu können. Erst danach werden einzelne Wegesperrungen – abhängig vom Fortschritt der Untersuchungen – wieder nach und nach aufgehoben.
Die Bohrarbeiten werden zunächst bis zum Frühjahr 2026 dauern. Dann müssen sie aufgrund von Vorgaben aus dem Umwelt- und Naturschutz pausieren. Nach Bedarf werden weitere Untersuchungen in der Winterperiode 2026/2027 folgen.
Die Baugrunduntersuchungen sind erforderlich, weil Amprion den Rhein-Main-Link bis zu dem gesetzlich festgelegten Endpunkt in Kriftel errichten muss. Die Erdkabeltrasse muss auf dem Weg dorthin auch den Kapellenberg queren. Das Waldgebiet soll dabei möglichst geschont werden, weshalb der Berg mit einer horizontalen Bohrung über eine Länge von ca. vier Kilometern zwischen Langenhain bis kurz vor die Bundesstraße 519 hinter den Bauerlöcher Wiesen unterquert wird.
Im Vorfeld will Amprion prüfen, ob diese lange Bohrung technisch machbar ist. Dafür wird der Netzbetreiber in den Berg vertikal hineinbohren und die tief liegenden Bodenschichten analysieren.
Es gibt zwei Bereiche, in denen es zu Wegesperrungen kommt. Der eine erstreckt sich rund um den Meisterturm zwischen dem Schwarzbach im Osten, dem Königsteiner Kreuz im Norden sowie den Rändern des Hofheimer Siedlungsbereiches im Süden und Osten.
Der andere deckt ein ca. 500 Meter langes und 1000 Meter breites Gebiet südlich von Langenhain zwischen der Oranienstraße (L3018) im Westen und der Lorsbacher Straße im Osten ab.
Das Bild oben zeigt eine Erdkabelbaustelle von Amprion. Weil die Kabel Wärme abgeben, müssen sie in Abständen von gut einem halben Meter zueinander verlegt werden.
Quelle: Stadt Hofheim


