Gesund mit Felix (2): Yoga – mehr als Dehnen und Atmen

Die Gesundheitskolumne von Osteopath Felix Kammerlander (Folge 2)

Yoga ist in den letzten Jahren vom Nischenthema zu einem echten Alltagsbegleiter für viele Menschen geworden. Vielleicht denkst du bei Yoga zuerst an unbequeme Verrenkungen oder lange Atemübungen. Doch hinter den sanften Bewegungen steckt weit mehr. Yoga kann dir helfen, deinen Körper besser wahrzunehmen, Verspannungen zu lösen und eine wohltuende Balance zwischen Anspannung und Entspannung zu finden. Dabei geht es nicht um Leistung oder Akrobatik, sondern um ein vielseitiges Training für Körper und Geist, das sich an nahezu jedes Alter und jedes Fitnessniveau anpassen lässt.

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Einer der größten Vorteile von Yoga ist das Körperbewusstsein, das dabei entsteht. Du lernst, feine Unterschiede in deiner Haltung und Bewegung wahrzunehmen. Statt dich wie gewohnt automatisch zu bewegen, lenkst du die Aufmerksamkeit bewusst auf einzelne Gelenke, Muskeln und auf deine Atmung.

Dieses achtsame Spüren kann dir helfen, Bewegungen im Alltag besser zu steuern, Schonhaltungen rechtzeitig zu bemerken und insgesamt ein Gefühl von „im eigenen Körper zuhause sein“ zu entwickeln.

Bewegung für alle Gelenke

Viele Yoga-Übungen sind so aufgebaut, dass sie den ganzen Körper mit einbeziehen. Anders als bei manchen Sportarten, die nur bestimmte Muskelgruppen trainieren, werden beim Yoga nahezu alle Gelenke bewegt – oft in sanften, fließenden Sequenzen.

Ob Schulter, Hüfte, Wirbelsäule oder Sprunggelenk: Durch die abwechslungsreichen Positionen werden auch Bereiche angesprochen, die im Alltag leicht „einrosten“. Das kann langfristig zu einer besseren Beweglichkeit und einem geschmeidigeren Körpergefühl beitragen.

Balance zwischen Kraft und Flexibilität

Yoga ist weder reines Krafttraining noch reines Stretching – es liegt irgendwo dazwischen. Viele Haltungen erfordern Körperspannung, während andere die Flexibilität herausfordern. Dadurch entsteht eine gesunde Balance: Muskeln werden gekräftigt, ohne dass die Beweglichkeit darunter leidet.

Gerade diese Mischung macht Yoga so wertvoll: Wer viel dehnt, gewinnt zwar an Beweglichkeit, verliert aber manchmal an Stabilität. Wer nur Kraft aufbaut, riskiert dagegen, steif zu werden. Yoga vereint beides.

Die Kraft der Atmung

Ein zentraler Bestandteil von Yoga ist die Atmung. In vielen Stunden wird bewusst geübt, Bewegungen und Atemrhythmus miteinander zu verbinden. Das klingt simpel, hat aber eine große Wirkung:

Langsames, tiefes Atmen aktiviert den Parasympathikus, also jenen Teil des Nervensystems, der für Entspannung zuständig ist. Herzschlag und Blutdruck können sinken, innere Unruhe lässt nach. Viele spüren schon nach wenigen Minuten, wie sie ruhiger werden.

So wird jede Yogastunde nicht nur körperliches Training, sondern auch ein kleines Reset für das Nervensystem.

Entspannung und Stressabbau

Neben der Bewegung ist Yoga für viele auch ein Weg, Stress loszulassen. Die Kombination aus achtsamer Bewegung, Atemübungen und bewussten Pausen kann helfen, Spannungen abzubauen – sowohl muskulär als auch mental.

Gerade in unserer hektischen Zeit ist es wohltuend, einen Moment lang nicht funktionieren zu müssen, sondern einfach nur bei sich zu sein. Das regelmäßige Üben schafft damit einen Ausgleich zum Alltag, der langfristig das Wohlbefinden steigern kann.

Weitere positive Effekte

Neben den bekannten Aspekten von Beweglichkeit, Kraft und Entspannung gibt es noch weitere Vorteile, die Yoga mit sich bringen kann:

  • Haltungsschulung: Viele Übungen stabilisieren die Wirbelsäule und können helfen, ein besseres Sitz- und Stehgefühl zu entwickeln.
  • Koordination und Gleichgewicht: Positionen wie der Baum oder der Krieger trainieren Balance und fördern die Körpersicherheit.
  • Konzentration: Da Bewegungen und Atmung bewusst gesteuert werden, übt Yoga auch den Geist in Fokus und Klarheit.
  • Regelmäßigkeit: Schon kurze Übungseinheiten können eine wohltuende Wirkung entfalten – Yoga lässt sich also gut in den Alltag einbauen.

Fazit

Yoga ist weit mehr als ein bisschen Stretching oder entspanntes Sitzen auf der Matte. Es ist ein vielseitiges Training für Körper und Geist, das dir ein feineres Körpergefühl, mehr Beweglichkeit, eine gesunde Mischung aus Kraft und Flexibilität sowie eine spürbare Entspannung schenken kann. Dabei geht es nicht darum, besonders gelenkig zu sein oder schwierige Positionen zu meistern – sondern darum, dir selbst etwas Gutes zu tun und deinen Körper besser kennenzulernen.

© Felix Kammerlander / Praxis Angewandte Osteopathie

Der Autor

Felix Kammerlander

Felix Kammerlander hat Osteopathie studiert und betreibt seit acht Jahren die Praxis Angewandte Osteopathie in Marxheim. Ab sofort erscheint hier regelmäßig seine Kolumne „Gesund mit Felix” mit Gesundheitsinformationen und präventiven Tipps - eine verlässliche Anlaufstelle für Ratschläge zur Vorbeugung, Schmerzbewältigung und für einen ausbalancierten Körper. Viel Freude beim Lesen und Ausprobieren neuer Wege zu mehr Wohlbefinden!

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