Mehr Effizienz, weniger Chefs: Rathaus strafft Verwaltungsstruktur zum 1. Oktober
Bürgermeister Wilhelm Schultze und sein Erster Beigeordneter Daniel Philipp bauen die Verwaltungsstruktur im Rathaus um. Darüber informieren sie in einer Pressemitteilung, die am Dienstagabend verschickt wurde. Erklärtes Ziel: mehr Effizienz – und Kosten sparen. Vier bisher getrennte Fachbereiche werden demnach jeweils zu zweit zusammengelegt – heißt auch: Es werden nur noch zwei (statt vier) Leitungen benötigt. Zudem soll der Bereich Finanzen durch organisatorische Veränderungen gestärkt werden. Auffällig an der Pressemitteilung: Namen werden darin – außer eben die von Schultze und Philipp – nicht genannt. Es hat sich jedoch längst herumgesprochen.
Im Fachbereich Soziales musste gehandelt werden – Chefin Susanne Schindler, seit 2022 im Amt, hat nach mehr als zehn Jahren die Stadtverwaltung verlassen. Es übernimmt Steffen Sander, den Schultze im Sommer eingestellt hatte. Er ist heute für den heute noch eigenständigen Fachbereich Kinderbetreuung zuständig, der künftig dem Fachbereich Soziales zugeordnet wird.


Im Fachbereich „Wald und Friedhof“ ist bislang Julia Bartsch verantwortlich, den Bereich „Klimaschutz und Grünflächen“ leitet Monique Delbos, die 2023 ihre Tätigkeit als Klimaschutzmanagerin in der Stadtverwaltung aufgenommen hatte. Delbos gilt als Fachfrau in der komplexen Klima-Thematik – und genießt vor allem das volle Vertrauen von Dezernent Philipp. Künftig soll sie das zusammengelegte Großressort „Klimaschutz, Wald und Grünflächen“ führen. Julia Bartsch bekommt neue Aufgaben.
Neues Organigramm wird zum 1. Oktober veröffentlicht
Die Presseerklärung hat die Überschrift „Verwaltung bündelt Fachbereiche, spart Leitungsstelle und stärkt Finanzsteuerung“ – wir veröffentlichen sie im Wortlaut:
In der Hofheimer Verwaltung stehen Veränderung in der Organisationsstruktur an. Die Neuorganisation ist ein weiterer Baustein der laufenden Haushaltskonsolidierung. Neben der Überprüfung von Ausgaben, Einnahmen und Stellen nimmt die Stadt dabei auch ihre eigenen Führungs- und Aufgabenstrukturen in den Blick. Dadurch sollen Abläufe effizienter gestaltet und Kosten eingespart werden.
Die größten Veränderungen sind die Zusammenlegung der Fachbereiche „Soziales“ und „Kinderbetreuung“ sowie der Fachbereiche „Wald und Friedhof“ und „Klimaschutz und Grünflächen“. Zukünftig wird es einen Fachbereich „Soziales“ und einen Fachbereich „Klimaschutz, Wald und Grünflächen“ geben. In diesem Zuge wird eine freigewordene Stelle einer Fachbereichsleitung nicht wiederbesetzt und eingespart.
Außerdem erfährt der derzeit stark durch die kritische Finanzsituation beanspruchte Fachbereich „Finanzen“ eine Entlastung. Die Neuerungen gelten ab dem 1. Oktober 2026.
„Wir schauen bei der Haushaltskonsolidierung auch auf unsere eigenen Strukturen. Vorschläge in diese Richtung haben uns auch aus Politik und der Bürgerschaft erreicht. Wenn, wie jetzt geschehen, eine Leitungsstelle frei wird, prüfen wir deshalb sehr genau, ob sie wiederbesetzt werden muss. In diesem Fall können wir zwei Fachbereiche zusammenführen, die vorhandene Leitung weiter nutzen und eine Fachbereichsleitungsstelle dauerhaft einsparen. Gleichzeitig ordnen wir Aufgaben so neu, dass sich der Fachbereich Finanzen stärker auf seine zentralen Steuerungsaufgaben konzentrieren kann. Die bisherigen Fachbereiche ‚Kinderbetreuung‘ und ‚Soziales‘ werden im neuen Fachbereich ‚Soziales‘ gebündelt. Die Leitung übernimmt weiterhin der bisherige Leiter des Fachbereichs ‚Kinderbetreuung‘. Die frei gewordene Fachbereichsleitungsstelle des ehemaligen Fachbereichs ‚Soziales‘ wird nicht wiederbesetzt“, sagt Bürgermeister und Personaldezernent Wilhelm Schultze.
„Mit dem neuen Fachbereich ‚Klimaschutz, Wald und Grünflächen‘ werden Aufgaben gebündelt, die in der Praxis eng miteinander verbunden sind. Klimaanpassung, Stadtgrün, Wald, Baumbestand, Friedhöfe und Biodiversität betreffen vielfach dieselben Flächen und erfordern eine abgestimmte Planung und Bewirtschaftung. Auch die Obdachlosenbetreuung erhält ein neues zu Hause im themenverwandten Fachbereich ‚Sicherheit und Ordnung‘. Dorthin kehren auch die Themenbereiche ‚Abfallwirtschaft‘ und ‚ÖPNV‘ zurück. Hier entlasten wir gerne den Fachbereich ‚Finanzen‘, der in der aktuellen Situation alle Hände voll zu tun hat“, sagt Erster Stadtrat Daniel Philipp zu den Veränderungen in seinem Dezernat.
Der Fachbereich Finanzen soll sich angesichts der angespannten Haushalts- und Liquiditätslage stärker auf Haushaltssteuerung, Konsolidierung, Controlling, Liquiditätsmanagement und Rechnungswesen konzentrieren können. Aufgaben, die nicht zwingend dort angesiedelt sein müssen, werden deshalb anderen Fachbereichen zugeordnet. Dazu gehört auch, dass der Aufgabenbereich „Betriebskostenabrechnungen für die Kindertagesstätten“ samt Personal direkt dem Fachbereich „Soziales“ zugeordnet wird.
Außerdem wird das Team „Beteiligungsmanagement, ÖPNV und Abfall“ aufgelöst und dessen Aufgaben auf andere Fachbereiche verteilt. Das Beteiligungsmanagement ist zukünftig im Team „Recht, Versicherungen und Beteiligungen“ im Fachbereich „Zentrales“ zu finden. Durch die Veränderungen im Fachbereich „Soziales“ wird das Team „Rente und Wohnberechtigung“ im Fachbereich „Zentrales“ zu finden sein. Damit werden standardisierte Bürgerdienstleistungen organisatorisch stärker gebündelt und der neue Fachbereich Soziales von verwaltungsbezogenen Aufgaben entlastet.
Für Bürgerinnen und Bürger bleiben die bisherigen Dienstleistungen bestehen. Änderungen bei organisatorischen Zuständigkeiten und Ansprechpartnern werden zum 1. Oktober auf www.hofheim.de aktualisiert.
Um die neue Verwaltungsstruktur auch räumlich abzubilden und die Büroflächen effizient zu nutzen, werden bis zum Jahresende einige Umzüge innerhalb des Rathauses notwendig. Der neu zusammengesetzte Fachbereich „Soziales“ erhält zusammenhängende Räumlichkeiten im Erdgeschoss. Dort erhält auch der Fachbereich „Öffentliche Sicherheit und Ordnung“ weitere Räume für das zusätzliche Personal. Im ersten Obergeschoss hat nun der Fachbereich „Finanzen“ zusammenhängende Räume. Dieser war zuvor auf zwei Etagen verteilt. Im dritten Obergeschoss erhält der neue Fachbereich „Klimaschutz, Wald und Grünflächen“ zusammenhängende Büros.
Quelle: Stadtverwaltung / HN

